Design und Konstruktion
Der Rumpf ist als Einzelstück aus handaufgelegtem GFK laminiert, mit einem Kern aus Endgrain-Balsa, der im Bereich des Motorschachts, des Mastfußes, der Wantterminals, der Borddurchlässe und der Kielsektionen in massives Glasfaser übergeht. Das Deck teilt diese Balsakern-Konstruktion mit eingegossenem rutschfestem Belag, und die beiden Teile sind durch eine einlaminierte, mechanisch befestigte Überlappungskante verbunden, die sich als extrem stabil und trocken erwiesen hat. Die Prüfung durch Practical Sailor fand die Innenausbauqualität unter den besten, die sie je gesehen hatten, mit außergewöhnlich sauberen Füllungen und keinerlei rohen GFK-Kanten. Tartan verwendete zudem in belasteten Bereichen einlagiges Roving. Obwohl die Gelcoat-Qualität sehr gut ist, zeigen sich auf der Außenseite des Rumpfes einige Druckstellen im Roving und sichtbare harte Stellen. Alle Borddurchlässe liegen bündig mit der Rumpfhaut und tragen unter der Wasserlinie Bronzehahnventile, während die Kiel-Rumpf-Verbindung durch eine Aluminiumplatte verstärkt ist, die an der innenliegenden Flansche laminiert und quer über den Spiegel durchgebolzt ist. (1)
Rigg und Handhabung
Das Unterwasserschiff ist mit einem Skeg-aufgehängten Ruder, einem zurückgeschnittenen Vorfuß und einem langen Flossenkiel ausgestattet, und das Boot ist in seiner ursprünglichen Konfiguration ein Kielschwert-Kielboot. Bis in die frühen 1980er Jahre wurden die meisten 37er mit diesem Schwert bestellt; einige wenige Versionen mit tiefem Flossenkiel und hohem Mast gingen an Regattasegler, und bis 1985 waren alle drei Kielformen – Schwert, tiefer Flossenkiel und Scheel-Flachkiel – verfügbar. Im Segelplan bietet die Masttoppslup 625 Quadratfuß Segelfläche, und der optionale, interne Genuaschienen-Antrieb ist für jeden, der am Wind segeln will, eine lohnende Investition. Eigner berichten, dass sich das Boot gut segeln lässt, und Rezensenten schrieben in Cruising World, dass die Leistung am Wind hervorragend sei, wobei die Geschwindigkeit auf raumen Kursen zu den besten gehöre. Das Skeg-Ruder sorgt für hervorragende Kontrolle auf raumen Kursen und vor dem Wind. Mehrere Rümpfe haben bei Regatten in der Region Marion/Newport-Bermuda respektable Ergebnisse erzielt. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist das Boot mit viel Teakfurnier und Zierleisten über einem weißen Formica-Himmel ausgestattet, was laut Practical Sailor den Innenraum dunkel und höhlenartig wirken lässt. Die Vorschiffskabine ist für ihre Größe wirklich komfortabel, mit Schubladen, Kleiderschränken und separatem Zugang zur Nasszelle, obwohl eine Jalousiedecke die Privatsphäre einschränkt und bei einer unachtsamen Böe auf See nicht bestehen würde. Die Nasszelle selbst ist für den Hochseeeinsatz sicher genug ausgeführt, und die Dusche entwässert direkt in einen eigenen Auffangbehälter, nicht in die Bilge. Im Salon bietet die Steuerbordsofakojette eine gute Seekoje, während sich die Backbordkoje zu einer Doppelkoje umbauen lässt; ein Salontisch-Layout war Standard, wobei eine Wachkoje, die ab 1986 zugunsten von Regalen verschwand. Die Achterkoje lässt sich ebenfalls zu einer Doppelkoje umbauen – ein Vorteil, der bei dieser Länge selten zu finden ist –, und die Pantry an Steuerbord liegt gegenüber einer großen Navigationsecke am Einstieg zum Niedergang. Die Belüftung ist hervorragend, mit acht zu öffnenden Luken, drei Lukendeckeln und vier Lüftern.
Bekannte Schwachstellen
Das Sandwichdeck ist das Hauptproblem: Es neigt zu Wasserschäden, und Reparaturen können teuer werden. Daher muss bei jedem Gutachten nach weichen Stellen gesucht werden. Viele Rümpfe verließen die Werft mit einer schlecht abgedichteten Fußreling, was einen Weg für Leckagen direkt in den Sandwichkern darstellt. Die Cockpit-Lenzer liegen über der Wasserlinie ohne Absperrschieber. Das ist im Hafen kein Problem, sorgt jedoch dafür, dass sie beim Segeln unter Wasser und offen stehen – eine solche Absperrvorrichtung wäre eine sorgfältige Nachrüstung des Eigners. Die Seiten der Kühlbox sind gut isoliert, aber die Deckel wurden vernachlässigt gelassen, und der Motorraum war ab Werk nur teilweise isoliert. (2)
Refits und Eignerschaft
Die meisten Boote sind mit dem 32 PS starken Universal 40 Diesel ausgestattet, wobei der Universal 50 optional angeboten wurde. Der serienmäßige 47-Gallonen-Tank sorgt für eine beachtliche Reichweite beim Motoren im Küstenbereich. Frühe technische Datenblätter zeigen zudem bei einigen Rümpfen einen Westerbeke 4-107 als Originalausrüstung. Das Schwertfalle zieht durch den Mast, was zu einer komplexen Mastspur mit Querwänden und einem massiven Durchmesser führte, um die Kompression aufzunehmen – ein Detail, das man bei Arbeiten am Rigg beachten sollte. Bronzeeinlässe, gegenliegende Decksbeschläge und durchgebolzte Kanzeln zeugen von einer Struktur, die sich bei trockenem Unterhalt nach ihren eigenen Gesetzen verhält.
Das Fazit
Die Tartan 37 ist eine durchdacht konstruierte S&S-Cruiser-Renner-Yacht, deren Sandwichdeck mit Balsakern, sorgfältiger Innenausbauqualität und vielseitigem Kielprogramm auch nach vier Jahrzehnten noch Freude bereitet. Sie segelt sauber auf raumen Kursen und vor dem Wind, bietet eine für ihre Länge seltene Kojenanzahl und wurde in einer Stückzahl gebaut, die Ersatzteile und Wissen im Umlauf hält. Das Sandwichdeck und die Abdichtung des Fußrelings sind der Preis dafür.
Vorteile
- Hervorragende Leistung am Wind und auf raumen Kursen mit starkem Rudergefühl
- Gut verarbeiteter, aufgeräumter Innenraum mit einer umbaubaren Achterkoje
- Drei Kielkonfigurationen über den gesamten Produktionszeitraum hinweg verfügbar
- Flache Borddurchlässe mit Bronzeventilen und eine bewährte, trockene Rumpf-Deck-Verbindung
Nachteile
- Das Deck mit Balsaholzkern ist anfällig für kostspielige Wasserschäden
- Fußreling auf vielen Rümpfen schlecht abgedichtet
- Die offenen Cockpit-Luken liegen unter Segel im Wasser und lassen sich nicht abschließen
- Dunkler, stark mit Teakholz ausgestatteter Innenraum und eine empfindliche, lamellengestaltete Vordertür










