Design und Konstruktion
Reimers verlieh der Swede 55 ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 5,43, was sie schlanker macht als alle vergleichbaren Entwürfe im Referenzset. Dieser schmale Rumpf sorgt zusammen mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 127 für eine Einstufung in die Kategorie der „leichten Regattaboote“. Sie hat weniger Verdrängung als 86 Prozent ähnlicher Segelboote. Der Bleiballast von 9.036 Pfund entspricht einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 38 Prozent, was höher ist als bei 62 Prozent ihrer Altersgenossen. Der Flossenkiel wurde in mehreren Konfigurationen angeboten – einer Bleiflosse mit einem Tiefgang von ca. 6,43 bis 6,73 Fuß je nach Beladung und einer anderen mit ca. 6,99 bis 7,29 Fuß. Beide sind tief genug, um den Einsatz auf großen Marinas einzuschränken. Der massive GFK-Rumpf und das Deck weisen gemäß der US-Küstenwache (U.S. Coast Guard) eine Größenklasse von 14 Bruttoregistertonnen (GRT) und 12,5 Nettoregistertonnen (NRT) auf. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist als 7/8-Slup getakelt und verfügt über eine Segelfläche von 694 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,1 bei dem ISO-Referenzsegel und 19,7 mit einer 135-prozentigen Genua führt. Damit liegt sie bei leichtem Wind schneller als 24 Prozent ähnlicher Konstruktionen. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 8,3 Knoten, die berechnete Höchstgeschwindigkeit unter Motor liegt bei etwa 5,5 Knoten. Die benetzte Bodenfläche misst rund 484 Quadratfuß, und das Tiefgangsverhältnis liegt bei etwa 1.306 Pfund pro Zoll. Die technischen Daten listen die Maße von Fallen und Schoten im Detail auf – die Großschot hat eine Länge von 131 Fuß bei 5/8 Zoll, die Genuaschoten sind 52,5 Fuß lang bei 5/8 Zoll – was einen konventionell aufgetakelten, manuell bedienten Segelplan ohne elektrische Hilfen bestätigt.
Unterbringung
Unter Deck war die Swede 55 mit sieben Kojen, einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet. Die Tankkapazitäten sind aufgeteilt auf 18,5 Gallonen Frischwasser für die Pantry und 43,6 Gallonen für das Badezimmer und die Decksdusche. Ein Dieselkanister mit 19,5 Gallonen versorgt den originalen Zweizylinder-Motor Volvo Penta MD11C mit 27 PS oder den optionalen Dreizylinder-Motor MD17C mit 35 PS, beide angetrieben von einem Volvo Penta Saildrive 110 S. Das Komfort-Ratio von 28,8 bedeutet, dass sie komfortabler ist als 27 Prozent ähnlicher Konstruktionen – ein stabiles, eher als weich zu bezeichnendes Bewegungsprofil, das der Kategorie der leichten Regattayachten entspricht. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die bekannten Einschränkungen sind eher betrieblicher Natur als strukturelle Mängel: Die tiefen Flossenkiele beschränken den Bootseinsatz auf Hafenbecken mit großen Toren, und die Saildrive-Übertragung bei Modellen aus den Baujahren 1975–1985 erfordert im Alter eine regelmäßige Überprüfung der Dichtungen.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft konzentriert sich auf eine kleine, gut dokumentierte Klasse – 35 Boote, deren Daten über Jahrzehnte aus dem ursprünglichen Gamle Swede und anderen Schwesterschiffen zusammengetragen wurden. Die ursprünglichen Motoren und Saildrives bleiben die prägenden mechanischen Identifikatoren, und die detaillierten Tabellen der Riggmaße deuten auf eine Klasse hin, bei der es eher um sorgfältige Messdisziplin als um spontane Modifikationen geht.
Das Fazit
Die Swede 55 ist ein konsequentes Reimers-Design: schmal, leicht und für hohe Steifigkeit ballastiert, in geringer Stückzahl gebaut mit stets gut dokumentierter Technik. Sie belohnt Eigner, die ein klassisches 7/8-Rigg und ein seegängiges, wenn auch festes Seeverhalten schätzen und deren Tiefgang sowie die Wartung des Saildrives als Preis für dieses Profil akzeptieren können.
Vorteile
- Slanker als alle vergleichbaren Entwürfe mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 5,43
- Ballastanteil von 38 Prozent, höher als bei den 62 Prozent der Konkurrenz
- Dokumentierte Klassendaten aus 35 Rümpfen über Jahrzehnte
Nachteile
- Der tiefe Flossenkiel schränkt die Nutzung auf große Marinas ein
- Die Saildrive-Übertragung erfordert eine altersgerechte Überprüfung der Dichtungen
- Die Komfort-Ratio liegt nur über dem Durchschnitt von 27 Prozent ähnlicher Boote





