Design und Konstruktion
Die Handschrift von Stephen ist im Profil der Swan 43 unverkennbar: Überhängende Enden, ein kurzes Kajütdach, ein niedriges Freibord, eine ausgeprägte Deckssprunglinie und ein Tumblehome, die zusammen die klassischen Swan-Linien prägten. Der Rumpf ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Holzverzierungen, ausgestattet mit einem festen, gepfeilten Flossenkiel und einem kleinen, Skeg-aufgehängten Ruder, was typisch für diese Epoche war. Ein markantes Merkmal ist das am Kiel montierte Trimmklau, das bei jedem Boot geliefert wird. Es wird über eine spezielle innere Radsteuerung am Steuerrad bedient, während das äußere Rad das Ruder antreibt und ein mittleres Rad das Klau in Position verriegelt – eine doppelte Radsteuerung mit Trimmklau. Mit einer Verdrängung von rund 19.850 lb, 10.400 lb Bleiballast und einem Tiefgang von 7 Fuß 3 Zoll balanciert die 43 eine Wasserlinie von 31 Fuß gegenüber einer Breite von 11 Fuß 7 Zoll aus. Eine wasserdichte Schott trennt den Vorpiek vom Ankerkasten – ein Detail, das die Regatta-Herkunft des Bootes unterstreicht. (1)
Rigg und Handhabung
Die Swan 43 ist als Masttoppslup mit Bermuda-Rigg getakelt, und ihr PHRF-Handicap liegt zwischen 96 und 114. Die Steuerung ist ungewöhnlich: Drei Steuerräder ermöglichen es dem Steuermann, das Boot zu steuern, den Trimmklappenhebel zu bedienen oder ihn zu blockieren, was eine präzise Kontrolle über die Ruderbalance ermöglicht, die ihrer Zeit voraus war. Restaurierungen wie die des Rumpfes 004 aus Runn zeigen, wie das Rigg modernisiert wurde, ohne den Charakter zu verlieren – eine 135-prozentige überlappende Genua auf einer Rollfock ersetzte die Selbstwendefock, ein neues inneres Vorstag trägt eine Number 4-Fock für windigere Bedingungen, und der originale Mast trägt heute ein Großsegel mit Volllatten und Stack-Pack. Vor dem Wind reduziert ein großer Spinnaker mit leicht verjüngten Schultern das Rollen, während ein asymmetrischer Spinnaker in einem Snuffer von einem Bugspriet gefahren wird, der sich in wenigen Minuten durch die Bugrolle schieben lässt.
Unterbringung
In einem Artikel für die Yachting World merkte der Rezensent an, dass die Raumaufteilung der Swan 43 nach modernen Maßstäben knapp bemessen ist, dennoch bietet sie mit einer klaren Aufteilung acht Kojen. Eine Doppel-V-Koje nimmt die Bugkabine ein, mit der Nasszelle direkt dahinter an Backbord. Der Salon bietet zwei längsseitige Sofakojen und zwei Wachkojen, während eine Achterkabine zwei Einzelkojen bereitstellt. Die U-förmige Pantry befindet sich an Steuerbord direkt vor dem Niedergang, ausgestattet mit einem dreiflammigen Herd, einer Kühlbox und einer Spüle; gegenüber an Backbord liegt die Navigationsecke. Das kompakte Volumen spiegelt das Regatta-/Fahrtenkonzept des Bootes wider und nicht die Prioritäten einer reinen Familien-Fahrtenyacht. (1)
Bekannte Schwachstellen
Das schwerwiegendste Ereignis betrifft Runn, Baunummer 004, die sich 1969 auf halbem Weg über den Atlantik von einem Ruderdefekt ereignete. Ihr ursprünglicher Eigner, die finnische Regattalegende Michael Berner, nutzte den zweiten Quadranten des Trimmklappens, um eine provisorische Lösung zu improvisieren und das Boot nach Hause zu bringen. Dieses Ereignis unterstreicht die Anfälligkeit des damaligen Skeg-aufgehängten Ruders und der dazugehörigen Drei-Rad-Steuerung, obwohl der Rumpf von Runn später strukturell intakt und frei von Osmose festgestellt wurde.
Refits und Eignerschaft
Die langfristige Eignerschaft einer Swan 43 erfordert oft gezielte Modernisierungen. Bei Runn wurden die Teakdecke und der Motor vier Jahre vor der Restaurierung ausgetauscht, und das Vorsteven wurde modifiziert, um einen maßgeschneiderten Doppel-Ankerrollenhalter aufzunehmen, der gleichzeitig als Halterung für den Bugspriet des asymmetrischen Spinnakers dient. Solche gezielten Upgrades bewahren den Charakter von S&S bei, während sie die Lebensdauer des Bootes verlängern. Die geringe Stückzahl bedeutet zudem, dass jeder Rumpf eine individuelle Geschichte besitzt, die sich nachvollziehen lässt.
Das Fazit
Die Swan 43 ist ein früher Swan für Puristen: Eine von Stephens entworfene Renn- und Fahrtenyacht mit zeitlosen Linien, einem cleveren Trimmbrett-Ruder und einem robusten GFK-Rumpf. Ihr begrenztes Innenraumvolumen und die damalige Rudergeometrie sind der Preis für diese Herkunft, aber gut gepflegte Exemplare belohnen Eigner mit einer direkten Verbindung zur Gründungszeit von Nautor.
Vorteile
- Klassisches Olin Stephens-Profil mit überhängenden Enden, Deckssaling und Tumblehome
- Am Kiel montierter Trimmklau mit separater Steuerung für ein ausgewogenes Rudergefühl
- Solider GFK-Rumpf, der bei dokumentierten Restaurierungen als seetüchtig und osmosefrei erwiesen hat
- Vielseitige, modernisierte Rigg-Optionen inklusive innerem Vorstag und asymmetrischem Snuffer
Nachteile
- Die Anzahl der Kojen ist für einen 43-Fuß-Rumpf mit acht Kojen nach modernen Maßstäben begrenzt
- Frühes Skeg-aufgehängtes Ruder und die Steueranlage sind anfällig für Ausfälle auf See
- Kleine Produktionszahl schränkt die Auswahl ein und führt zu einer genaueren Prüfung des Herkunftsgebiets










