Design und Konstruktion
Der Entwurf von Ron Holland aus dem Jahr 1985 für Oy Nautor AB ist ein Einrumpfboot aus GFK mit Holzverzierungen, das überwiegend aus massivem GFK und nicht aus einem Sandwich-Laminat gefertigt wurde. Der Rumpf besitzt einen geneigten Vorsteven und einen negativen Spiegel und steht auf einem festen Sheel-Kiel, wobei eine optionale Version mit tiefem Tiefgang für Segler zur Verfügung stand, die mehr Leistung am Wind suchten. Mit einer Länge über alles von 42,83 Fuß, einer Wasserlinienlänge von 34,12 Fuß, einer Breite von 13,12 Fuß und einer Verdrängung von 24.432 Pfund, balanciert durch 9.040 Pfund Bleiballast, liest sich das Boot eher als moderate Fahrtenyacht denn als Leichtgewicht unter den Regattayachten. Ein intern montiertes Spatenruder, gesteuert über eine Radsteuerung, vermittelt dem Rudergänger direktes, ausgewogenes Gefühl. Die finnische Werft von Nautor fertigte die Serie als echte Fahrtenyacht und nicht als entkernte Regatta-/Fahrten-Yacht. Die geringe Stückzahl unterstreicht ihre Positionierung als durchdachte, limitierte Bauweise, die von Oy Nautor AB in Finnland gebaut wurde. (1)
Rigg und Seeverhalten
Die Swan 43 Holland ist als Bermudarigg-Slup getakelt, wobei das Segelplan auf einer Masttoppslup-Konfiguration mit einer nutzbaren Segelfläche von 880 Quadratfuß basiert. Tester fanden das Boot für sein moderates Gewicht als recht leistungsfähig, vor allem aber als stabil und steif mit guter Aufrichtfähigkeit bei Kenterung – eine Eigenschaft, die exakt zum blauwassertauglichen Konzept passt. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 37 Prozent und das Kenterungsverhältnis von 1,81 bestätigen dies auch in den Zahlen: Dieser Rumpf verträgt Wind und kommt wieder aufrecht. Die Prüfung durch Sailboat Lab befand ihn als am besten geeignetes Boot für Langstrecken-Fahrtensegler, was genau der Rolle entspricht, für die Nautor es beworben hat. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Swan 43 Holland Platz für vier Personen auf einer Doppelkoje in der Bugkabine, einer U-förmigen und einer geraden Sitzecke im Hauptsalon sowie einer Achterkabine mit eigener Doppelkoje. Die Pantry befindet sich an Backbord direkt achterlich der Niedergangstreppe, ist leicht gewölbt und ausgestattet mit einem dreiflammigen Herd, einer Kühlbox und einer doppelten Spüle; gegenüber an Steuerbord liegt die Navigationsecke. Zwei Nasszellen dienen dem Layout – eine in der Bugkabine an Backbord, die andere an Steuerbord vor der Achterkabine –, sodass das Boot von einem Paar oder einer kleinen Crew ohne ständige Kompromisse bei den Annehmlichkeiten bewohnt werden kann. Die Aufteilung ist kompakt, aber logisch in Zonen unterteilt, wobei das Arbeitsdreieck aus Pantry, Navigationsecke und Niedergang für die Praxis auf See eng gehalten wurde.
Bekannte Schwachstellen
Die damaligen Tests, die das Boot bewerteten, konzentrierten sich eher auf Seeverhalten und Wohnkomfort als auf Fehlerfindung, und die Bauhistorie zeigt einen einfachen, massiven GFK-Rumpf mit Holzverzierungen statt einer experimentellen Konstruktion. Ein Käufer oder Eigner sollte die Historie jedes einzelnen Rumpfes dennoch als verlässliche Quelle betrachten, aber das Modell selbst weist in der Fachliteratur keine bekannten Schwachstellen auf.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft einer Bootsserie mit nur 28 Einheiten bedeutet, dass Ersatzteile und Community-Wissen spärlicher sind als bei einem Großserienhersteller. Dennoch liegen der Volvo Penta-Diesel mit 45 PS und der Kraftstoffkapazität von 70 Gallonen im Rahmen des Normalbetriebs für Fahrtenyachten. Sailboat Lab bewertete die Kraftstoffkapazität als durchschnittlich und stellte eine geringe Wasserreichweite von 85 Gallonen fest. Lange Passagen erfordern daher eine disziplinierte Tankverwaltung oder zusätzliche Tanks. Der optionale Tiefgangkiel ist eine Konfigurationsentscheidung, die man bei jedem einzelnen Rumpf überprüfen sollte, ebenso wie der Zustand der Holzverzierungen gegenüber dem nordischen Klima. Eine begrenzte Stückzahl hält den Wert hoch, erschwert jedoch die Suche auf dem Gebrauchtbootmarkt.
Das Fazit
Die Swan 43 Holland ist eine sachlich ernste Blauwasser-Fahrtenyacht aus der Feder von Ron Holland und der finnischen Werft Nautor — selten, steif und logisch für zwei Paare oder ein kleines Crew-Team auf Langfahrt aufgeteilt. Sie belohnt den Käufer, der eine limitierte Swan ohne die Kompromisse eines Großserienmodells sucht und das kleinere Support-Netzwerk akzeptiert, das eine Produktion von nur 28 Booten mit sich bringt.
Vorteile
- Steifer, stabiler Rumpf mit hervorragender Aufrichtfähigkeit nach Prüfung durch Tester
- Konsequente Konzeption als echte Blauwasser-Fahrtenyacht von der Zeichnung bis zum Bau
- Gute Aufteilung mit vier Kojen, zwei Nasszellen und einer eigenen Navigationsecke
- Solide GFK-Konstruktion mit Bleiballast
Nachteile
- Kurze Reichweite der Wassertanks, die von Kritikern bemängelt wurde
- Nur 28 Exemplare gebaut, was Ersatzteile und den Wiederverkauf erschwert
- Der optionale Tiefgangkiel erfordert eine Prüfung je nach Boot











