Design und Konstruktion
Die 64 RS ist in monolithischer GFK-Sandwichbauweise (ein- und zweiseitig) gebaut. Die bewährte Werftmethode laminiert die strukturellen Schotten vollständig mit Rumpf und Deck, um eine steife Struktur zu schaffen, anstatt auf Innenschalen oder kosmetische Füllmaterialien zu setzen. Die Kajütaufbauten sind mit Titanbeschlägen ausgestattet, was ein hohes Maß an Sicherheit am Geländer vermittelt. Im Vergleich zu ihrer größeren Schwester, der Solaris 68, hat die 64 ein höheres Freibord. Diese zusätzliche Rumpfhöhe ermöglichte eine geräumigere Beibootgarage achtern, ohne auf die breite Mittelsektion von 5,40 m (17,72 ft) zu verzichten. Der Hubkiel bietet einen variablen Tiefgang zwischen 2,60 und 3,75 m, sodass der Eigner den Zugang zu flachen Gewässern gegen den maximalen Tiefgang von 10,83 Fuß eintauschen kann, was das aufrichtende Moment und die Leistung am Wind maximiert. (1)
Rigg und Handhabung
Der Segelplan basiert auf den iRevolution-Membranen von Banks Sails, einer Mischung aus Dyneema und Carbon, mit einem 120 m² Großsegel und einer 102 m² Genua, die einen Rumpf antreiben, dessen Verdrängung bei etwa 27,6 Tonnen liegt. Ein hydraulischer Doppelpositionsausleger kontrolliert die Spannung von Achterstag und Baumniederholer, sodass das Rigg schnell vom Steuerstand aus gedrosselt oder angezogen werden kann. Die Plicht ist mit fünf elektrischen Winschen ausgestattet, wobei die mittlere exklusiv für das Großsegel reserviert ist. Von den beiden Steuerständen aus kann der Skipper die Segelschotanlagen, die Garage des Beiboots, die Bug- und Heckstrahlruder über eine einzige Joystick bedienen sowie Kiel- und Beleuchtungskontrollen übernehmen. Bei Tests durch YachtClass erreichte sie bei 30 Grad Abwind bei nur 10 Knoten Wind 8,5 Knoten Geschwindigkeit – ein Wert, der die Effizienz des schmalen, hohen Riggs bei moderater Verdrängung unterstreicht. Die Referenzdaten liegen mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 24,7 und einem Kenterungsverhältnis von 1,79 vor, ergänzt durch eine Komfort-Ratio von 36,1. (1)
Unterbringung
Unter Deck kann die vordere Eignerkabine mit einer Standard-Außenkooje für zwei Personen oder mit einer Inselbett-Koje ausgestattet werden. Ein Navigationsdatenrepeater befindet sich direkt neben dem Bett, sodass der Eigner die Passage-Daten ohne Verlassen der Kabine überwachen kann. Zwei Gästekabinen sind durch die Tür neben dem Niedergang zu erreichen; jede verfügt über zwei Einzelkojen, die zu einer Doppelkoje zusammengelegt werden können, und über eine eigene Nasszelle. Das höhere Freibord, das das Äußere prägt, trägt auch zum Volumen achtern bei, wo die Beibootgarage frei von den Wohnbereichen liegt.
Das Fazit
Die Solaris 64 RS ist eine durchdacht konstruierte große Fahrtenyacht, die Leichtwindleistung mit der strukturellen Festigkeit eines vollständig laminierten Rumpf-und-Deck-Käfigs verbindet. Der Hubkiel und die per Joystick gesteuerten Strahlruder machen eine 64-Fuß-Yacht in engen Häfen handhabbar, während das Membranrigg und die hydraulischen Steuerungen echte Geschwindigkeit ohne vollbesetzte Crew liefern. Die Unterkünfte sind aufgeräumt und eignertauglich gestaltet, obwohl die Klassifizierung als Performance-Cruiser darauf hindeutet, dass sie eher auf Effizienz bei Langstrecken als auf reine Regattageschwindigkeit getrimmt ist.
Vorteile
- Hubkiel mit einem Tiefgangsbereich von 2,60–3,75 m für maximale Vielseitigkeit
- Titanbeschläge an der Kimm und vollständig laminierte Struktur
- 8,5 kn bei 10-knoten-Wind und 30° scheinbare Windstärke beweisen Leichtwindtauglichkeit
- Joystick-Bug- bzw. Heckstrahlruder und Steuerung aus der Garage von jedem Steuerstand
Nachteile
- Schätzungsweise unterdurchschnittliche Leistung im Referenz-Rating
- Das höhere Freibord passt nicht zu allen, die ein flaches Profil suchen


