Design und Konstruktion
Die 62 RS liest sich als bewusste Performance-Deklaration. Ihre Bugsektionen weisen einen scharfen Vorschiffseintritt auf, während die Hecksektionen imposant und mit fast vertikalen Überhängen sowie einer ausgeprägten Sprunglinie ein modernes und dennoch elegantes Aussehen verleihen. Ein 18-Meter-Rennboot hat einen Rumpf, der speziell für Leistung ausgelegt ist. Der Spiegel sitzt hoch im Wasser, sodass sich die benetzte Fläche mit der Kurslage ändert, was die Leistung über das gesamte Windbereichs-Spektrum hinweg optimiert, anstatt auf einen einzigen Designpunkt zu setzen. Das Vorschiff ist völlig aufgeräumt gehalten, die Teakholzleisten sind wunderschön unberührt und die Bordschotten arbeiten sehr gut. Ein keilförmiges Deckshaus mit charakteristischen Adleraugen-Öffnungen beschränkt sich auf den Decksbereich achtern des Mastes, wodurch das vordere Profil niedrig und frei bleibt. (1)
Rigg und Handhabung
Zwei Steuerräder dominieren die Plicht, umgeben von den Segelkontrollbereichen für ein einhand- oder kleiner Crews segelbares Handling des Segelplans. Das Rigg selbst trägt ein 95 Quadratmeter Großsegel und eine 87 Quadratmeter 105 % Genua bei den Abmessungen Länge über alles (I) 22,20 m, Breite (J) 6,96 m, Plichtschwert (P) 21,80 m und Durchfahrtshöhe (E) 7,30 m. Eine zeitgenössische Rezension beschrieb die 52 RS – und damit auch die Designlinie, der die 62 RS folgt – als schnellen Rumpf mit kraftvollen Segelarmen, eine passende Charakterisierung eines Bootes, dessen Rumpfform und Segelfläche eher auf hohe Marschgeschwindigkeit als auf gutmütiges Verhalten im Hafen getrimmt sind. (2)
Unterbringung
Comar bietet hochgradig anpassbare Innenraumlösungen an, wobei die Standardversion um einen Panorama-Salon herum aufgebaut ist, der ganz dem Entertainement gewidmet ist. Die große Eignersuite nimmt den Bug mit einer Nasszelle und separater Duschkabine ein, während zwei Gästekabinen mit jeweils zwei Kojen, eigenen Nasszellen und Duschkabinen achtern liegen; eine große Crewkabine mit Nasszelle befindet sich im V des Bugs. Die Konfigurationen reichen von drei bis fünf Kabinen und sechs bis zehn Kojen, inklusive drei Nasszellen plus einer zusätzlichen. Die Raumaufteilung ist für diese Größe extrem ungewöhnlich: Die Pantry liegt außerhalb des Salons, näher am Bug beim Mast und gegenüber der Eignerkabine, völlig isoliert vom Salon und dort platziert, wo das Stampfen am wenigsten spürbar ist, was das Kochen auf langen Törns erleichtert. Die Pantry ist komplett vom Salon isoliert. Im Salon ersetzt ein großer Tisch mit zwei Sitzplätzen an Steuerbord den speziellen Navigatorstuhl – einerseits für den Navigator, andererseits für Büroarbeit während einer Reise. Achtern bedeckt eine beeindruckend große Sonnenliege eine geräumige Beibootgarage, die Platz für ein festkieliges 3-Meter-Beiboot bietet, und eine Badeplattform öffnet sich vom Spiegel aus. (2)
Ausrüstung und Decksfeatures
An Deck bieten die Cockpitbänke zwei separate Tische, die sich hervorragend zum Entspannen eignen, was das Konzept für den Wohnkomfort unterstreicht. Unter Deck unterstützen die standardmäßigen Wassertanks mit 800 Litern und Kraftstofftanks mit 800 Litern ausgedehnte Törns, und ein Lombardini Marine-Motor mit 160 PS und einer Schneckenrad-Antriebswelle sorgt für den Hilfsantrieb. Die Werft verspricht reichlich Komfort an Bord für lange Reisen mit maximaler Gemütlichkeit – eine Aussage, die durch die klare Trennung von Arbeits- und Wohnbereichen bestätigt wird.
Das Fazit
Die Comet 62 RS ist ein speziell für ihre Aufgabe gebautes Flaggschiff, das einen Rumpf mit variabler benetzter Fläche mit einem unkonventionellen, seetüchtigen Innenraum verbindet. Ihr sauberer Bug, die konzentrierte Pinnensteuerung im Cockpit und die isolierte Pantry mittschiffs zeichnen sie als ernsthafte Hochseeyacht und nicht als reines Deckssalon-Schmuckstück aus. Die anpassbare Kabinenzahl ermöglicht es Eignern, das Boot für den privaten oder für den Crewbetrieb zu optimieren.
Vorteile
- Leistungsorientierter Rumpf mit variabler benetzter Fläche und scharfen Vorsteven-Formen
- Ungewöhnliche, seetüchtige Aufteilung mit der Pantry im am wenigsten rollenden Bereich isoliert
- Anpassbare Innenräume mit drei bis fünf Kabinen und großzügiger Beibootgarage
- CE-Kategorie A-Zertifizierung für den Hochseeeinsatz mit 12 Personen
Nachteile
- Die sehr ungewöhnliche Aufteilung des Salons passt nicht zu allen traditionellen Ansprüchen
- Das nach achtern verlagerte Eagle-eye-Deckshaus schränkt die Sicht nach vorn aus geschlossenen Bereichen ein



