Konstruktion und Bauweise
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, mit einem Flossenkiel und einem Skeg-aufgehängten Ruder. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei fast 36 Prozent, was ihr aufgrund der niedrigen Schwerpunktlage ein steifes und stabiles Verhalten unter Segeln verleiht. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,77 bis 1,79 ordnet sie fest in die Kategorie der moderaten Blauwasser-Fahrtenyachten ein. Die Fachmeinung besagt, dass sie für eine Ozeanüberquerung eine sicherere Wahl ist als eine Yacht mit einem Kenterungsverhältnis über 2,0. Der an Deck stehende Mast gilt zwar als potenziell weniger stabil als eine Kielaufhängung, doch dies ist ein Kompromiss, der bei einer Konstruktion akzeptabel ist, bei der das Rigg auf Deckhöhe leicht bedient werden soll und nicht extremen Lasten ausgesetzt ist. Als Motor dient ein typischer Perkins-Diesel im Innenborder, angetrieben über einen Wellenantrieb, mit einem Kraftstofftank von 125 Gallonen und einem Wassertank von 210 Gallonen. Dies ermöglicht es einer Crew, das Boot mit viel Ausrüstung zu beladen, ohne dass dies die Wasserlinie nennenswert beeinträchtigt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg präsentiert sich an Deck mit einem Edelstahl-Stehenden Gut und zwei Salingen, das ein Großsegel, eine Rollgenua und ein gestagtes Stagsegel trägt. Die Handhabung des Großsegels ist dank eines klassischen Drei-Punkte-Reffens mit Lazy-Jacks und einem Stack-Pack unkompliziert, während sowohl die Genua als auch das Stagsegel zu Winschen am Cockpitrand geführt werden und deren Schoten über Schienen auf den Seitendecks oder dem Kajütdach laufen. Ein Spinnakerbaum lässt sich am Mast für einen Spinnaker oder ein Cruising-Segel verstauen. Unter Segeln ist sie kein schnelles Boot, sondern ein stabiles und komfortables Schiff: Sie segelt gut bei leichtem bis mäßigem Wind, benötigt bei sehr leichten Brisen eventuell Motorunterstützung und profitiert, da ihr ein steifmachender Bulbkiel fehlt, davon, frühzeitig gerefft zu werden, um sich bei einer moderaten Brise aufrecht zu halten. Bei starkem Wind und rauer See meistert sie die Bedingungen, wenn sie gut ausbalanciert und gerefft ist, und ihre schwere Verdrängung mit langer Wasserlinie sorgt für eine angenehme Bewegung im Seegang, bei der sie eher gleitet als dass sie stampft oder ins Schlingern gerät. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet das Boot drei separate Kabinen und zwei Nasszellen für bis zu acht Schlafplätze. Die Vorschiffskabine verfügt über eine V-Koje mit Füllmaterial, einen Kleiderschrank und Schubladen sowie über eine eigene Nasszelle mit Bordtoilette, Waschbecken und Dusche. Die Achterkabine hat eine Doppelkoje, einen Schrank und Regale und teilt sich die zweite Nasszelle – ebenfalls mit Bordtoilette, Waschbecken und Dusche – mit dem Salon. Eine dritte Kabine an Steuerbord des Salons bietet zwei Einzelkojen, einen Schrank und Schubladen. Der Salon selbst ist großzügig gestaltet und verfügt über eine U-Koje an Backbord, die sich zur Doppelkoje umbauen lässt, eine Sofakoje an Steuerbord als Einzelkoje sowie einen klappbaren Tisch für sechs Personen. Die Pantry befindet sich an Backbord im Steuerhaus und ist mit einem dreiflammigen Gasherd, Backofen, Grill, einer doppelten Edelstahlspüle und einem Obstkorb-Kühlschrank ausgestattet. Gegenüber befindet sich der Navigationstisch mit einer großen Kartenmaschine und einem vollständigen Instrumentenpult. Das Steuerhaus bietet hervorragende Sicht auf den Rudersitz, zwei Schiebetüren zu den Seitendecks und zur Plicht sowie Bedienelemente für Motor, Bugstrahlruder und Ankerwinde. Achtern ist die Plicht durch eine Sprayhood und ein Bimini mit langen Bänken und einer Backskiste geschützt.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige konstruktive Einschränkung, die im Gutachten erwähnt wird, ist der an Deck stehende Mast, der bei extremen Lastfällen potenziell weniger steif ist als ein durchgesteckter Mast.
Das Fazit
Die Seastream 43 ist ein speziell für den Hochseeeinsatz konstruierter Kutter mit Steuerhaus, der Geschwindigkeit gegen Stabilität und Tragfähigkeit eintauscht. Ihre Kabinenaufteilung ist großzügig für ein 43-Fuß-Boot, und ihre Tankkapazitäten sind ideal für lange Törns. Ihre Bewegungs- und Stabilitätsdaten machen sie zu einer durchdachten Kandidatin für den Ozean. Das an Deck stehende Rigg ist der einzige bekannte Kompromiss gegenüber einer Variante mit Kielschraube.
Vorteile
- Große Verdrängung und hoher Ballastanteil sorgen für ein steifes, stabiles Verhalten auf See
- Drei Kabinen und zwei Nasszellen bieten Platz für bis zu acht Personen im großen Salon
- 480 Liter Kraftstoff und 790 Liter Wasser unterstützen auch sehr beladene Langstreckenfahrten
- Komfortables Seeverhalten ohne das typische Stampfen und Schlingern
Nachteile
- Der an Deck stehende Mast ist potenziell weniger stark als ein durchgesteckter Mast
- Erfordert bei mäßigem Wind frühzeitiges Reffen ohne die Stabilität eines Bulbkiels
- Nicht ideal für Küstenfahrten; zeigt erst auf Langstrecke ihr volles Potenzial







