Design und Konstruktion
Die Rumpfform zeichnet sich durch ein relativ schlankes Profil und einen tiefen Kanu-Rumpf aus, der reichlich Ballast in einem Bleikiel birgt, der mit einem Guss-Kielstummel verbolzt ist, sowie durch ein langes Skeg vor dem Ruderscharnier. Mit einer Länge über alles von 12,24 Metern und einer Wasserlinienlänge von 10,41 Metern weist die 40 einen Tiefgang von 2,00 Metern auf und verdrängt 7.501 Kilogramm, wovon 3.500 Kilogramm auf den Bleiballast entfallen – eine Zahl, die sie fest im Lager der Performance-Cruiser platziert und nicht in der Tradition schwerer Verdränger. Schotten sind direkt mit Rumpf und Deck laminiert, was für eine strukturelle Verbindung zwischen dem Innenausbau und der GFK-Schale sorgt. Das Deck ist großzügig mit Teakholz belegt, und Füllungen aus Aluminium befinden sich dort, wo sie auf den Rumpf stoßen – Details, die Beobachter jener Zeit als typisch für die Verarbeitungsstandards der Werft hervorhoben. (1)
Rigg und Handhabung
Vor dem Niedergang wird der durchgesteckte Mast von zwei Salingen mit vorne und hinten angeordneten Unterwanten gestützt – eine Konfiguration, die das Rigg für eine überlappende Genua trimmt, ohne auf Backstagen angewiesen zu sein. Selbst mit einem Paar Lewmar 55 Self-Talers ist das Einholen der großen überlappenden Genua eine gute Übung, ein Hinweis darauf, dass der Segelplan von 71,81 Quadratmetern eher auf Geschwindigkeit als auf mühelosen Einsatz mit kleiner Crew ausgelegt war. Die bescheidenen Proportionen des Hecks machen die Plicht schmaler als bei den meisten modernen Booten, sodass Sie Ihre Beine bequem zwischen den Sitzen abstützen können – eine kleine, aber aussagekräftige ergonomische Entscheidung, bei der man sicheren Halt gegen gemütlichen Platz eintauscht. Ein dreifach gefaltetes Propellerblatt steckt in einer Wellenbüste, was die Probleme von P-Schäumen eliminiert, obwohl einige spätere Boote mit Saildrives ausgestattet wurden. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Scanmar wunderschön im Mahagoni-Stil ausgebaut, mit reichlich massiven Holzleisten und Schubladen. Die über die gesamte Breite reichende Achterkabine ist großzügig dimensioniert. Diese Aufteilung reduziert zwar den Stauraum in der Plicht, bietet aber einen echten privaten Rückzugsort. Der Salon ist komfortabel gestaltet, mit Schränken über den Rückenlehnen. Das vordere Ende der Pantry und des Kartentisches wird durch ein schmales Schlüsselloch-Schott abgegrenzt, das gleichzeitig als Handlauf für die Relingstütze dient. Die große Pantry und ein Kartentisch von einer Größe, wie man sie auf moderneren Booten kaum noch findet, zeugen von einem Schiff, das für ausgedehnte Törns konzipiert ist und nicht für Wochenendtörns an der Küste. (1)
Deck und Cockpit-Ausrüstung
Das Cockpit ist von hohen Sülls umrahmt, die offene Backskisten integrieren. Zwei Backskisten befinden sich direkt achtern unter dem Steuersitz, und zusätzliche Süllskisten bieten Platz für Anker und Tauwerk. Eine hohe, begehbare Brücke im vorderen Bereich des Cockpits, Handläufe am Niedergang, zahlreiche Belüftungsöffnungen und Handläufe, die weit nach vorn reichen, tragen zu einem sicheren und durchdachten Decksplan bei. Deckel der Cockpitsitze dienen als Fluchtluken – ein Detail, das die Aufmerksamkeit der Werft auf die Notfall-Fluchtwege und nicht nur auf die Ästhetik unterstreicht. (1)
Das Fazit
Die Scanmar 40 ist eine stilvolle und wunderschön verarbeitete 40-Fuß-Yacht, die ein hervorragendes Beispiel für eine in Skandinavien nach hohen Maßstäben gebaute Performance-Fahrtenyacht darstellt. Sie belohnt Eigner, die Schotten, die fest mit dem Rumpf laminiert sind, ein straff gespanntes Rigg und einen Mahagoni-Innenraum über volumenorientierte moderne Layouts bevorzugen – auch wenn das enge Cockpit und die körperlich anspruchsvolle Genua ehrliche Kompromisse der damaligen Designphilosophie sind. (1)
Vorteile
- Schlanker Rumpf mit tiefer Kanuform und Bleiballast auf einem laminierten Kielstummel für ein berechenbares Verhalten als Performance-Cruiser
- Schotten, die direkt mit Rumpf und Deck laminiert sind, für hohe strukturelle Integrität
- Umfangreicher Innenausbau aus massivem Mahagoni und eine große Pantry mit einer überdimensionierten Kartentischplatte
- Sichere Plicht mit hohen Sülls, Seitengriffen und Decksschalen der Niedergangsluke
Nachteile
- Die enge Plicht begrenzt den Stauraum und die Lounge-Möglichkeiten im Vergleich zu modernen Konstruktionen
- Die überlappende Genua ist selbst mit Lewmar 55 Selbstholern körperlich sehr anspruchsvoll zu bedienen
- Nur etwa 20 Exemplare gebaut, was eine Kaufentscheidung aufgrund der Seltenheit und des damit verbundenen Gutachteraufwands erschwert










