Design und Abstammung
Die Grundlagen des Rumpfes reichen bis ins Jahr 2011 zurück, als die erste Saare 38 als zweite Entwicklung der Werft nach der ersten Saare 41 CC gebaut wurde. In einem Artikel für das Yachting Monthly stellten die Redakteure fest, dass die 38 beweist, dass eine moderne Fahrtenyacht keine Kimm, ein extrem breites Heck oder Doppelruder benötigt, um elegant auszusehen. Die Saare folgt einem sehr klassischen skandinavischen Designansatz mit einem einzelnen, skeglosen Spatenruder an einer zentralen Radsteuerung, einem an Deck gesteppten Mast und einem Rumpf, dessen Form bei Krängung kaum verändert – ein Grund, warum Tester das Boot so ausgewogen fanden. David Harding, der für das Yachting Monthly testete, bewertete die 38 als besser ausbalanciert als die 41, wobei er darauf hinwies, dass unterschiedliche Trimm-Einstellungen eine Rolle gespielt haben könnten. Die jährliche Produktionszahl der Werft liegt eher bei fünf als bei zehn Rümpfen, was die 38 zum kleinsten und zugänglichsten Modell in einer Palette von bis zu 47 Fuß macht. (1)
Konstruktion und Isolierung
Jede Saare teilt eine Sandwichstruktur aus Schaumstoff, und bei der 38 sorgt ein Divinycell-Kern dafür, dass Rumpf und Deck deutlich steifer und robuster sind, während gleichzeitig eine hervorragende akustische und thermische Isolierung gewährleistet wird. Die Generation 38.2 nutzt die moderne Vakuuminfusionstechnologie, und das Interieur ist komplett aus Holz gehalten – überall ist kein nacktes GFK zu sehen. Frühe Boote wurden ausschließlich in Khaya-Mahagoni fertiggestellt, während spätere Exemplare in hellem Eichenholz mit manchmal horizontalem Maserungsbild auftraten; sowohl Mahagoni als auch europäisches Eichenholz sind für den Innenausbau verfügbar. Hohe, breite Cockpitsenkel und eine feste Windschutzscheibe – ähnlich wie bei Hallberg-Rassy oder Najad – schützen die Crew, und das ergonomische Cockpit ist sicher und komfortabel. (2)
Rigg, Steuerung und Leistung
Die 7/8-Slup verfügt über großzügig dimensionierte Winschen, Beschläge und Rollen, die so angeordnet sind, dass das Boot einhand bedient werden kann. Ein Großschotbügel ist sauber in den vorderen Bereich der Sprayhood integriert, und der Steuermann findet hinter dem Rad immer sichere Steh- oder Sitzpositionen. Auf dem Wasser läuft sie hoch am Wind mit einem überzeugenden Winkel und bleibt unter allen Bedingungen schnell; die Stabilität des Rumpfes bei Krängung trägt zu einem gut ausgewogenen Gefühl bei, und sie segelt sicher und komfortabel selbst in rauer See. no-frills-sailing.com charakterisierte sie als langstreckentauglich, sehr seetüchtig und auf Allround-Leistung optimiert – etwas weniger lebhaft als eine Linjett, aber robuster bei schwerem Wetter. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die 38 eine echte Fahrtenyacht für zwei bis vier Personen. Das Vordeck beherbergt die Eignerkoje und eine sehr geräumige Nasszelle; die Toilette liegt nach vorn und kann auch unter Segel genutzt werden, mit einer großen, trennbaren Dusche vor dem Hauptschott. Im Salon sind beide Sofakojen zwei Meter lang und blicken auf einen modularen Tisch, während die Pantry an Backbord ein L-förmiges Layout mit einem 92-Liter-Kühlschrank, einem verdeckten Mülleimer und einer Seewasserpumpe bietet; zum Standardkochen dient ein zweiflammiger Gasherd, obwohl auch ein Induktionskochfeld gezeigt wurde. Ein echter Kartentisch befindet sich an Steuerbord neben dem Niedergang, und dahinter dient eine Doppelkoje Gästen oder Kindern. Achtern an Backbord öffnet sich ein begehbarer Schrank von der Pantry aus, mit zusätzlichen Staufächern im Heck. Die 38.2 kann streng als Eignerschiff nur mit der vorderen Kabine oder mit der Backbord-Gästekabine bestellt werden. Alle Innenbeleuchtungen sind LED mit integrierten USB-Anschlüssen.
Das Fazit
Die Saare 38 ist eine unaufdringlich überzeugende Fahrtenyacht aus der baltischen Werft: bescheiden in der Produktion, solide gebaut und traditionell im Layout, dennoch absolut modern in der Leichtigkeit des Segelhandlings und der angenehmen Seegängigkeit. Sie spricht Segler an, die einen bewährten skandinavischen Rumpf einer Modetrend-Showroom-Yacht vorziehen.
Vorteile
- Sandwich-Konstruktion mit Divinycell-Kern für hohe Steifigkeit und echte thermische sowie akustische Isolierung
- Klassischer Holz-Innenraum ohne sichtbare GFK-Bereiche, optional in Eiche oder Mahagoni
- Rumpfform bleibt auch bei Krängung stabil, was zu der bekannten Balance und Gelassenheit bei rauem Wetter beiträgt
- Einhand-freundliches Decks-Layout mit großzügigen, gut platzierten Winschen und Beschlägen
- Nasszelle im Vorschiff mit Bordtoilette unterwegs und großer, getrennter Dusche für zwei bis vier Personen
Nachteile
- Kein lebhaftes Sportboot – bewusst robuster und reagiert langsamer als eine Linjett
- Geringe Stückzahlen bedeuten begrenzte Auswahl auf dem Gebrauchtmarkt und langsame Wartungszyklen bei der Werft
- Spätere Eichendielen im Innenraum und synthetisches Deck signalisieren eine Entwicklungsstufe des Baus, die frühe Käufer nicht mehr erleben







