Design und Konstruktion
Der Rumpf der 9.2 ist ein konservatives, handaufgelegtes GFK-Laminat mit massivem Glas unter der Wasserlinie und einem Deck mit Balsaholzkern, das durch eine konventionelle, nach innen gerichtete Flanschverbindung geschützt wird, die wiederum von einer Aluminium-Fußreling abgedeckt ist. S2 gehörte zu den ersten Bootsbauern, die Innenräume mit Stoff auskleideten, und die 9.2 trägt eine neutrale Polypropylen-Rumpfinnerei, die gegen Schimmel behandelt wurde. Testsegler stellten fest, dass sie sich hervorragend hält und praktisch kein Wasser aufnimmt. Über der Innenschale besteht der Rest des Interieurs aus Teakfurnier-Sperrholz, Formica und massiven Teakholzleisten mit guter Verarbeitung. Das Decks-Layout zeigt sorgfältige Aufmerksamkeit für Ankerkästen, Bugbeschläge und Fallenführungen, obwohl die Durchgänge im Vorschiff etwas eng sind und die Mittelcockpit-Version einen erheblichen Sprung über den Niedergang erfordert.
Rigg und Handhabung
Die 9.2 C ist eine Masttoppslup mit einer Segelfläche von 468 Quadratfuß – 260 im Vorschiff und 208 achtern – auf einem an Deck stehenden Kenyon-Rigg mit North-Segeln als Standard, später auch Hall oder Offshore. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,41 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 280 balanciert das Boot Großsegel und Fock hervorragend aus und lässt sich leicht segeln. Tester fanden sie auf den meisten Kursen respektabel, lief sehr gut hoch am Wind und auf raumen Kursen sowie nur etwas träge vor dem Wind; in den meisten Regionen hat sie ein PHRF von 180, sechs Sekunden langsamer für den Flachkiel. Diese Option mit geringem Tiefgang reduzierte den Tiefgang von 4 Fuß 11 Zoll auf 3 Fuß 11 Zoll und ging in einer Testfahrt mit verschlissenen Segeln nicht gut Höhe. (1)
Stabilität und Segeleigenschaften
Der Ballast von 4.000 Pfund ist für die Stabilität ausreichend, trägt jedoch zu dem Ruf der Yacht als rank bei. Tester, die eine flachgehende 9.2 segelten, waren über den Krängungswinkel überrascht, und andere Eigner stimmen im Gutachten darin überein, dass das Flachboot recht leicht krängt – selbst beim tiefergehenden Modell fühlt sich manches Segeln rank an. Mehrere Eigner berichten, dass man die Segelfläche recht früh reduzieren muss, um das Boot aufrecht und gut segelnd zu halten. Das Kenterungsverhältnis von 1,92 und die Komfort-Ratio von 25,77 beschreiben ein Boot, das sich im Seegang moderat verhält, aber nicht steif ist.
Unterbringung
Die Innenraumaufteilung war der stärkste Verkaufsargument der 9.2. Das Mittelcockpit-Modell verlegt den Hauptsalon nach vorn und platziert die Nasszelle achtern, nahe und teilweise unter dem Cockpit, während die gegenüberliegende Pantry nach achtern entlang der Backbordseite verläuft und unter das Cockpit rutscht. Die Achterkabine ist geräumig mit einer querschiffs angeordneten Doppelkoje und gutem Stauraum für Backskisten, wenngleich die Mittelcockpit-Anordnung praktisch jeden Außenstauraum opfert. Die Stehhöhe beträgt 6,25 Fuß. Die Schwester mit Achtercockpit bietet großzügige Sitzgelegenheiten mit gut gepolsterten Bänken und einer guten Rundumsicht, eine große Dinette und eine Sitzecke sowie einen akzeptablen Stauraum in der Backskiste, aber ihre V-Koje ist für größere Crews etwas zu kurz.
Motor und Systeme
Der Standardmotor ist ein Yanmar 2GM Diesel mit 12 PS, obwohl einige wenige Boote aus den Jahren 1977–78 mit Atomic 4 Benzinmotoren ausgeliefert wurden. Nach 1979 waren Diesel mit 12 oder 15 PS Yanmar oder 12 PS Volvo bis 1984 sowie ein optionales Yanmar 23 im Jahr 1985 Standard. Viele Eigner berichten, dass sich das Boot mit dem Yanmar 12 und 15 sowie dem Volvo 12 untermotorisiert anfühlt; der Yanmar 15 trieb ein Testboot im Flachwasser gut an, aber laut Eigner konnte er gegen eine steile Welle nicht ankämpfen. Einige Boote wurden mit Seewasserkühlung statt mit einem Wärmetauscher verkauft.
Bekannte Schwachstellen
Die Zugänglichkeit des Motors variiert zwischen den Modellen mit Achter- und Mittelcockpit drastisch. Bei der 9.2 mit Mittelcockpit beschwerten sich viele Eigner darüber, dass eine Seite des Motors schwer zu erreichen ist und die Ölwanne unhandlich liegt. Die schmalen Seitendecks und der Übergang zum Mittelcockpit sind eher praktische Ärgernisse als Mängel. (1)
Das Fazit
Die S2 9.2 C ist eine durchdacht aufgeteilte kleine Mittelcockpit-Fahrtenyacht mit einem Innenraum, der weit über ihre Länge hinausgeht, und einem Rumpf, der nach konservativen, soliden Standards gebaut wurde. Sie ist rank und hat eine bescheidene Motorisierung, und die Platzierung des Motors im Mittelcockpit ist ein echter Kompromiss beim Wartungsaufwand. Doch die Wohnlichkeit und die saubere Decksausführung machen sie zu einer vernünftigen Option unter Gebrauchtbooten für Paare, die in geschützten Gewässern segeln und auf den Wind achten.
Vorteile
- Geräumige Achterkabine mit Querkoje und guten Schränken
- Schimmelresistenter Rumpfinnenschalen aus Stoff, der fast kein Wasser aufnimmt
- Gut ausgeführtes Deck mit feinen Details für Anker und Fallen
- Leicht zu trimmendes Boot unter Masttoppslup-Rigg
Nachteile
- Rank; erfordert frühzeitige Segelreduzierung
- Motorseite des Mittelcockpits unzugänglich, Wachstäbchen schwer zu erreichen
- Praktisch kein Stauraum im Freien bei der Mittelcockpit-Aufteilung
- Mit kleineren Dieselmotoren untermotorisiert








