Hanse 292 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Yachtzentrum Greifswald·1995 – 1998·Hanse Yachts
Hanse 292 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
29.49' · 8.99 m
Verdr.
6.173 lbs · 2.800 kg
Erstes Baujahr
1995

Die Hanse 292 ist eine 29FußPerformanceFahrtenyacht, die aus der allerersten Hanse der 1990er Jahre hervorging. Sie wurde von Carl Beyer für Hanse Yachts entworfen und von 1995 bis 1998 in Greifswald an der Ostseeküste des ehemaligen Ostdeutschlands gebaut. David Harding beschrieb sie in Yachting Monthly als eine schwedische 29FußYacht, die später in Ostdeutschland gebaut wurde. Das Boot liest sich als Weiterentwicklung dieses Gründungsmodells – der früheren 291 –, wobei derselbe Rumpf später in den Modellen 300 und 301 fortgeführt wurde. Mit einer Länge über alles (LOA) von 8,99 Metern, einer Breite von 2,78 Metern und einer Verdrängung von 6.173 Pfund bei 2.204 Pfund Eisenballast ist sie ein relativ schmaler Rumpf mit einer stattlichen Takelung. Der schlanke, ausgewogene Rumpf sorgt dafür, dass sie bei den meisten Krängungswinkeln ein leichtes Ruderverhalten zeigt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
29,49 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
26,08 ft
Breite
9,12 ft
Tiefgang
5,51 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
2.205 lbs (Eisen)
Verdrängung
6.173 lbs
Wasserkapazität
26 gal
Kraftstoffkapazität
11 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
430 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
20,44
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
35,72
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
155,36
Komfort-Ratio
18,53
Kenterungsverhältnis
1,99
Rumpfgeschwindigkeit
6,84 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf der 292 ist unter der Wasserlinie aus massivem 9½-Unzen-Laminat gefertigt, besitzt im Überwasserschiff jedoch einen Balsakern. Die Formteile sahen gut aus und zeigten kaum Haarrisse. Die Stützbalken unter Deck sind unverzichtbar, fallen aber nicht auf. Die Relingstützen wirken auf dem gelochten Aluminium-Fußreling sehr stabil, an dem auch dicke Klampen für Bug-, Heck- und Springreiter befestigt sind. Im Vergleich zur 291 erhielt die 292 ein höheres Freibord und längeres Überwasserschiff, was mehr Stehhöhe unter Deck ermöglicht. Der Kiel ist nicht als Bulbkiel ausgeführt und hat am Kielansatz eine größere Kettenstrebe als am Kielende; er trägt rund 37 % des Bootsgewichts. Die Püttinge für die nach hinten geneigten Vor- und Achterliek liegen nahe am Kajütaufbau. Eigner berichten, dass das Boot mit ausreichender Stehhöhe ausgeliefert wurde, und Yachting Monthly fand es angesichts des schlanken Rumpfes überraschend geräumig.

Rigg und Handhabung

Auf dem Wasser ist die 292 schnell und trägt ihr Segel gut für einen schmalen Rumpf mit einer großen Takelung. Die Großschot läuft zu einem Traveller direkt vor der Pinne, sodass sie leicht erreichbar bleibt, obwohl es sich bei dem Großsegel mit 4:1 nur um eine moderate Verstärkung handelt. Eine 4:1 Verstärkung am Achterstag mit einer festen Drahtstopper als Backup ist etwas unterdimensioniert, und das Achterstag-Polster könnte deutlich mehr Kraft vertragen. Viele 292er nutzen überlappende Vorsegel anstelle der originalen Selbstwendefock, und einige Crews finden, dass die Lewmar 16 Primärwinschen bei diesem größeren Segel etwas mehr Kraft erfordern. Die Seitendecks sind großzügig breit, aber die Sülls liegen sehr dicht an den Schutzleitungen. Dies verhindert, dass man sich beim Krängen weit nach hinten lehnen kann, um den Oberkörper ausgestellt zu halten. An der Pinne reagiert sie direkt und präzise, und wenn das Ruder abdriftet, wird man nur durch eine sanfte Sonnenschuss-Kenterung bestraft, nicht durch eine heftige. Probefahrten zeigten, dass sie bei Gegenstrom bis zu 7 Knoten erreichen konnte, im Seegang mit Standardsegeln 5 Knoten am Wind segelte und mit aufgerüsteten Segeln bei besserem Wind 5,3 Knoten am Wind lief – damals wie heute konkurrenzfähig.

Unterbringung

Unter Deck ist die 292 deutlich komfortabler und besser ausgestattet als die 291. Der Innenraum ist mit warmem Marinesperrholz ausgestattet, mit stoffbezogenen Polsterungen aus 8 cm Schaumstoff – mit Ausnahme der Achterkoje, die mit 4 cm Schaumstoff ausgestattet ist. Die V-Koje verfügt über Schränke und Regale unter der Koje, und zwei Sofakojen von etwa 6 Fuß 2 Zoll Länge dienen als Schlafplätze. Die achteren Nasszellen und der offene Salon mit der Vorschiffskoje verleihen dem Boot ein modernes Flair. Die Nasszellen wurden nach achtern verlegt, während die Achterkoje der 291 schräg eingebaut wurde, um eine Art Achterkabine zu schaffen. Eine funktionale Pantry neben dem Niedergang bietet eine Edelstahlspüle, einen zweiflammigen Gasherd mit Backofen, eine Gasflasche, eine Kühlbox, Schubladen und einen Schrank. Ein kleiner, klappbarer Kartentisch befindet sich am Heckende der Backbord-Salonkoje. Die Yacht verfügt zudem über einen 100-Liter-Frischwassertank mit Druckwassersystem. Das Cockpit selbst hat angenehm geneigte Sülls und eine gute Beinstützenbreite zwischen den Sitzen.

Bekannte Schwachstellen

Gutachter haben bei einigen 292s sehr feuchte Sandwich-Probleme im Kern festgestellt, insbesondere im Bereich des Mastfußes, und empfehlen eine sorgfältige Überprüfung der Befestigung des Hauptschotts und seiner Laminatverbindungen. Die Verbindung der Kielstruktur, die den Kiel trägt, muss besonders bei der Flügelkiel-Version genau untersucht werden. Der serienmäßige 10-PS-Volvo-Diesel wurde von Hanse verbaut, um die Kosten zu senken, und ist für längere Törns etwas unterdimensioniert.

Refits und Unterhalt

Der originale 10 PS Volvo Penta MD2010 war eine bewusste Sparlösung, und es ist bekannt, dass Eigner gelegentlich einen Motor mit doppelter Leistung nachrüsten. Der Kauf eines neuen Achterstags lohnt sich für alle, die Regatten segeln oder das Boot intensiv nutzen. Die Größe der Winsche sollte ebenfalls berücksichtigt werden, wenn überlappende Vorsegel gefahren werden. Das massive Laminat unter der Wasserlinie und die schönen Formen des Überwasserschiffs deuten auf eine einfache Struktur hin, solange Kern und die Schottenverbindungen intakt sind.

Das Fazit

Die Hanse 292 ist eine schnelle, gut aussehende Performance-Fahrtenyacht von knapp unter 30 Fuß Länge, die sich weiterhin extrem segelfreudig und leicht zu handhaben zeigt. Sie belohnt eine sorgfältige Prüfung des Rumpf- und Kielguts, bietet aber einen geräumigen, modernen Innenraum auf einer bewährten Rumpflinie.

Vorteile

  • Der schlanke, ausgewogene Rumpf sorgt für ein leichtes Rudergefühl und ein sanftes Sonnenschussverhalten
  • Geräumigerer, komfortablerer Innenraum als bei der 291 mit separaten Nasszellen achtern und offenem Raumkonzept
  • Schnell und konkurrenzfähig mit Standard- oder upgegradeten Segeln (1)

Nachteile

  • Feuchter Sandwichkern im Bereich des Mastfußes und fragwürdige Schotten-Anbindung erfordern ein Gutachten
  • Unterdimensionierter Standardmotor und der Kauf eines neuen Achterstags (1)

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