Design und Konstruktion
Bruce Farr zeichnete die 9.2 Ende der 1970er Jahre als Entwurf Nummer 87, und das Boot trägt seine Regatta-DNA in den Zahlen: Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 122 ordnet es eindeutig zu den leichten Regattayachten ein, während ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 35 Prozent und ein Längen-Breiten-Verhältnis von 3,25 einen schmalen, steifen Rumpf mit 1.294 Pfund Blei beschreiben, das tief getragen wird. Rumpf und Deck bestehen aus massivem GFK, die benetzte Fläche beträgt etwa 279 Quadratfuß. Farr bot die 9.2 mit verschiedenen Kielalternativen an – einem Flossenkiel mit einem Tiefgang von je nach Beladung etwa 5,2 bis 5,5 Fuß und einem Hubkiel, bei dem es sich um einen vertikal aufholbaren Kiel handelt, der den Tiefgang auf etwa 1,4 bis 1,7 Fuß reduziert, sodass das Boot in flachen Marinas liegen kann. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Rigg trägt ein Großsegel und eine Genua an 10-mm-Fallen mit einer Länge von rund 88 Fuß sowie 12-mm-Schoten, die auf die 30-Fuß-Wasserlinie abgestimmt sind. Unter dem Referenzsegel nach ISO 8666 beträgt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 22,1, was mit einer 135-prozentigen Genua auf 25,3 steigt – ausreichend, um das Boot bei mäßigem Wind lebendig zu halten. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,8 Knoten, und die gemeldeten berechneten Höchstgeschwindigkeiten liegen bei etwa 5,5 Knoten mit einem Volvo Penta MD10 und 7,4 Knoten mit einem Volvo Penta 2002. Letztere überschreitet die theoretische Verdrängungsgeschwindigkeit und spiegelt den Charakter eines leichten Regattabootes wider. Ein Kenterungsverhältnis von 2,23 bedeutet, dass der Entwurf nicht die Grenzwerte für Hochseeregatten erfüllen würde, und das Komfort-Ratio von 13,5 signalisiert ein festes, sportliches Seeverhalten anstelle eines weichen Bewegungsverhaltens auf See.
Unterbringung
Ein Verdrängungsverhältnis von etwa 836 Pfund pro Zoll und eine Wasserlinie von 25 Fuß 9 Zoll beschreiben ein Boot, das leicht auf dem Wasser liegt und sich schnell trimmt, wenn Crew und Vorräte hinzukommen – eine Folge der leichten Regattadeplacement von 4.661 Pfund und nicht etwa eines bestimmten Kabinenplans.
Refits und Eignerschaft
Käufer eines gebrauchten 9.2 werden feststellen, dass im Laufe der Produktion verschiedene Motorenvarianten verbaut wurden. Die Tabelle zeigt eine Großschot von 75,6 Fuß, Genua- und Fockschoten von 30,2 Fuß, Spinnakerbeschläge an passenden 88-Fuß-Fallen sowie Cunningham, Unterliekstrecker und Unterliekspanner an einer 10-mm-Leine mit etwa 13 bis 27 Fuß Länge. Diese Maße ermöglichen es einem neuen Eigner, das laufende Gut ohne Vermutungen nach den Originalspezifikationen zu erneuern.
Das Fazit
Die Farr 9.2 ist ein leichter Regattaboot von Bruce Farr, der Komfort auf See gegen Zugang zu flachen Gewässern und Geschwindigkeit unter Genua eintauscht. Die Option mit Hubkiel ist der große Trumpf, der aus einem 5,5-Fuß-Flossenkieler einen Flachkiel-Kreuzer mit 1,4 Fuß Tiefgang macht, während das 7/8-Rigg und die geringe Verdrängung sie über einen weiten Windbereich hinweg schnell machen.
Vorteile
- Der vertikal aufholbare Kiel reduziert den Tiefgang auf ca. 1,4 Fuß für flache Marinas
- Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von bis zu 25,3 unter einer 135 % Genua
- Solider GFK-Rumpf und Deck mit lückenlos dokumentierten Riggmaßen
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,23 schließt eine Teilnahme an Hochseeregatten aus
- Die Komfort-Ratio von 13,5 deutet auf ein hartes, weniger gutmütiges Seeverhalten hin
- Die Vielseitigkeit des geringen Tiefgangs wurde zugunsten des Komforts auf See geopfert









