Design und Konstruktion
RM baut die 1070 aus epoxidharz-impregniertem Okoumé-Sperrholz auf einem verzinkten Stahlrahmen – eine Methode, die die Werft seit über 25 Jahren anwendet und unter Serienwerften einzigartig bleibt. Dieses Sperrholz erzeugt im Epoxidverband eine langlebige, verrottungs- und osmosebeständige Oberfläche, die sich leicht reparieren lässt, obwohl der Prozess extrem arbeitsintensiv ist und nicht billig kommt. Mit 4.900 kg Leergewicht, 1.598 kg Eisenballast bei einer Breite von 4,00 m und einer Wasserlinie von 10,55 m ist sie 1,3 Tonnen schwerer als eine ähnlich große Pogo 1050. Dennoch spürt man die Steifigkeit des Sperrholz-Epoxid-Rumpfes in Kombination mit dem Metallgerüst am Ruder als ein spielendes, angenehmes Boot zum Segeln. Eine Schwenkkiel-Version reduziert den Tiefgang von 2,92 m auf 1,15 m für Flachwasserreviere, während der Standard-Flossenkiel 1,68 m tief ist. (1)
Rigg und Handhabung
Die 1070 ist ein 7/8-Cutter mit der Option eines Stagsegels, und ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 24,7 bringt ihre Werte näher an eine J/111 oder Pogo 1050 als an einen typischen Fahrtenyacht-Anker. Ein deutsches Großschotsystem leitet die Travellerlast nach vorn zum Baum und zurück zu den Winschen an den jeweiligen Steuerrädern, wodurch das breite Heck optimal für die Form des Großsegels genutzt wird. Die primären Winschen befinden sich im Innenraum neben dem Niedergang mit einer tiefen Box zur Aufbewahrung der Leinenenden des laufenden Guts. Unter Segeln krängt sie schnell und leicht, setzt sich dann angenehm auf ihrer Kimm auf, wo der reduzierte benetzte Widerstand ein tolles Gefühl für Geschwindigkeit vermittelt. Bei der Prüfung erreichte sie 7–7,5 Knoten am Wind bei 11–12 Knoten wahrem Wind, obwohl ihre dreieckige Rumpfform eine beträchtliche benetzte Fläche aufweist, die bei leichtem Wind zum Tragen kommt und die Höhe am Wind einschränkt – sie lag trotz eines 3 m hohen Hubkiels 10 Grad niedriger als eine nahegelegene Hanse 315. Auf raumen Kursen mit einem asymmetrischen Spinnaker erreichte sie im Durchschnitt 8,5–9 Knoten bei 12–14 Knoten Wind und konnte mit etwas Hilfe der Wellen ins Gleiten kommen, um kurzzeitig zweistellige Werte zu erreichen. Zwillingsruder sorgen für ein neutrales Rudergefühl mit tiefer, direkter Rückmeldung. (1)
Unterbringung
Unter Deck hebt das hohe Kajütdach den Salon an, um eine erstaunliche Menge an natürlichem Licht einzulassen, und die natürliche Isolierung des lackierten Sperrholzes macht Innenschalen überflüssig, während die Breite von 13 Fuß im 35-Fuß-Rumpf für enormen Platz sorgt. Es gibt 4 bis 6 Kojen, lange 2,05 m lange Sofakojen, eine große Pantry und eine vollwertige Navigationsecke; das Zwei-Kabinen-Layout lässt das Backbord-Achterdeck als Lagerraum und Arbeitsbereich hinter den Nasszellen erhalten, und gute Bilgenstauräume befinden sich unter dem Salon und der Pantry. Die Kabinen sind eher spartanisch, aber die Stauraummöglichkeiten sind reichlich vorhanden, und Käufer konnten aus 12 Polsterfarben wählen. Der ursprüngliche Innenraum, obwohl recht hell und geräumig, galt als Schwachpunkt des Bootes – ein Mangel, den RM mit einer kompletten Neugestaltung unter Deck beim Modell 1070+ behebte. Dieses Update brachte glänzend weiße lackierte und matte Anthrazit-Arbeitsplatten, Holzleisten an zahlreichen Fenstern, einen echten Teaksalontisch und ein unverkennbar modernes, helles Ambiente, das die 1070+ von den meisten Marktangeboten abhebt. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Innenraumoptionen der 1070 vor dem Refit waren ihr größtes Manko, niemals die Struktur; der Sperrholz-Epoxid-Rumpf selbst ist rott- und osmosebeständig und einfach zu reparieren. Die benetzte Fläche des dreieckigen Heckbereichs ist das einzige Performance-Hindernis, das das Kreuzen bei leichtem Wind mehr beeinträchtigt, als es der Segelplan allein vermuten lässt. Das schwache Glied war immer der Wohnraum, was in der Plus-Version nun behoben wurde. (1)
Das Fazit
Die RM 1070 ist eine markante, steife und schnelle Sperrholz-Fahrtenyacht, die absoluten Leichtwind-Laufgut gegen Leistung auf raumen Kursen und ein außergewöhnlich helles, geräumiges Innenraumkonzept eintauscht. Die 1070+ behebt die Schwachstellen der früheren Kabinenaufteilung, ohne den bewährten Rumpf zu verändern.
Vorteile
- Einzigartiger Serien-Sperrholz-Epoxid-Rumpf auf Stahlrahmen: steif, fäulnisresistent und reparierbar
- Leichtgängiges, agiles Rudergefühl mit reduzierter benetzter Widerstand am Knickspant und Gleitfähigkeit auf raumen Kursen
- Riesiger, lichtdurchfluteter Innenraum mit 13-Fuß-Breite, praktischer Stauraum und einer vollwertigen Navigationsecke
- Schwenkkiel-Option für einen Tiefgang von 1,15 m; Kuttertakelung mit Stagsegel-Option
Nachteile
- Das beträchtliche benetzte Segelfläche behindert das Laufen von Höhe bei leichtem Wind
- Die arbeitsintensive Bauweise sorgt für hohe Unterhaltskosten
- Der ursprüngliche Innenraum war vor der Überarbeitung zur 1070+ das schwächste Glied des Bootes





