Design und Konstruktion
Die Rumpfform von Jeppesen ist ein moderater Einrumpfer mit einer Verdrängung von 9.700 Pfund, einer Breite von 10,8 Fuß und einer Wasserlinienlänge von 28,2 Fuß. Dies ergibt ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,37 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 192, was das Boot eher zu einem moderaten Regattasegler als zu einer schweren Fahrtenyacht macht. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 42 Prozent, und der Sandwich-Rumpf mit Balsakern wurde speziell zur Verbesserung des Klimas unter Deck konstruiert – ein Detail, das sie von zeitgenössischen Booten aus massivem Laminat unterscheidet. Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus GFK gefertigt, aber die Werft bot das Modell auch zum Selbstausbau an, weshalb einzelne Boote in der Ausführung variieren können. Diese Unterschiede sollten bei der Betrachtung eines Exemplars berücksichtigt werden, da Werft- und Amateurbauten nur das gleiche strukturelle Konzept teilen.
Rigg und Leistung
Das 7/8-Slup-Rigg trägt eine Segelfläche von 571 Quadratfuß, und das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung liegt bei 19,7 für das ISO-Referenzsegel und steigt auf 22,5 mit einer 135-prozentigen Genua. Diese Werte beschreiben ein Boot, das lebendig ist, ohne extrem zu sein, gepaart mit einem 192er DL-Verhältnis. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,1 Knoten, während im Register ein berechneter Höchstwert von etwa 4,0 Knoten sowie eine relative Geschwindigkeitsleistung von 82 auftauchen. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,03 – ein Wert, der sie von offiziellen Hochseeregatten ausschließen würde – und die Komfort-Ratio liegt bei 20,3 mit einem Tiefgangswert nahe 189 kg/cm. Die benetzte Fläche beträgt etwa 355 Quadratfuß, und der Tiefgang variiert je nach Beladung zwischen 6,07 und 6,37 Fuß, was ihren Einsatz auf großen Marinas beschränkt.
Unterbringung
Im Innenraum bietet die Ravage 36 eine überdurchschnittliche Stehhöhe und einen Mahagoni-Innenausbau im Stil vieler Boote ihrer Ära. Das gleiche Balsaholz-Sandwich, das das Kabinenklima mildert, trägt auch zu einem wohnlichen Volumen innerhalb der 36-Fuß-Limitierung bei. Es ist bewiesen, dass die Kabine so gebaut ist, dass man darin bequem stehen kann, und mit traditionellem Hartholz statt Laminat ausgestattet ist.
Bekannte Schwachstellen
Das größte Achtung gebietet das Selbstbauprogramm, das zu potenziellen Qualitätsunterschieden zwischen den Rümpfen führte, sowie der Saildrive, der bei jedem Gebrauchtboot eine genaue Inspektion hinsichtlich Dichtungen und Korrosionsgeschichte erfordert. Der Balsakern, falls er durch Schrauben oder Stöße beschädigt wurde, birgt das übliche Risiko von Feuchtigkeitseintritt bei Sandwichbooten.
Refits und Eignerschaft
Die Überlegungen für Käufer oder Eigner konzentrieren sich auf die geringe Stückzahl und die unterschiedliche Herkunft der Flotte. Ein Käufer oder Eigner, der eine Ravage 36 begutachtet, sollte frühzeitig klären, ob der Rumpf die Werft Bianca A/S oder eine andere Werft verlassen hat oder privat fertiggestellt wurde, da dies die Konsistenz von Struktur und Systemen beeinflusst. Der Saildrive und der Blei-Flossenkiel sind bei vorhandenen Wartungsnachweisen einfach zu warten, und die moderate benetzte Oberfläche hält die Antifouling-Fläche überschaubar.
Das Fazit
Die Ravage 36 ist ein durchdacht proportioniertes Entwurf der späten 1970er Jahre von einer renommierten dänischen Werft mit einem Leistungspotenzial, das sich bei viel gesegelter Fläche auszahlt, und einer komfortablen, umweltfreundlichen Kabine. Die geringe Stückzahl und die Option zur Selbstausbau-Ausbildung machen eine sorgfältige Besichtigung unerlässlich, aber das Konzept dahinter ist solide.
Vorteile
- Rumpf mit Balsakern zur Verbesserung des Kabinenklimas
- Sportliche Regatta-Proportionen mit einer durch die Genua getriebenen Segelfläche von 22,5
- Überdurchschnittliche Stehhöhe im Innenraum mit traditionellem Mahagoni-Innenausbau
Nachteile
- Die Eigenbautradition führt zu Qualitätsunterschieden zwischen den Booten
- Der Tiefgang von 1,85–1,94 m schränkt den Hafenzugang ein
- Das Kenterungsverhältnis von 2,03 schließt Regatta-Einsätze auf offenen Ozeanen aus






