Design und Konstruktion
Der Rumpf besteht aus einem massiven Laminat aus Glasgewebe und Kunstharz, während für das Deck und die Kajütaufbauten ein Balsaholzkern mit Endfurnier zwischen den Glasfaserschichten zur Steifigkeit sorgt. Die innere Struktur basiert auf Sperrholzschotten, Längsträgern und GFK-Innenschalen. Das Deck trifft am Rumpf auf eine nach außen gerichtete Flanschverbindung, die mit Durchgangsbolzen verbunden ist und von einer Kunststoffform überdeckt wird – eine Verbindung, die ansonsten stark und sicher ist, aber anfällig für Schäden durch leichte Kollisionen mit Stegen und Pfählen ist. Die Bau- und Ausführungsqualität von Pearson liegt über der von Einsteiger-Serienwerften. Es wurden zwei Unterwasserkonfigurationen angeboten: ein Flossenkiel mit einem Tiefgang von 6 Fuß 6 Zoll und eine Kielschwert-Version mit 4 Fuß 2 Zoll Tiefgang bei aufgeholtem Schwert und 8 Fuß 3 Zoll Tiefgang bei abgesenktem Schwert, wobei letztere um zusätzliche 850 Pfund schwerer ist, um ihren etwas höheren Schwerpunkt auszugleichen. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup verfügt die 36-2 über eine Segelfläche von 660 Quadratfuß, bestehend aus einem Großsegel von 297 Quadratfuß und einem Vorsegeldreieck von 363 Quadratfuß auf einem Rigg, das für hervorragende Leichtwindleistung ausgelegt ist und sich bei zunehmendem Wind durch einfaches Reffen ausgleichen lässt. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,5 und ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 259 kennzeichnen sie als moderat leicht und schnell, ohne nervös zu sein. Testsegler fanden sie gut ausbalanciert und frei von ungewöhnlichen Segeleigenschaften, was der berechenbaren Designphilosophie von Shaw entspricht. Die Werft gab eine hervorragende Steuerbarkeit unter Segeln und unter Motor an. Die Version mit tiefem Kiel erhielt in der SpinSheet-Bewertung von 2004 eine PHRF-Einstufung von 138, wobei die durchschnittliche Bewertung bei fast allen Konfigurationen bei 129 lag.
Unterbringung
Unter Deck tauscht die 36-2 die Größe der Plicht gegen Innenraumvolumen ein: Die Plicht ist klein, bietet aber vier Erwachsenen bequem Platz mit geschwungenen, aufgeräumten Sitzen und einem tiefen Stauraum im Backbordsitz. Ein geteiltes Heckgeländer gibt Zugang zu einer am Spiegel montierten, klappbaren Badeleiter. Im Vorschiff bietet die V-Koje Kabine Privatsphäre, Stehhöhe, einen Hängeschrank an Steuerbord und eine Schublade an Backbord. Der Salon verfügt über eine U-förmige Dinette an Steuerbord für fünf Personen, die sich zu einer Doppelkoje umbauen lässt, sowie über eine Sofakoje an Backbord und eine L-förmige Pantry achtern mit einer doppelten Spüle, einer von oben beladenen Kühlbox sowie einem Propangasherd und -ofen. Gegenüber befindet sich eine kleine Navigationsecke, gefolgt von einem feuchten Stauraum und einer Nasszelle/Dusche – ohne separaten Vorhang, was bewusster Kompromiss für mehr Platz war. Achtern an Steuerbord bietet die Achterkabine eine Doppelkoje in Queen-Size und einen Hängeschrank, wobei die Hälfte unter der Plicht liegt und nur begrenzte Stehhöhe bietet. Zwei separate Kabinen an jedem Ende teilen sich eine Nasszelle, die ungestört genutzt werden kann, und das Layout ermöglicht es, bis spät zu lesen oder Spiele zu spielen, ohne die anderen zu wecken. Der Stauraum, der nicht sichtbar ist, ist im gesamten Boot ungewöhnlich großzügig bemessen.
Bekannte Schwachstellen
Rumpfböden, die nicht mit einer Osmose-Sperre behandelt oder repariert wurden, weisen häufig mäßige bis gelegentlich schwere Osmoseblasen auf, und eine gründliche professionelle Reparatur ist teuer. Die Anfälligkeit der Rumpf-Deck-Verbindung für Berührungen im Hafen erfordert eine genaue Inspektion auf Schäden. Das Teak-Fußreling ist zu klein, um als sicheres Standbein auf dem Seitendeck zu dienen, und die Positionierung des Motors unter dem Pantrytisch begrenzt den Stauraum in diesem Bereich. (1)
Eigentümer-Hinweise
Der 30 PS starke Yanmar-Diesel liegt nahe dem Längsdruckpunkt unter der Pantry und ist von drei Seiten zugänglich, was den Wartungsaufwand minimiert. Eine Radsteuerung ist serienmäßig. Das Vordeck ist frei und verfügt über einen Ankerkasten im Bug, der feuchte Leinen vom Salon fernhält. Der Ruf von Pearson für überdurchschnittliche Qualität und das seglerische Charakteristikum des Bootes haben es bei Fahrtenseglern beliebt gemacht, die ein berechenbares Handling und ein geräumiges Layout mit zwei Kabinen schätzen.
Das Fazit
Die Pearson 36-2 ist eine gut durchdachte Fahrtenyacht mit Achtercockpit, die privaten Wohnraum und ein berechenbares Handling von Shaw einer großen Außenfläche vorzieht. Eine solide Bauweise und eine vielseitige Schwertoption erhöhen ihren Attraktivität, aber Blasenbildung und eine anfällige Decksverbindung sind wichtige Punkte für Eigner zu berücksichtigen.
Vorteile
- Zwei wirklich private Doppelkabinen mit gemeinsamem Zugang zur Nasszelle
- Berechenbares, gut ausgewogenes Segelverhalten mit guter Leichtwindtakelung
- Überdurchschnittliche Pearson-Bauweise und Verarbeitungsqualität
- Dreiseitiger Motorzugang für Wartungsarbeiten
Nachteile
- Häufige Osmoseblasenbildung, wenn nicht gepflegt oder repariert
- Deck-Rumpf-Verbindung anfällig für leichte Kollisionsschäden
- Kleine Plicht und kein separater Duschraum
- Fußreling ist als Stütze unzureichend







