Konstruktion und Struktur
Bill Dixons Partnerschaft mit der Passport-Werft für die Vista-Serie führte zu einem Rumpf aus handaufgelegtem massivem GFK mit Aramidverstärkung und Vinylesterharz, gestützt durch Längs- und Querwänze. Der Gelcoat ist isophthals für Blasenresistenz, und ein wasserdichtes Vordecksschott fungiert als Kollisionsbarriere. Das Deck ist mit geschlossenzelligem Schaumkern versehen und an den Stellen verstärkt, an denen die Beschläge aufliegen. Was den Innenraum auszeichnet, ist, dass der Innenausbau nach dem Aufbau des Decks in der Werft installiert wurde, sodass er komplett aus der Kabine entfernt werden kann. Da die Möbel nicht tragend sind, konnte die Werft die Aufteilung fast nach jedem individuellen Wunsch anpassen. Die Elektrik und Sanitärinstallation sind leicht nachzuvollziehen markiert – ein Detail, das sich über die gesamte Lebensdauer des Bootes auszahlt. (1)
Rigg und Segelhandling
Passports Tradition des doppelten Riggs setzt sich hier fort. Das Testboot trug eine Selbstwendefock im Inneren sowie eine 130-Prozent-Genua am äußeren Vorstag – ein Solent-Rigg, das das Segeln mit kleiner Crew einfach hält. Thom Wagner von Passport hat gesagt, dass er auf Booten dieser Größe wie der 545 lieber battenlose Rollgroßsegel bevorzugt, eine Herstellerpräferenz, die den Standard-Segelplan prägt. Mit einer Segelfläche des Vorsegeldreiecks von 100 Prozent (ca. 97 m²) und einem Masttoppslup-Rigg ist das Boot so gebaut, dass es auch ohne große Crew an Deck anspringt. (1)
Leistung unter Segeln und Motor
Bei einer Brise von 12 bis 14 Knoten beschleunigten die Testsegler auf einem Halbwindkurs auf über 7 Knoten und hielten hoch am Wind knapp über 6 Knoten. Wenn Böen auf 20 bis 23 Knoten anstiegen, legte der Rumpf sich tief ins Wasser und hielt einen stabilen Kurs durch die Wellen. Das Boot ging leicht über etwa 80 Grad durch. Unter Motor drehte der Yanmar mit 110 PS bei 2.200 U/min für 8,2 Knoten Fahrt, und das Boot drehte sich um etwa 1,5 Bootslängen. Der zweistufige Gori-Proppeller des Testbootes war im niedrigen Drehzahlbereich für normales Motoren und im hohen Drehzahlbereich zur Erhöhung des Radeffekts für das fast seitliche Anlegen mit dem Bugstrahlruder ausgelegt. Im hohen Drehzahlbereich sorgte er zudem für ein leiseres und effizienteres Motorsailing bei leichtem Wind. Der Rezensent registrierte einen Motorenlärm von 77 dBA, was etwas mehr ist als bei einem Boot dieser Größe zu erwarten. (1)
Unterbringung
Das getestete Layout platzierte Doppelkojen-Kabinen achtern und vorn, jeweils mit einer geräumigen Nasszelle und Dusche, flankiert von einem Salon mit einer Sofakojüte an Steuerbord und einer Essecke an Backbord. Eine Längsküche verlief entlang des Durchgangs an Steuerbord, und eine Navigationsecke an Backbord verbarg eine Waschmaschine/Trockner dahinter. Die Stehhöhe beträgt 7 Fuß 2 Zoll, die vorderen Kojen messen 6 Fuß 5 Zoll mal 4 Fuß 10 Zoll, und die Achterkoje ist 6 Fuß 6 Zoll mal 5 Fuß groß. Wagner wies darauf hin, dass der Plan eine dritte Kabine zulässt, wenn die Navigationsecke über den Salon versetzt wird, um die Sofakojüte zu ersetzen. Ein fester Windschutz befestigt das Sprayhood und den Sonnenschirm und schützt den Steuermann vor Wettereinflüssen. (1)
Das Fazit
Die Vista 545 ist ein durchdacht konstruiertes Flaggschiff: Ein bewährter Rumpf, der übernommen und am Heckbereich verlängert wurde, ein demontierbares, nicht tragendes Innenraumkonzept, das individuelle Anpassungen ermöglicht, und ein doppeltes Solent-Rigg, das die 54 Fuß mit kleiner Crew leicht handhabbar macht. Sie segelt bei Wind steif und schnell und läuft dank eines cleveren Zweigang-Propellers effizient. Die größten Kritikpunkte sind das im Test festgestellte Motorenlärm-Niveau und die Tatsache, dass eine 38.000 Pfund schwere Fahrtenyacht trotz Bugstrahlruder und Propellerwirkung (Prop-Walk) weiterhin sorgfältige Hafenmanöver erfordert.
Vorteile
- Mit Längsträgern und einer Kollisionsschott verstärkter Rumpf aus aramidverstärktem Verbundstoff
- Demontierbarer Innenausbau und nicht tragende Möbel ermöglichen die Anpassung im Werft
- Das Solent-Doppelkopf-Rigg vereinfacht das Segelhandling mit kleiner Crew
- Starke Leistung: 7+ Knoten auf Halbwindkurs, stabil bei Böen von 20–23 Knoten
- Zwei-Gang-Gori-Proppeller und Bugstrahlruder erleichtern das Anlegen und das Motoren
Nachteile
- Motorgeräusch von 77 dBA unter Motor
- Die große Verdrängung erfordert erfahrene Handhabung in engen Häfen




