Design und Konstruktion
Frers verlieh der 54 eine zurückhaltende, elegante Rumpfform mit gut proportionierten Freibordlinien und Überhängen, von denen der Designer eine zeitlose Anziehungskraft erwartete, sowie einen geneigten Vorsteven mit Flossenkiel und einem schrägen Spiegel, die an Frers’ Swan-Styling der 1980er Jahre erinnern. Der Rumpf ist eine einklappige GFK-Hülle, verstärkt mit Vinylester-Laminat, während die Sandwich-Komponenten – Rumpf, strukturelle Schotten und das Teakdeck – geschlossenzelliges Schaumstoffmaterial in einer Vinylester-Sandwichbauweise verwenden. Wasserdichte Schotten trennen die Backskiste und die Bugkabine vom zentralen Innenraum. Gebaut in Pietarsaari, Finnland, ist die 54 eine robust konstruierte Yacht, die wie ein echter Ziegelklotz gebaut ist. Ihr moderater Verdrängerrumpf und ihr leistungsstarker Bleikiel sorgen für ein besonders stabiles und sanftes Seeverhalten, und ein V-förmiges Querschnittsprofil unter der Wasserlinie ist ein bewährter Ansatz für ein komfortables Verhalten am Wind. (2)
Rigg und Handhabung
Das Slup-Rigg trägt einen Carbon-Seldén-Rigg mit zwei Salingen und ein geteiltes hydraulisches Achterstag. Die Großschot ist auf dem Kajütdach und nicht in der Plicht montiert, sodass ein breites Bimini auch unter Segel aufrecht stehen kann. Für die doppelten Großschoten gibt es keinen Traveller; sie werden zu einer Winschpaar direkt vor dem Steuermann geführt. Alle anderen Schoten und Reffleinen laufen unter Deck durch Schächte zu den Winschen und Fallstoppern in der Plicht. Die Fockfäden liegen auf dem Kajütdach, um das Halsen zu erleichtern und die Seitendecks frei zu halten. Vier elektrische Winschen an den Sülls befinden sich nahe den achteren Steuerständen, und ein Paar Bugklauensegel sind für asymmetrische Spinnaker-Wenden aufgetakelt. Der großzügige Segelplan verspricht einfache Handhabung, und das hochgezogene Ruder sorgt für eine beeindruckende Kontrolle über das Boot.
Leistung
Frers plante den Prismenverhältnis für eine überdurchschnittliche Allround-Geschwindigkeit von über 8 Knoten, und die relativ lange Wasserlinie mit einem hohen Auftriebsschwerpunkt sorgt für Formstabilität. Der 110 PS starke Yanmar mit geradem Wellenantrieb trieb das Testboot auf 8,6 Knoten bei 2.500 U/min und segelte im Leerlauf bei 6,5 Knoten bei 1.600 U/min; unter Segeln schaffte sie bei 3 bis 4 Knoten Wind 2,9 Knoten am Wind. Die Tester berichteten von einer angenehmen Bewegung ohne hartes Einsetzen gegen eine moderate Welle am Wind, und beide Kielkonfigurationen bleiben moderat belastet und verlieren niemals an Fahrt am Wind, wobei in allen Bedingungen eine gute Ruderkontrolle gegeben ist.
Unterbringung
Unter Deck bietet das ursprüngliche Layout drei Doppelkabinen – eine Eignerkabine im Vorschiff mit Inselbett, eine zentrale Gästekabine und eine Achtergästekabine – sowie eine vierte technische Kabine an Steuerbord für Systeme, Generator und Waschmaschine, die sich auch als Crew-Koje umbauen lässt. Der Salon beherbergt eine dreimeter lange C-förmige Sofakombination mit zentraler Tischplatte und zwei Stühlen. Die L-förmige Pantry befindet sich neben dem Niedergang im stabilsten Bereich des Bootes und bietet die Option für drei Kühlschränke. Eine nach vorn gerichtete Navigationsecke und ein klappbarer Tisch sorgen für zusätzliche Sitzflexibilität, und naturbelassener Eichenholz-Ausbau verleiht dem Interieur eine helle, edle Atmosphäre. Zwei Nasszellen flankieren den Salon vorn und achtern auf gegenüberliegenden Seiten.
Evolution von Deck und Refit
Das Deck ist minimalistisch und aufgeräumt gestaltet. Der Spiegel lässt sich elektrisch in eine 2,5 Meter lange Badeplattform und ein privates Sonnendeck klappen. Für das Jahr 2019 integrierte Nautor eine Badeleiter am Spiegel, überarbeitete die Ankerkiste für mehr Kette und besseren Zugang zum Ankerwaschen, fügte einen unter Deck verlaufenden Kettenweg mit Wasseraustrittsverhinderer hinzu und verbesserte den Motorzugang durch ein größeres Schott der Backbord-Kabine. In diesem Jahr wurde zudem der Boden der Achterkabine ebenisiert, die Backbordkoje verbreitert, die Türgriffe weniger störend gestaltet, ein neuer Gashebel eingebaut und eine Bluetooth-Stereoanlage installiert.
Das Fazit
Die Swan 54 ist eine anspruchsvolle, echte Hochsee-Fahrtenyacht, die Frers' durchdachte Rumpfform mit einer geschützten, autarken Plicht und einem hellen, praktischen Innenraum verbindet. Sie ist auf Eignergehäuse ausgelegt, bietet aber dennoch viel Komfort für sechs Personen. Die 2019 vorgenommenen Optimierungen zeigen, dass die Werft den Bedürfnissen von Liveaboards aufmerksam zuhört.
Vorteile
- Stabiles, weiches Seeverhalten durch moderate Verdrängung und Bleikiel
- Aufgeräumtes Deck und klare Takelage auf dem Kajütaufbau für einfache Handhabung mit kleiner Crew
- Vielseitige vierte Kabine für Systeme oder Crew
- Klappbare Badeplattform und durchdachte Upgrades aus dem Jahr 2019
Nachteile
- Mäßige Tankkapazitäten für das Langstreckensegeln im Einhandbetrieb
- Der tiefe Standardtiefgang schränkt einige flache Reviere ein









