Design und Konstruktion
Frers verlieh der 54 einen Rumpf mit einer Wasserlinie von 46 Fuß 11 Zoll bei einer Länge über alles von 54 Fuß 11 Zoll. Die Konstruktion folgt dem für die Werft späterer Jahre typischen Entwurf eines massiven GFK-Rumpfes mit Blei im tiefen Bilgenbereich unter Deck und einer Mittelcockpit-Deckstruktur. Der Spiegel ist komplett geschlossen, wenn die Badeplattform hochgeklappt ist, und lässt sich per Funkfernbedienung herunterklappen, wodurch eine riesige Badeplattform entsteht. Ein neues Stegsystem erleichtert den Einstieg in das Cockpit, dessen Teakholz bündig mit dem Gelcoat abschließt. Die Luken (Dorade-Ventilation) sind innovativ konstruiert und nutzen leichte Bälle, die aufsteigen und die Luke abdichten, wenn das Deck zu viel Wasser nimmt. Das in den Kajütaufbau integrierte Sundek ist frei von Winschen, Schienen, Fallstoppern und Luken, selbst die Decksluke ist bündig in das Teakholz eingepasst. Ein begehbarer Maschinenraum mit einer großen Tür ist ein direkter Vorteil des Mittelcockpits, und dieser Bereich ist sorgfältig akustisch isoliert, wobei perforierte Aluminiumplatten die Isolierung abdecken. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist ein Masttoppslup mit drei Salingen, wobei die Salingen für zusätzliche Stabilität und mehr Freiraum raumschots nur um drei Grad zurückgepfeilt sind, ergänzt durch Vor- und Achterliekstrecker. Ein festes hydraulisches Kutterstag mit einem Spritzstag sorgt für Sicherheit auf See, und das Vorstag ist etwa 19,2 Zoll unter dem Masttopp abgesenkt, um Platz für einen asymmetrischen Genuaschotgurt zu bieten. Die Hydraulik durchdringt den gesamten Segelplan: Das Großsegel wird hydraulisch ausgerollt, die Unterliekspannung wird hydraulisch gesteuert, und Baumniederholer sowie Achterstag werden über ein Panel am Steuerstand bedient, ebenso wie die Genua und das feste Kutterstag. Die leistungsstarken Vorsegelwinschen sind elektrisch angetrieben mit Soft-Start-Funktion, und standardmäßig sind sowohl die Winschen der Genuaschoten als auch eine der beiden Großschotwinschen elektrisch. Der Volvo Penta D4-180, mit 180 PS am Kurbelwellenende und 500 Nm Drehmoment, summt angenehm und liefert 8 Knoten bei 1400 U/min, unterstützt durch einen effizienten dreiflügeligen, zweistufigen Gori-Faltpropeller und eine AquaDrive-Umlenkrolle. Quellen gehen bezüglich des kleineren Standardmotors, der in einer Rezension erwähnt wird, unterschiedlich auseinander.
Unterbringung
Die Standardaufteilung bietet drei Kabinen mit unterschiedlichen Optionen für die Pantry-Position, und die Werft stellt mehrere Innenraumvarianten zur Verfügung. Der Salon ist breit, hell und luftig, mit Sesseln auf Backbord im überarbeiteten Design und entweder diesen Sesseln oder einer Sofakoje auf Backbord. Praktische Bereiche sind getrennt, bieten aber einen sicheren Durchgang zueinander, und der Boden ist im gesamten Innenraum auf einer Ebene. Die Längstruken sind breit und innen gerundet ausgeführt, um überall guten Halt zu bieten; Schranktüren haben verdeckte Edelstahlbeschläge, die gleichzeitig als Endabschluss dienen, und Schubladen schließen automatisch und leise. Die Achterkabine bietet absolute Privatsphäre mit einer breiten, mittschiffs platzierten Inselbett-Koje, Sofakojen an beiden Seiten und einem Kosmetiktisch an Steuerbord. Zudem gibt es einen speziellen Kartenschrank für Seekarten, eine eingebaute Minibar und ein in das Kajütdach eingelassenes Sonnendeck. Im vorderen Bereich befindet sich eine separate, große Dusche mit Plexiglasscheiben, eine elektrische Toilette, elektrische Handtuchheizkörper und eine Waschmaschine hinter einer Corian-Tür. Die Pantry auf Backbord kombiniert eine Corian-Arbeitsplatte mit tiefen, von unten verklebten und verschraubten Doppelspülen, einem Gefrierschrank, zwei Kühlschränken, einer verdeckten Geschirrspülmaschine und einer Mikrowelle aus Edelstahl. (2)
Ausrüstung und Systeme
Neben der hydraulischen Takelage verfügt die 54 über einen Generator mit niedriger Drehzahl und Schallschutz, eine Doppelheizung und einen Mastervolt Wechselrichter, der automatisch zwischen Landstrom und dem Wechselrichter umschaltet. Ein Wassermacher mit einer Leistung von 150 Litern pro Stunde hat seine Bedienung direkt im Cockpit der Achterkabine. Das Ankergeschirr ist selbstanhängend und per Fernbedienung vom Steuerstand aus bedienbar. Ein 15-Zoll-Display am Kartentisch steuert Radar und Kartenplotter und kann auch ein Laptop darstellen. Im Salon lässt sich ein 20-Zoll-Fernseher per Knopfdruck hinter einem hölzernen Deckel hoch- und runterschieben, der sich zudem automatisch öffnet. Die größere Motorraum-Option beinhaltet eine eigene Navigationsecke.
Das Fazit
Die Hallberg-Rassy 54 ist eine pragmatische, meilenfressende Fahrtenyacht, deren Frers-Rumpf und umfangreiche Ausrüstungsliste sie zu einer Referenz-Ozeanyacht machen. Die hydraulische Segelbedienung und die begehbare, isolierte Maschinenraum-Konstruktion eignen sich hervorragend für Langstrecken unter kleiner Crew, während der einstöckige Boden und die getrennten Kabinen das Leben an Bord sicher und praktisch gestalten.
Vorteile
- CE-Kategorie A mit 21.500 lbs Bleiballast und 37 % B/D für hervorragende Stabilität auf See
- Vollhydraulische Takelage und elektrische Winschen sind bequem vom Steuerstand aus bedienbar
- Begehbarer, schalldichter Maschinenraum mit einfachem technischen Zugang
- Selbstversiegelnde Lenzrohre und geschlossener Spiegel für eine gute Decksentwässerung
- Ebenbodiges Unterdeck, flaches Teakcockpit und überall leise, automatisch schließende Schubladen
Nachteile
- Der moderate Tiefgang von 2,30 m schränkt einige flache Reviere ein
- Die schwere Verdrängung von 58.000 lb und das hohe SA/D-Verhältnis von 17,38 begünstigen Langstreckenfahrten eher als Beschleunigung bei leichtem Wind
- Komplexe hydraulische und elektrische Systeme erfordern eine disziplinierte Eignergewohnheit







