Design und Konstruktion
Der Rumpf unter der Wasserlinie ist eine massive, schlagverleimte Schale, die mit GFK verstärkt ist, während er oberhalb der Wasserlinie auf einen Divinycell-Schaumkern umschaltet – eine Konstruktionsaufteilung, bei der die strukturelle Masse dort niedrig gehalten wird, wo sie für Steifigkeit wichtig ist, und Auftrieb sowie Isolierung dort erhöht werden, wo es nicht zählt. Das Deck ist ein Balsaholz-Sandwich. Einige Beschläge wurden als tragende GFK-Strukturen direkt in den Rumpf laminiert, und die Schotten sind nur an ihren Flanschen mit dem Rumpf verbolzt – eine typisch schwedische Methode, bei der die Monocoque-Verschweißung zugunsten der Wartungseigenschaften geopfert wird. Fünf Bodenwrangen leiten die Segellasten in den Rumpf ab, und der Blei-Flossenkiel hängt an einem GFK-Balkenstummel, der eine tiefe Bilge bildet. Der Gebrauchtboot-Test von YACHT zeigte, dass das Unterwasserlaminate mit dieser Verstärkungsstrategie solide gebaut ist. (1)
Rigg und Handhabung
Auf einem 7/8-Rigg ist die Omega 36 mit 78 Quadratmetern Segelfläche ausgestattet – ein 37 Quadratmeter Großsegel kombiniert mit einer 25 Quadratmeter Rollgenua – und das Standardrigg läuft ohne Achterstag, sondern nutzt ein einzelnes Salingpaar, das um etwa 20 Grad nach achtern geneigt ist. Bei gesetzter Genua liegt der Segellast-Faktor bei 5,13, ein Wert, der zu einem lebendigen, leicht anspringenden Rumpf passt. Selbstholende Winschen waren serienmäßig, und die Werft bot eine Wahl zwischen Rad- oder Pinnetakelung an. Ein unpraktisches Detail im Rigg bleibt bestehen: Die Führung der Fallen zum Cockpit macht einen rechten Winkel, was zu hohen Reibungsverlusten in den Lagerringblöcken führt. (1)
Unterbringung
Unter Deck bevorzugt die Omega 36 echte Schlafplätze gegenüber reinen Nischen. Der Vorpiek bietet eine echte Doppelkoje mit einer Länge von über zwei Metern. Im Salon befindet sich eine U-förmige Sofakoje an Backbord und eine gerade Sofakoje an Steuerbord. Achtern an Steuerbord gibt es eine weitere Doppelkoje neben einem großen Stauraum, und bei den Langversionen des Bootes wurden zwei Doppelkojen im Heck untergebracht. Eine Dusche war Standardausstattung – was für diese Zeit ungewöhnlich war. Der Kompromiss liegt im Licht: Die Luken sind winzig, und die Innenräume wirken entsprechend dunkel. (1)
Bekannte Schwachstellen
Einige strukturelle und systemseitige Schwachstellen sollten berücksichtigt werden. Die Kiel-Aufhängung ist bei verschiedenen Booten an der Basis nicht gleichmäßig laminiert, weshalb die Verbindung zwischen dem Kielstummel und dem Kiel einer genauen Inspektion bedarf. Frühe Baunummern zeigten Probleme mit den Schweißnähten der Wantenhaken, und die Salingbeschläge von Isomat-Riggs sollten untersucht werden. Die große Schiebeluke im Salon verursacht starke Verformungen der Niedergangsschotten. Bei den Systemen neigen die Heckrohre zu Undichtigkeiten, und ein Eigner berichtet, dass Leckagen im Wellenantrieb speziell bei Booten mit Yanmar-Motor auftreten; bei einigen Exemplaren wurde die Installation eines neuen Heckrohrs über den normalen Verschleiß hinaus dokumentiert.
Refits und Eignerschaft
Die Motorisierung ist über die Produktionsjahre hinweg aufgeteilt. Frühere Boote waren mit einem Yanmar ausgestattet; neueren Modelljahren wurde ein Volvo 2003 mit Saildrive zugrunde gelegt, und beide Varianten sind doppelt gekühlt. Die relativ geringe Stückzahl und der Name Holland haben das Design bei Seglern von Gebrauchtbooten, die einen leichten Rumpf mit moderner Spantkonstruktion ohne die Komplexität einer späteren Performance-Fahrtenyacht suchen, in gutem Ruf gehalten.
Das Fazit
Die Omega 36 ist ein durchdacht konstruiertes Holland-Design mit geringer Verdrängung, das einen Gutachter belohnt, der ihre Schwachstellen kennt. Das mit Schaumkern versehene Überwasserschiff, die laminierten Beschläge und das saubere 7/8-Rigg machen sie zu einem schnellen, leicht zu handhabenden 36-Fuß-Boot, während das dunkle Interieur und einige wiederkehrende Leckagen sowie Laminatprobleme eine sorgfältige Besichtigung vor dem Kauf erfordern.
Vorteile
- Leichter Rumpf mit 5,1 Tonnen Gewicht und 78 m² Segelfläche auf einem 7/8-Rigg ohne Achterstag
- Bleiflossenkiel auf einer GFK-Basis mit fünf Lastübertragenden Bodenwrangen
- Echte Doppelkoje vorne über zwei Meter lang und flexible Layouts im Achterschiff
- Serienmäßige selbstholende Winschen und eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Standard-Dusche
Nachteile
- Ungleichmäßige Laminierung der Kielbasis und Neigung zu Undichtigkeiten an den Heckrohren
- Winzige Luken lassen die Kabinen dunkel
- Rechteckiges Fallführungssystem führt zu Reibung in Lagerringblöcken
- Schwachstellen bei der frühen Schweißnaht des Riggs und dem Isomat-Salingbeschlag






