Design und Konstruktion
Dehler baute die 36 SQ als robuste Monocoque-Konstruktion: Rumpf und Deck sind aus einem Balsaholzkern-Sandwich gefertigt, und die Rumpf-Deck-Verbindung wird im Formverfahren mit GFK-Laminat gesichert, während beide Teile noch im Formwerkzeug liegen – eine Methode, die eine durchgehende Glasfaserverbindung statt einer verbolzten Naht ergibt. Überall wurden handaufgelegte Techniken verwendet, und Edelstahlbeschläge werden an Aluminium-Profilen befestigt, die im Deck eingebettet sind. Für Korrosionsschutz zwischen verschiedenen Metallen und Seewasser sorgt ein Dichtstoff auf den Gewinden. Das Ergebnis ist eine Struktur, die für den Offshore-Einsatz der Kategorie A zertifiziert ist, mit hervorragendem Rutschfestigkeitseffekt auf dem gut konstruierten Hauptdeck unter den Füßen. (1)
Rigg und Leistung
Das Boot ist mit einem kraftvollen 9/10-Rigg mit einer Segelfläche von 737 Quadratfuß ausgestattet, einschließlich eines Großsegels von 414 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von knapp über 21 führt, das ihren lebhaften Fahrtencharakter erklärt. Bei 8 bis 10 Knoten wahrem Wind zeigte sich die Prüfbesatzung hoch am Wind mit 6 bis 7 Knoten Geschwindigkeit. In der Fachzeitschrift Yachting Monthly bemerkten Rezensenten, dass sie sehr feinfühlig auf dem Ruder reagiert und Aufmerksamkeit beim Segeltrimm belohnt. Die Fähigkeit, gut am Wind zu laufen, spricht ambitionierte Eigner an. Diese Agilität bedeutet jedoch auch, dass manche Segler sie bei starkem Wind als anspruchsvoll empfinden können; zudem neigt sie bei kurzer, steiler Welle zum Einsetzen (Slamming). Das große Großsegel lässt sich effizient reffen, und ein Unternehmensvertreter erklärte, dass mit einem Rollgroßsegel oder einer Umlenkvorrichtung (all-lines-aft) kein Crewmitglied unterwegs auf das Kajütdach klettern muss. Unter Motor sorgte ein 27 PS starker Volvo Saildrive, der unter den Niedergangsstufen platziert war, für 6,4 Knoten bei sparsamen 2.200 U/min.
Unterbringung
Unter Deck tauscht die Dehler 36 Volumen gegen Geschwindigkeit ein: Sie bietet weniger Wohnraum als eine typische volumenstarke Fahrtenyacht mit engen Stauräumen und einem kleinen Kartentisch, dennoch wirkt der Salon großzügig, hell und attraktiv mit einer Dinette für fünf Personen. Eine Doppel-V-Koje befindet sich im Vorschiff, eine Doppelkoje achtern des Niedergangs, während unter dem Cockpit Platz für eine Doppelkoje neben einem technischen Bereich oder, bei einer alternativen Aufteilung, für zwei Doppelkojen achtern ist. Die Pantry ist gut dimensioniert und praktisch auf See, und die zu öffnenden Luken sind vor Anker ein Plus, obwohl das Boot nicht für die Belüftung bei warmem Wetter unter Segeln optimiert ist. Der Stauraum entspricht eher kurzfristigen Törns als einem Leben an Bord, und die bescheidenen Tankkapazitäten unterstreichen diesen Charakter für kurze Strecken.
Bekannte Schwachstellen
Zwei Details verdienen die Aufmerksamkeit eines Käufers. Die Installation des Saildrives birgt das inhärente Korrosionsrisiko bei unverträglichen Metallen, eine bekannte Eigenschaft dieser Konfiguration. An Deck war ein Großteil der Oberfläche des Kajütaufbaus glatter Gelcoat statt des rutschfesten Belags, der auf dem Hauptdeck verwendet wird, sodass sich das Gehen dort weniger sicher anfühlt als auf den Arbeitsflächen. (1)
Das Fazit
Die Dehler 36 SQ ist eine durchdacht konstruierte Regatta-/Fahrtenyacht: ein leichter Judel/Vrolijk-Rumpf mit Monocoque-Balsakern und ein kraftvoller 7/8-Slup, der schnell segelt und direkt reagiert. Dennoch verlangt sie Disziplin beim Segeltrimm und opfert dafür Innenraumvolumen sowie Tankkapazitäten unter Deck. Sie eignet sich eher für eine kleine Crew oder für Kurzstreckenfahrten als für das Wohnen an Bord. Die glatte Kajütaufbauten und das Korrosionsrisiko des Saildrives sind die wichtigsten Punkte, auf die man achten muss.
Vorteile
- Robuste Monocoque-Rumpf-/Deckstruktur mit Balsakern-Sandwich und CE-Zertifizierung nach Kategorie A für Hochsee
- Leistungsstarkes 9/10-Rigg mit effizientem Reffen und hervorragender Leistung am Wind
- Direktes Rudergefühl, das auf Trimm reagiert; leicht einhand oder zweihand zu segeln
- Gut konzipiertes Hauptdeck mit effektivem rutschfestem Belag und robusten Relingstützen
Nachteile
- Glatter Gelcoat auf dem Kajütaufbau anstelle von rutschfestem Belag
- Korrosionsgefahr beim Saildrive durch unverträgliche Metalle
- Enger Stauraum, bescheidene Tankkapazitäten und begrenzte Eignung für das Wohnen an Bord
- Kann bei starkem Wind eine Herausforderung sein und neigt zum Einsetzen in steilen, kurzen Wellen






