Design und Konstruktion
Die 380 verfügt über einen handaufgelegten, epoxidharzbehandelten Rumpf, der mit einem Sandwichdeck mit Schaumkern kombiniert ist. Die Rumpf-Deck-Verbindung wird an den Relingstützen durch mechanische Borddurchlässe verstärkt. Unter Deck trägt ein angebolterter Bleikiel einen verlängerten Fuss mit einer kugelförmigen Kante, um den Schwerpunkt tief zu halten. Das Boot kombiniert diesen Kiel mit einem Spatenruder. Die Püttinge sind aus Edelstahl, an Querwänden verbolzt und die Festmacherklampen sind mit Gegenplatten durchgebolt. Jedes Boot wurde im Layout nach Bestellung gebaut, sodass sich die Innenraumaufteilung von Rumpf zu Rumpf unterscheiden kann, aber die strukturelle Basis ist identisch. Der Standardtiefgang beträgt 1,90 Meter (6 Fuß 3 Zoll), wobei eine Flachkiel-Version für flachere Gewässer mit 1,63 Metern (5 Fuß 4 Zoll) Tiefgang erhältlich ist. (1)
Rigg und Decks-Layout
Ein silberanodisierter Aluminiummast von Selden ist auf dem Kajütdach gesteppt und im Unterdeck durch eine Stahlstütze abgefangen. Er trägt ein 7/8-Rigg mit zwei Salingen und doppelten Unterwanten. Die Fallen werden an der Mastspur bedient, während die Schoten nach achtern ins Cockpit geführt werden. Das Achterstag ist mechanisch verstellbar. Der Baum ist mit einem gasdämpfenden Selden Rodkicker und Topping-Lift ausgestattet. Das getestete Boot verfügte über Rollfock (Mastschot) sowie Edelstahl-Drahtfallen, die im Mast eingeklappt sind. Ein Selden Furlex Rollfocksystem bediente das Vorsegel. Als Antrieb dient ein 54 PS starker Yanmar-Diesel, der entweder über den Entertreppenabgang oder durch eine klappbare Tür hinter der Pantry in einen schalldichten Maschinenraum zugänglich ist. (1)
Unterbringung
Unter Deck setzt ein handgefertigtes Schranksystem aus afrikanischem Mahagoni den Ton an, und es gibt Stehhöhe für alle über 1,88 m. Die Plicht ist durch eine Windschutzscheibe aus Sicherheitsglas geschützt und bietet Platz für sechs Personen zusätzlich zum geformten Sitz des Rudergängers und zwei Sitzen auf dem Heckkorb. Eine Dieselheizung und eine am Windschutz gesicherte Sprayhood – mit seitlichen Segeltuchbahnen, die die Plicht vollständig schließen können – verlängern die Segelsaison. Die Schiebeluke des Niedergangs dient gleichzeitig als Kartentisch. Die Pantry befindet sich direkt achtern des Salons an Backbord und verfügt über eine zweiflächige Edelstahlspüle mit Fußpedal, einen 12-Volt-Waeco-Kühlschrank mit Gefrierfach, eine Mikrowelle und einen kardanisch aufgehängten Ofen mit zwei Brennern; feste Gasleitungen sind mit einer Fernabschaltung ausgestattet. Eine L-förmige Sofakojüte an Backbord und zwei Salonstühle an Steuerbord umgeben einen Esstisch, dessen Tischbeine auf Holzstützen hochklappbar sind. Dieser Esstisch lässt sich zudem mit einem verdeckten Weinkühlschrank zu einer fünften Koje umbauen. Die Nasszelle verwendet Corian für Waschbecken und Bank.
Ausrüstung und Steuerung
Am Rad sitzt ein mit Leder bezogenes 31-Zoll-Ruder unter einem Plotter und einer beleuchteten, an der Radsteuerung gebolzten Kompassrose, während eine Reihe von Instrumenten über dem Niedergang und ein optionales rotes MOB-Knopf auf eigener Platte angeordnet sind. Maßgeschneiderte, selbstholende Andersen-Powerwinschen übernehmen die Lasten, und eine Drossel mit integriertem Schiebeschalter steuert die Batterie-Bugstrahlruder. Vorne bietet ein Pütting mit bündigen Türen einfachen Zugang zu einer elektrischen Ankerwinde für einen 35 Pfund schweren Bruce-Anker.
Das Fazit
Die Najad 380 ist eine durchdacht konstruierte mittelgroße Fahrtenyacht für den Offshore-Einsatz, die einen modernen Judel/Vrolijk-Rumpf mit einem gemütlichen, praktischen Innenraum verbindet. Die Flachkiel-Version erweitert ihre Reviergrenzen, und der redundante Motorzugang unterstreicht die Wartungsfreundlichkeit für Eigner.
Vorteile
- Epoxidharzbehandelter Rumpf und Deck mit Schaumkern sowie verstärkte Rumpf-Deck-Verbindung
- Bleikiel mit tiefem Bulbkiel und Option für geringen Tiefgang
- Innenausbau auf Bestellung mit großzügiger Stehhöhe und Optionen für eine geschlossene Plicht
- Zwei Motorzugänge zu einem schalldichten Raum
Nachteile
- Der standardmäßige Tiefgang von 1,90 m schränkt einige flache Reviere ein
- Mastfurlung und volles Segel waren Optionen des Testbootes, keine Basisspezifikation






