Design und Konstruktion
Der Rumpf der 390 ist ein von Lloyd’s zugelassenes Einzellaminat, sodass kein Schaumsandwich vorhanden ist, durch das Wasser eindringen könnte. Die Glattdecks verwenden einen Vinylester-Hartschaumkern, der sie leicht und robust macht. Über der Wasserlinie wirkt sie elegant und anmutig mit einem schlanken Rumpf und einem flachen Kajütaufbau, den Tester als klassisches Beispiel schwedischer Handwerkskunst bezeichneten. Der einlaminierte Flossenkiel und das Skeg-aufgehängte Ruder sind sowohl bei der Standardversion mit 1,85 m Tiefgang als auch bei der flacheren Version mit 1,60 m Tiefgang gemeinsam. Ein tiefer Vorfuß unter dem geschützten Ruder sorgt dafür, dass das Boot am Wind vor Anker nicht hart aufschlägt. Ein ehemaliger Werftmitarbeiter bemerkte, dass obwohl das Modell einen einlaminierten Kiel hat, die meisten Rümpfe mit Eisenblöcken statt mit Blei gefüllt wurden. Eine massive Teakdecke, ordentliche Fußrelingen, Bronzebeschläge an den Schürzen und eine solide Edelstahl-Bugleiste vermitteln ein Gefühl von langlebiger Qualität. (1)
Rigg und Handhabung
Sowohl das Slup- als auch das Kutterrigg wurden angeboten. Die Slup besaß ein Masttopprigg mit einem einzelnen Vorstag und Achterstag, während der Kutter eine 7/8-Slup mit zwei Stagen beider Arten nutzte. Segeltests aus dieser Zeit zeigten, dass ein Großsegel mit Volllatten zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 17 % führte, was für ein Boot dieses Gewichts reichlich Schwung und Leistung bot. An der Pinne ist ihr großes Ruder hervorragend ausbalanciert, und sie läuft dank des relativ langen Flossenkiels sehr kursstabil, was sowohl der Crew als auch dem Autopiloten das Leben erleichtert. Tester erreichten unter Starkwind 6 Knoten bei 15 Knoten Wind und immer noch 5,3 Knoten bei 10 Knoten Wind. Unter Motor trieb die 60 PS starke Volvo Penta das Boot auf 5,8 Knoten bei 2.000 U/min und auf 7 Knoten bei 2.500 U/min. Sie ist leicht zu handhaben, sowohl unter Motor als auch mit kleiner Crew, und ihre Stabilität sowie das aufrichtende Moment machen sie zu einer ernsthaften Kandidatin für das Fahrtensegeln auf See. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die 390 zwei Schlafkabinen mit Doppelkojen sowie einen Salon, dessen Sofakojen als Einzelkojen um einen klappbaren Tisch herum dienen. Die Vorschiffskabine verfügt über eine V-Koje mit Schränken und Regalen; die Inselbett-Koje der Achterkabine lässt sich in zwei 3-Fuß-breite Hälften aufteilen, die jeweils über ein klappbares Schminktischchen und eine Lukenscheinwerfer-Lampe verfügen. Die Stehhöhe beträgt 6 Fuß 2 Zoll, die Salonsessel sind 6 Fuß 5 Zoll lang. Die Nasszelle befindet sich achtern an Steuerbord neben dem Niedergang und verfügt über einen feuchten Schrank, der durch den Eberspächer beheizt wird, während die Pantry an Backbord eine doppelte Spüle, einen dreiflammigen Herd mit Backofen sowie Kühlschrank/Gefrierschrank beherbergt. Ein nach vorn gerichteter Kartentisch mit Schrank unter dem Decksaufbau und ein geräumiger Innenraum für den Motor vervollständigen den Innenraum, der von Rezensenten als geräumig, gemütlich und gut belüftet beschrieben wurde.
Deck und Cockpit
Das Mittelcockpit platziert die Großschot hinter dem Steuerstand, sodass der Arbeitsbereich frei bleibt und die Schot bei einer Böe schnell gefiert werden kann. Hohe Sülls machen das Cockpit sicher, und eine feste Windschutzscheibe im skandinavischen Stil bietet echten Schutz. Die Salingen um den Mast, ein hohes Handlauf-Gerät im Vorschiff und ein großzügiger Backskist für Leinen sprechen alle für sicheres Bewegen auf einem lebhaften Meer. Eine Heckplattform mit Badeleiter erleichtert den Zugang zum Wasser, und die Plicht verfügt über einen weichen Bereich, durch den der Motor direkt herausgehoben werden kann.
Refits und Eignerschaft
Käufer einer 390 sollten beachten, dass der Bugstrahlriese, der bei vielen Booten installiert ist, inzwischen jahrzehntalt ist und von aktuellen Eignern gelegentlich zu Störungen berichtet wurde. Die Notpinne funktioniert nur unter Deck – ein Umstand, den man vor einem Ruderbruch verstehen sollte. Der Einrumpf und der einlaminierte Kiel sprechen für strukturiertes Gutachten, da die Mehrheit der Boote jedoch mit Eisenballast ausgestattet ist, empfiehlt sich eine sorgfältige Überprüfung auf interne Korrosionswege.
Das Fazit
Die Najad 390 ist eine durchdacht konstruierte Mittelcockpit-Fahrtenyacht, die die Steifigkeit auf See mit einem ausgewogenen, direkten Rudergefühl verbindet. Sie ist zwar rechnerisch schwer, belohnt den Eigner jedoch mit seegängigem Verhalten und einem sicheren, hochwertig ausgestatteten Innenraum, der für Monate an Bord bestens geeignet ist.
Vorteile
- Eingegossener Kiel und Skeg-aufgehängtes Ruder mit tiefem Vorfuß für hervorragenden Komfort am Wind
- Von Lloyd’s zugelassener Ein-Rumpf-Rumpf vermeidet das Risiko von Wassereinbruch im Sandwichbau
- Ausgewogenes großes Ruder und führungsfreundlicher Flossenkiel erleichtern das Segeln mit kleiner Crew
- Sicheres Mittelcockpit mit hohen Sülls und festem Windschutzscheibe
Nachteile
- Die meisten Rümpfe haben Eisenballast anstelle von Bleiballast
- Alle am Mast geführten Leinen spiegeln ein älteres Layout wider
- Die Notpinne ist nur von unten bedienbar
- Veraltete Bugstrahlruder neigen zu sporadischen Fehlern





