Design und Konstruktion
Der Rumpf wird von der Werft als schlank und extrem elegant beschrieben, mit recht flachen und ausgestellten Überwasserschiffen, einem feinen Vorschiffseintritt und einem Heck, das nicht übermäßig breit ist. Die umgekehrte Deckssprunglinie verleiht dem Boot ein markantes Profil, und der Flossenkiel mit 7 Fuß Tiefgang lässt sich durch die Niedergangsluke hochziehen, um Platz zu sparen oder für den Anmarsch in flachen Gewässern. Ein Vara-Ruder wird zum Trailern aus dem Rumpf gezogen, und sein gesamter Ruderblatt-Schaft gleitet in eine Lagerung, die breiter ist als die Ruderkrümme selbst – ein Detail, das die strukturelle Einfachheit der Steueranlage unterstreicht. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 75 bei der statischen Wasserlinie von 28,5 Fuß ist die Melges 32 eher leicht und agil als voluminös. Die flachen, ausgestellten Überwasserschiffe und die Breite tragen maßgeblich zum Charakter des Rumpfes bei. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem großen, kraftvollen Segelplan ausgestattet, der auf einer 7/8-Slup-Konfiguration basiert, bestehend aus einem 445 Quadratfuß großen Großsegel und einer arbeitenden 105-prozentigen Fock von 254 Quadratfuß. Vor dem Wind kann ein asymmetrisches Masttoppsegel von 1.302 Quadratfuß gefahren werden. Die Herstellerdatenblätter listen zudem ein Code 1A VMG-Segel von 1.113 Quadratfuß und einen Code 0-Reacher von 774 Quadratfuß auf. Auf dem Wasser sorgt dieses Paket für eine enorme Geschwindigkeit vor dem Wind und macht das Boot auch am Wind extrem schnell. Kritiker jener Zeit beschrieben es als leistungsstarke, muskulöse Rakete, die für sehr aggressive Einheitsklassen-Regatten gebaut wurde. Trotz dieser Intensität betont der Hersteller, dass sich das Boot unterhaltsam und einfach zu segeln macht – eine Aussage, die durch ein klares Decks-Layout und eine geräumige Plicht gestützt wird, die die Bewegungen der Crew effizient halten. Der Hub des 7-Fuß-Kiels und das abnehmbare Ruder machen das Boot leicht über Talje oder Rampen startklar. Ausgestattet mit einer Baumlegevorrichtung (Gin Pole) kann es ohne Kran aufgetakelt werden.
Unterbringung und Decks-Layout
Dies ist ein Regattaboot durch und durch, weshalb das Interieur nach Fahrtenboot-Maßstäben spartanisch ist. Doch Cockpit und Deck sind der Ort, an dem das Boot lebt. Die Werft betont eine geräumige Plicht und ein klares Decks-Layout, wobei die extrem flache Rumpfform sich in einer aufgeräumten Riggpräsentation fortsetzt. Der Kielschacht, der durch den Niedergang verläuft, ist ein funktioneller Kompromiss, bei dem man Innenraumvolumen zugunsten des Hubkiel-Mechanismus opfert. Das offene Deck unterstützt die schnelle Arbeit der Crew. Die Identität des Bootes liegt weniger unter Deck als vielmehr an Deck.
Klassenorganisation und Eignerschaft
Eine starke und gut organisierte internationale Klassenvereinigung unterstützt die Melges 32. Sie bietet den Eignern einen strukturierten Regatta-Kalender und eine Regelwerksstruktur, die die Einheitsklassen-Integrität schützt. Diese Klasseninfrastruktur ist ein wesentlicher Faktor für die Wertstabilität als Eigner, da sie den Wiederverkauf und den Wettkampfwert besser sichert als ein reines Performance-Design ohne Regelwerk.
Das Fazit
Die Melges 32 ist eine speziell für Regatten gebaute Einheitsklasse, die Teams belohnt, die pure Leistung und eine gut organisierte Klassengemeinschaft suchen. Sie ist keine Fahrtenyacht, und das lässt sich an den beweglichen Teilen des Kiels sowie dem Niedergang deutlich erkennen. Für Geschwindigkeit und Regatta-Kameradschaft ist sie jedoch ein hervorragendes Werkzeug.
Vorteile
- Reichel/Pugh-Design mit einem leistungsstarken, leicht anspringenden Rumpf
- Große Auswahl an asymmetrischem Spinnaker und Code-Segeln für viel Geschwindigkeit vor dem Wind
- Hubkiel und trailerbares Ruder vereinfachen den Transport und das Zuwasserlassen
- Starke internationale Klassenvereinigung unterstützt Eigner aktiv
Nachteile
- Minimaler Wohnraum; vollständig auf Regatten ausgerichtet
- Der Kiel zieht sich durch den Niedergang ein, was die Nutzung einer geschlossenen Kabine einschränkt
- Die geringe Verdrängung erfordert eine aktive Gewichtsverteilung der Crew






