Design und Konstruktion
Mills verlieh der Cape 31 einen Rumpf mit niedrigem Freibord und aggressiven Knickspanten, die darauf ausgelegt sind, die Formstabilität bei Wind zu maximieren, während das benetzte Volumen bei aufrechtem Ankern bei leichtem Wind minimal bleibt. Ein einziger Knickspant verläuft über die gesamte Länge des Rumpfes, wobei das Überwasserschiff darüber bis zum Spiegel fast vollständig vertikal ist und überall nahezu keine Neigung aufweist – eine Form, die das Sailing Magazine im Profil als sehr attraktiv beschrieb. Der senkrechte Vorsteven hat oben abgeschnitten werden, um den Windwiderstand und den Luftstrom am Unterliek der Fock zu verbessern. Um die Kosten zu kontrollieren, wird für den Rumpf GRP mit Corecell-Schaum und ein Epoxiddeck statt exotischem Prepreg verwendet. Dennoch trägt die Struktur weiterhin einen Carbonmast und ein sehr schlankes Carbon-Ruder mit hoher Streckung. Dieses Ruder sitzt etwa vier Fuß vor dem Spiegel, sodass der Ruderblattmittelpunkt eingetaucht bleibt, wenn das Boot krängt, anstatt wie bei einem weiter hinten platzierten Ruder aus dem Wasser zu brechen. (1)
Cockpit und Crew-Geometrie
Eine der Markenzeichen von Mills bei diesem Entwurf ist das Ramp-Cockpit, das achtern wie ein normales Steuerhaus beginnt, sich aber um die Station 7,5 in einem Winkel von 11 Grad nach oben verjüngt, bis es sanft in das Vordeck übergeht. Dadurch entfällt jeglicher Sprung in eine Cockpitbox. Das sehr breite Cockpit beherbergt eine Mittelkonsole mit Segelkontrollen, die nahe am Rudergänger positioniert sind. Die Geometrie sorgt dafür, dass das Gewicht der Crew während der Manöver zentral und tief bleibt. Die Klasse hält ein striktes Einheitsklassen-Reglement mit einer Eignerverpflichtung zum Segeln, einer Crew-Gewichtsbeschränkung von 595 kg (was meist sieben Personen an Bord bedeutet) und maximal drei Profis, was den Amateurgeist bewahrt, den Laidlaw wollte.
Rigg und Segelplan
Die Cape 31 ist als 7/8-Slup mit einem Carbonmast mit zwei Salingen und 20 Grad Riggstellung sowie Rod-Rigging getakelt, während der Baum aus Aluminium besteht. Das Segelgarderobe basiert auf einem Squaretop-Großsegel mit J1- und J2-Fock sowie einer schweren Wetterfock und einer Auswahl an asymmetrischen Gennakern (A1.5, A2, A4) für raume Kurse. Bei einer beladenen Verdrängung inklusive Crew ergibt sich ein SA/D von 29,14. Die Werft gibt an, dass das Boot am Wind 7,5 Knoten läuft, bei 12 Knoten Wind ins Gleiten kommt und raumschots über 20 Knoten erreicht. Ein Eigner berichtete in der Zeitschrift Yachting World, dass sein Katabatic-Boot in der letzten Saison 21 Knoten erreichte.
Leistung und Klassen-Erfolg
Da das Boot nicht nach einer einzelnen Regel gezeichnet wurde, hat es sich zu einer äußerst wettbewerbsfähigen Einheit unter den Regattasystemen IRC, CSA und ORC entwickelt – mit einem IRC2 National Champion und einem 1-2-3 bei den UK IRC Nationals. Die Klasse ist zweifache Gesamtsiegerin von Les Voiles de St Tropez, und der Hersteller behauptet, sie sei die einzige Einheitsklasse, die derzeit sowohl auf IRC als auch auf anderen Rennsystemen erfolgreich ist. In etwas mehr als einem Jahr wurden 25 Boote in England und Irland verkauft, und es gab mindestens 50 Regatten in ganz Europa.
Logistik und Antrieb
Praktische Details untermauern die Eignung der Yacht: Ein Yanmar-Diesel mit 15 PS bestätigt, dass es sich um ein echtes Kielboot und nicht um eine Jolle handelt, und der zweiteilige Mast ermöglicht es, das gesamte Boot samt Rigg in einen 40-Fuß-Container zu verladen. Eine Option mit Trailer (Tilt-Trailer) erlaubt den rechtmäßigen Straßentransport weltweit, sodass Eigner das Boot zwischen Regatten versenden oder trailern können, ohne auf spezielle Sperrguttransporte angewiesen zu sein.
Das Fazit
Die Cape 31 ist eine konzentrierte Einheitsklasse-Regattayacht, die weit über ihre Länge hinausragt. Sie verbindet kostengünstige Epoxid-Bauweise mit einem leistungsstarken Carbon-Rigg und einer cleveren Rampen-Plicht, die das Crewgewicht genau dort hält, wo es hilft. Ihre strengen Klassenvorschriften schützen den Amateurgeist, und ihr transportfreundliches Paket macht internationale Regatten realistisch. Es ist keine Fahrtenyacht, und sie zeigt ihre Krallen nur in erfahrenen Regattahänden.
Vorteile
- Konkurrenzfähig nach IRC, CSA und ORC ohne Regelauslegung
- Das Rampen-Cockpit eliminiert den Stufenabgang und zentriert das Gewicht der Crew
- Transport auf Containern und Kipptrailer für weltweiten Regattaeinsatz
- Das vorn platzierte Carbon-Ruder bleibt bei Krängung unter Wasser
Nachteile
- Starre Einheitsklasse mit Regatta- und Eignerschiff-Limits einschränkt die Nutzung
- Niedriges Freibord und regattaorientierter Rumpf eignen sich nicht für das Fahrtensegeln
- Amateurbasierte Klasse bedeutet keine professionellen Werbekampagnen von Profis außerhalb der ersten drei Jahre








