Design und Konstruktion
Lippincotts Regatta-Hintergrund zeigt sich bei den 30ern in einem moderaten Kompromiss aus Leistung und Komfort, mit zeitgenössischer Stilistik der 1970er Jahre statt retro-inspirierten Linien. Der Rumpf ist aus massivem, handaufgelegtem GFK gefertigt. Anstelle der GFK-Innenschalen, die bei vielen Serienbooten dieser Ära üblich waren, verwendete die Werft Holzstrukturkomponenten zur Verstärkung, wobei volle und teilweise Sperrholzschotten im GFK-Stoff und Harz mit dem Rumpf laminiert wurden. Die Decks und Kajütaufbauten haben einen Balsakern zwischen den Laminaten, und die Deck-Rumpf-Verbindung ist mit einer nach innen gerichteten Flanschverbindung, Dichtmasse, Muttern, Bolzen und Scheiben ausgeführt. Die Werft legte großen Wert auf eine fachgerechte Abdichtung der Beschläge, und die allgemeine Qualität der Bauausführung und des Finish liegt über der meisten mittelschweren Serienboote. Schwere strukturelle Probleme sind selten, und ernsthafte Decksprobleme sind untypisch.
Rigg, Ballast und Seeverhalten
Sowohl die Version mit geringem Tiefgang als auch die Standardversion wurden angeboten, wobei der Standardkiel unter fünf Fuß und ein Ballastgewicht von 4.000 Pfund – was 47 Prozent der Verdrängung entspricht – bei beiden Modellen üblich war. In Kombination mit einer Breite von 10 Fuß deutet diese Ballastmenge auf ein recht steifes Boot hin, das eher zu einer hochseetauglichen Fahrtenyacht als zu einer ranigen Küsten-Fahrtenyacht taugt. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,3 und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 246 beschreiben ein Boot, das sich leicht handhaben lässt und dennoch in einer Vielzahl von Windbedingungen gute Leistung erbringt. Eigner, mit denen Rezensenten gesprochen haben, berichten von guter Leistung und keinerlei Schwachstellen. Der 13 PS starke Zweizylinder-Yanmar-Diesel ist zwar für schwere Bedingungen eventuell etwas leistungsarm, reicht für die meisten Situationen jedoch aus und bietet einen durchaus guten Wartungszugang. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Lippincott 30 typischerweise mit sechs Schlafplätzen ausgestattet: eine V-Koje im Vorschiff, eine aufholbare Sofakoje an Steuerbord für zwei Personen, eine feste Sofakoje an Backbord und eine Achterkoje an Steuerbord. Die V-Koje ist über eine gute Länge hinweg belegt, verjüngt sich jedoch am Bug stark, und die Sofakojen im Hauptsalon sind knapp über sechs Fuß lang; die an Steuerbord befindliche Koje ist für zwei Erwachsene zu schmal. Ein Rezensent bewertete das Boot als akzeptabel für vier Erwachsene oder eine fünfköpfige Familie. Der Hauptsalon und die Vorschiffskabine sind durch eine quer verlaufende Nasszelle getrennt, und eine relativ große Pantry befindet sich an Backbord des Niedergangs. Der Innenraum ist reichlich mit Mahagonifurnier-Sperrholz, einem Teak-und-Holz-Boden, lackierten Zierleisten und Mahagoni-Decken entlang der Rumpfseiten der V-Koje und der Achterkoje ausgestattet.
Plicht und Decksbeschlag
Die Plicht bietet vier Erwachsenen bequem Platz. Unter dem Backbordsitz befindet sich ein großer Stauraum, und ein ungewöhnlich kleiner, aber tiefer Sitzstauraum an Steuerbord ermöglicht zusätzlichen, von der Plicht aus zugänglichen Stauraum, selbst wenn eine Achterkoje vorhanden ist. Eine Radsteuerung auf einer Steuersäule war Standard. Vorne bietet ein schmaler, tiefer Ankerkasten Platz für einen vertikalen Danforth-Anker, wobei seine Form jedoch keinen Pfluganker aufnehmen kann. Serienmäßig waren Edelstahl-Bügel und -Reling, eine doppelte Seereling, zwei Kompositluken und ein kleiner Teak-Fußreling.
Bekannte Schwachstellen
Da jeder Rumpf die Einführung des gängigen Vinylester-Außenlacks vorausgeht, ist etwas erhöhte Feuchtigkeit unter der Wasserlinie häufig anzutreffen, obwohl in den Prüfberichten keine extremen Osmoseblasen festgestellt wurden. Flache Scheiben statt Gegenplatten sichern die Decksbeschläge – ein Detail, das man beachten sollte, auch wenn ernsthafte Probleme mit dem Deck untypisch sind. (1)
Das Fazit
Die Lippincott 30 ist eine gut gebaute, komfortabel ausgestattete kleine Fahrtenyacht aus einer Regatta-Werft-Linie. Sie ist selten genug, um geduldige Suchende zu belohnen, und solide genug, um die Feuchtigkeit im vinylester-Vorbeschichtungs-Rumpf zu verzeihen. Sie segelt moderat mit einem steifen, breiten Rumpf und einem praktischen, wenn auch engen Innenraum.
Vorteile
- Überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität für diese Preisklasse
- Selten ernsthafte strukturelle oder Decksprobleme
- Steifer, leicht zu handhabender Rumpf mit guten von Eignern gemeldeten Segeleigenschaften
- Edler Mahagoni-Innenraum mit praktischem Stauraum in der Plicht
Nachteile
- Häufige Feuchtigkeit unter der Wasserlinie durch frühe Harzverfahren
- Decksbeschläge werden nur von flachen Scheiben gehalten, nicht von Gegenplatten
- Eng anliegende Kojen; die Steuerbord-Sitzbank ist nicht doppelt so breit wie eine Doppelkoje
- Ankerkasten begrenzt auf Danforth-Anker








