Lippincott 30 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Howard Lippincott Jr.·1979 – 1986·~100 hulls·Lippincott Boat Works
Lippincott 30 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
30.33' · 9.24 m
Verdr.
8.600 lbs · 3.901 kg
Erstes Baujahr
1979

Die Lippincott 30 hebt sich in der Palette amerikanischer GFKFahrtenyachten als eines von nur zwei Fahrtenkonzepten ab, die jemals von Lippincott Boat Works auf den Markt gebracht wurden. Die Werft stellte nach ihrer Gründung durch Howard und Robert Lippincott im Jahr 1946 die meiste Zeit ihrer vier Jahrzehnte lang EinheitsklassenRegattayachten her. Entworfen von Howard „Skip“ Lippincott Jr. und 1979 vorgestellt, blieb die 30 bis Mitte der 1980er Jahre in Produktion, wobei weniger als 100 Rümpfe fertiggestellt wurden. Diese Seltenheit gepaart mit dem RegattaHistorie des Bauers verleiht dem Boot eine besondere Ausstrahlung unter den Fahrtenyachten der späten 1970er Jahre.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
30,33 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
25 ft
Breite
10 ft
Tiefgang
4,9 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
45 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
4.000 lbs (Blei)
Verdrängung
8.600 lbs
Wasserkapazität
30 gal
Kraftstoffkapazität
12 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
35 ft
Unterliek Großsegel
12 ft
Vorsegeldreieck Höhe
39 ft
Vorsegeldreieck Basis
12,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
40,95 ft
Segelfläche
454 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
17,3
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
46,51
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
245,71
Komfort-Ratio
23,27
Kenterungsverhältnis
1,95
Rumpfgeschwindigkeit
6,7 kn

Design und Konstruktion

Lippincotts Regatta-Hintergrund zeigt sich bei den 30ern in einem moderaten Kompromiss aus Leistung und Komfort, mit zeitgenössischer Stilistik der 1970er Jahre statt retro-inspirierten Linien. Der Rumpf ist aus massivem, handaufgelegtem GFK gefertigt. Anstelle der GFK-Innenschalen, die bei vielen Serienbooten dieser Ära üblich waren, verwendete die Werft Holzstrukturkomponenten zur Verstärkung, wobei volle und teilweise Sperrholzschotten im GFK-Stoff und Harz mit dem Rumpf laminiert wurden. Die Decks und Kajütaufbauten haben einen Balsakern zwischen den Laminaten, und die Deck-Rumpf-Verbindung ist mit einer nach innen gerichteten Flanschverbindung, Dichtmasse, Muttern, Bolzen und Scheiben ausgeführt. Die Werft legte großen Wert auf eine fachgerechte Abdichtung der Beschläge, und die allgemeine Qualität der Bauausführung und des Finish liegt über der meisten mittelschweren Serienboote. Schwere strukturelle Probleme sind selten, und ernsthafte Decksprobleme sind untypisch.

Rigg, Ballast und Seeverhalten

Sowohl die Version mit geringem Tiefgang als auch die Standardversion wurden angeboten, wobei der Standardkiel unter fünf Fuß und ein Ballastgewicht von 4.000 Pfund – was 47 Prozent der Verdrängung entspricht – bei beiden Modellen üblich war. In Kombination mit einer Breite von 10 Fuß deutet diese Ballastmenge auf ein recht steifes Boot hin, das eher zu einer hochseetauglichen Fahrtenyacht als zu einer ranigen Küsten-Fahrtenyacht taugt. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,3 und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 246 beschreiben ein Boot, das sich leicht handhaben lässt und dennoch in einer Vielzahl von Windbedingungen gute Leistung erbringt. Eigner, mit denen Rezensenten gesprochen haben, berichten von guter Leistung und keinerlei Schwachstellen. Der 13 PS starke Zweizylinder-Yanmar-Diesel ist zwar für schwere Bedingungen eventuell etwas leistungsarm, reicht für die meisten Situationen jedoch aus und bietet einen durchaus guten Wartungszugang. (1)

Unterbringung

Unter Deck ist die Lippincott 30 typischerweise mit sechs Schlafplätzen ausgestattet: eine V-Koje im Vorschiff, eine aufholbare Sofakoje an Steuerbord für zwei Personen, eine feste Sofakoje an Backbord und eine Achterkoje an Steuerbord. Die V-Koje ist über eine gute Länge hinweg belegt, verjüngt sich jedoch am Bug stark, und die Sofakojen im Hauptsalon sind knapp über sechs Fuß lang; die an Steuerbord befindliche Koje ist für zwei Erwachsene zu schmal. Ein Rezensent bewertete das Boot als akzeptabel für vier Erwachsene oder eine fünfköpfige Familie. Der Hauptsalon und die Vorschiffskabine sind durch eine quer verlaufende Nasszelle getrennt, und eine relativ große Pantry befindet sich an Backbord des Niedergangs. Der Innenraum ist reichlich mit Mahagonifurnier-Sperrholz, einem Teak-und-Holz-Boden, lackierten Zierleisten und Mahagoni-Decken entlang der Rumpfseiten der V-Koje und der Achterkoje ausgestattet.

Plicht und Decksbeschlag

Die Plicht bietet vier Erwachsenen bequem Platz. Unter dem Backbordsitz befindet sich ein großer Stauraum, und ein ungewöhnlich kleiner, aber tiefer Sitzstauraum an Steuerbord ermöglicht zusätzlichen, von der Plicht aus zugänglichen Stauraum, selbst wenn eine Achterkoje vorhanden ist. Eine Radsteuerung auf einer Steuersäule war Standard. Vorne bietet ein schmaler, tiefer Ankerkasten Platz für einen vertikalen Danforth-Anker, wobei seine Form jedoch keinen Pfluganker aufnehmen kann. Serienmäßig waren Edelstahl-Bügel und -Reling, eine doppelte Seereling, zwei Kompositluken und ein kleiner Teak-Fußreling.

Bekannte Schwachstellen

Da jeder Rumpf die Einführung des gängigen Vinylester-Außenlacks vorausgeht, ist etwas erhöhte Feuchtigkeit unter der Wasserlinie häufig anzutreffen, obwohl in den Prüfberichten keine extremen Osmoseblasen festgestellt wurden. Flache Scheiben statt Gegenplatten sichern die Decksbeschläge – ein Detail, das man beachten sollte, auch wenn ernsthafte Probleme mit dem Deck untypisch sind. (1)

Das Fazit

Die Lippincott 30 ist eine gut gebaute, komfortabel ausgestattete kleine Fahrtenyacht aus einer Regatta-Werft-Linie. Sie ist selten genug, um geduldige Suchende zu belohnen, und solide genug, um die Feuchtigkeit im vinylester-Vorbeschichtungs-Rumpf zu verzeihen. Sie segelt moderat mit einem steifen, breiten Rumpf und einem praktischen, wenn auch engen Innenraum.

Vorteile

  • Überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität für diese Preisklasse
  • Selten ernsthafte strukturelle oder Decksprobleme
  • Steifer, leicht zu handhabender Rumpf mit guten von Eignern gemeldeten Segeleigenschaften
  • Edler Mahagoni-Innenraum mit praktischem Stauraum in der Plicht

Nachteile

  • Häufige Feuchtigkeit unter der Wasserlinie durch frühe Harzverfahren
  • Decksbeschläge werden nur von flachen Scheiben gehalten, nicht von Gegenplatten
  • Eng anliegende Kojen; die Steuerbord-Sitzbank ist nicht doppelt so breit wie eine Doppelkoje
  • Ankerkasten begrenzt auf Danforth-Anker

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