Design und Abstammung
Die Leisure 22 misst 22 Fuß LOA bei einer Wasserlinie von fast 20 Fuß, hat eine Breite von 7 Fuß 10 Zoll und eine Verdrängung von 3.300 lbs, wovon 1.400 lbs im Kiel für ein hohes Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 43 Prozent zur Stabilität sorgen. Dieser hohe Ballastanteil für ein Boot dieser Größe unterstreicht das angestrebte Stabilitätskonzept. Das nahezu vertikale Heck ist der schnelle optische Unterschied zur späteren Leisure 23, die ein umgekehrtes Heck mit Gegenüberstellung trägt; die 22 ist das frühere Boot mit aufrechterem Spiegel. Sowohl die Versionen mit Zwillingskiel als auch mit Flossenkiel verließen die Form, wobei der Zwillingskiel einen Tiefgang von 2 Fuß 8 Zoll und der Flossenkiel 3 Fuß 11 Zoll aufweist. Die Kimmkonfiguration ermöglicht es dem Boot, aufrecht auf dem Strand trockenzufallen. (1)
Konstruktion
Der Rumpf ist aus einem einzigen, laminierten GFK-Stück gefertigt, was den Unterhalt minimiert. Innenschalen und Schotten sind einlaminiert, um der Struktur ihre Steifigkeit zu verleihen. Cobramold baute das Boot mit einem GFK-Rumpf und einem Deck als Balsaholz-Sandwich – das Kernmaterial ist Balsa, was laut der damaligen Fachzeitschrift das Klima unter Deck verbessert, aber sorgfältige Handhabung erfordert, wenn an dem Sandwich gearbeitet wird. Die Kiele sind aus Gusseisen, und das Ruder sowie der Skeg sind aus laminiertem GFK gefertigt, das eine Stahlstruktur und Beschläge trägt. Eine Teak-Fußreling schützt das Überwasserschiff, und angeformte rutschfeste Bereiche an Deck bieten sicheren Halt im Vorschiff. Die benetzte Fläche beträgt etwa 172 Quadratfuß, und die Verdrängungsverteilung liegt bei einem beachtlichen Wert von 544 Pfund pro Zoll. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist eine Masttoppslup mit goldanodisierten Aluminiumspieren, einer Edelstahl-Stehenden-Gut-Ausrüstung und Riggschrauben sowie innerhalb des Mastes geführten Fallen. Der Segelplan summiert sich unter Arbeitssegeln auf 215 Quadratfuß, bestehend aus einem 105 Quadratfuß Großsegel und einer 110 Quadratfuß Arbeitsfock, die sich bei leichtem Wind oder vor dem Wind auf eine 180 Quadratfuß Genua und einen 350 Quadratfuß Spinnaker erweitern lässt. Die Schoten sind überschaubar – überall mit einem Durchmesser von 10 mm, inklusive einer 55 Fuß Großschot und 22 Fuß Fock- und Genuaschoten. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 1,97, und das Komfort-Ratio fällt im Bereich von 15,9 bis 19,3; das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 207 ordnet sie nach einer Formel zu den „moderaten Regattayachten“ ein, obwohl ihr eigentlicher Auftrag das Familien-Fahrtensegeln bei einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von fast 6 Knoten war. Die tiefe Plicht schützt die Crew vor Wettereinflüssen und sorgt für trockenes Segeln, auch wenn sitzende Steuermänner diesen Komfort gegen eine bessere Sicht nach vorn eintauschen. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Leisure 22 eine Aufteilung, die die Werft als sehr gut für ihre Länge beschreibt: fünf Kojen, aufgeteilt in einen Salon mit Dinette und einer großen Vorschiffskabine sowie eine separate Nasszelle, die eine der Vorschiffskojen verkleinert. Die Stehhöhe beträgt 5 Fuß 8 Zoll. Teakholz und Teakfurnier im gesamten Innenraum verleihen der Kabine einen warmen Charakter. Die Standardpantry ist mit einem zweiflammigen Gasherd, einer Spüle und einer Frischwasserpumpe ausgestattet. Die Aufteilung ist ein praktischer Kompromiss für kleine Fahrtenyachten und kein spartanisches Regatta-Interieur.
Bekannte Schwachstellen und Eigentümerhinweise
Der Schutz des tiefen Cockpits geht auf Kosten der Sicht nach vorn beim Sitzen – ein wichtiger Faktor in engen Ankerbuchten. Das Sandwichdeck mit Balsakern erfordert Vorsicht bei jeglichen Bohrungen oder Schnitten, da Feuchtigkeitseintritt im Kern das ständige Risiko dieser Konstruktion darstellt. Als Standard-Einbaumotor diente ein Außenborder von 8–10 PS, obwohl einige Boote einen Einbaugerät (Benzin oder Diesel) erhielten; für Hafenmanöver sind ein Außenborder von 4–5 PS oder ein elektrischer Schub von 80–97 lbs typisch. Für Exemplare mit Zwillingskiel, Einbaumotor und drei Flügeln sind eine Clubnummer aus dem Jahr 1988 und eine registrierte Nummer aus dem Jahr 1978 dokumentiert, was bestätigt, dass beide Motorisierungsvarianten auf dem Markt existieren. (1)
Das Fazit
Die Leisure 22 ist eine gut durchdachte kleine Fahrtenyacht mit einem hohen Ballastanteil, der praktischen Option zwischen Zwillings- und Flossenkiel sowie einem Innenraum, der für Familienbedürfnisse weit über seine 22 Fuß Größe hinausgeht. Die Kompromisse sind die Sicht nach vorn im Sitzen und die Pflegeanforderungen des Balsadecks.
Vorteile
- Hoher Ballastanteil von 43 Prozent für ein 22-Fuß-Boot
- Kimmkiel-Option ermöglicht aufrechtes Trockenfallen; Flossenkiel hat immer noch einen Tiefgang von unter 4 Fuß
- Fünf Kojen mit Salonsofa und separater Nasszelle
- Einteiliger GFK-Rumpf mit laminiertem Innenschalenrahmen für hohe Steifigkeit
Nachteile
- Die tiefe Plicht schränkt die Sicht nach vorn beim Sitzen ein
- Das Balsa-Sandwich-Deck erfordert bei jedem Durchbruch sorgfältige Pflege
- Der serienmäßige Außenborder ist für alles außerhalb des Hafens eher bescheiden dimensioniert





