Lafitte 44 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Robert Perry·1978 – 1989·~56 hulls·Lafitte Yachts/Chung Hwa Boatworks (TAIWAN)
Lafitte 44 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Kutter
LOA
44.33' · 13.51 m
Verdr.
28.000 lbs · 12.701 kg
Erstes Baujahr
1978

Die Lafitte 44 ist ein von Robert H. Perry entworfenes Boot für anspruchsvolle Langstreckenfahrten auf See. Dieser 44FußKutter mit einem langen Flossenkiel und einem Skegaufgehängten Ruder hat seinen Ruf durch wiederholte Weltumsegelungen erworben – viele haben die Welt bereits umrundet und mindestens ein Rumpf wurde zweimal um die Erde gesegelt. Die Chung Hwa Boatworks in Taiwan produzierte zwischen 1980 und 1989 insgesamt 56 dieser Boote. Dem seetüchtigen Stammbaum des Entwurfs steht ein strukturelles Konzept gegenüber, bei dem die Verstärkung der Strukturen der Leichtigkeit vorzog.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
44,33 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
35,5 ft
Breite
12,67 ft
Tiefgang
6,33 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
11.310 lbs (Blei)
Verdrängung
28.000 lbs
Wasserkapazität
115 gal
Kraftstoffkapazität
110 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Kutter
Vorliek Großsegel
51,3 ft
Unterliek Großsegel
16,4 ft
Vorsegeldreieck Höhe
56 ft
Vorsegeldreieck Basis
19,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
59,3 ft
Segelfläche
967 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,78
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
40,39
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
279,4
Komfort-Ratio
38,55
Kenterungsverhältnis
1,67
Rumpfgeschwindigkeit
7,98 kn

Design und Konstruktion

Perry verlieh der Lafitte 44 einen mäßig feinen Vorschiffseintritt, ein recht hohes Vordeck und einen Kanuheck. Sie ist mit einem tiefen Kiel mit 6 Fuß 4 Zoll Tiefgang und einer moderaten Breite von 12 Fuß 8 Zoll ausgestattet. Rumpf und Deck sind handaufgelegtes GFK mit Schaumkern, und der Rumpf selbst ist massiv verstärkt mit schaumgefüllten Spanten und Längsträgern sowie einlaminierten Schotten. Jede Trennwand und jeder Schranktrenner im Inneren ist als Spant über mehrere Lagen von 2-Unzen-Gewebe direkt in den Rumpf einlaminiert, was zu einem sehr stabilen Rumpf führt. Der äußere Bleiballastkiel ist fest mit Edelstahlbolzen gesichert, und eine auf den Rumpfschotten montierte Edelstahlplatte trägt die Mastspur für den Sparcraft-Mast. Bei einer Verdrängung von 28.000 Pfund und 11.310 Pfund Ballast weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 0,40 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 279 auf – Werte, die sie fest in die Kategorie der schweren, hochseetauglichen Fahrtenyachten statt in die Linie der Leichtdeplacement-Regattaboote einordnen. (2)

Rigg und Decks-Layout

Das Kutterrigg sitzt auf einem relativ kleinen Mastdurchmesser, wird jedoch durch ein schweres stehendes Gut mit konventionellen Doppel-Gaffeltoppen und -wanten unter Verwendung von StaLoc-Beschlägen gestützt. An Deck erstreckt sich das Glattdeck mehr als 22 Fuß weit vor dem Deckhaus und bietet ein ungestörtes Vordeck. Zwei bronzenen Ankerrollen sind am Vorsteven montiert, und eine Backskiste im Vordeck beherbergt die Ankerwinde, einen Waschhahn und Stauraum für Decksausrüstung. Zwei Kettenkästen versorgen das Ankergeschirr – einer direkt unter der Ankerwinde und ein weiterer achtern unter der V-Koje –, und viele Boote wurden mit einer Fallreling (Hawsepipe) ausgestattet, damit die Kette freier zum achteren Kasten läuft. Gut platzierte Handläufe begleiten die 2 Fuß breiten Seitendecks, ein Detail, das bei einem Boot mit so viel offenen Vordeck wichtig ist.

Unterbringung

Der Innenraum ist sowohl elegant im massiven Teakholz ausgestattet als auch auf See funktional, wobei das Holzwerk weit über das Niveau von Serienbooten hinausgeht. Zwei Niedergänge bieten den Zugang – einer mittschiffs und einer achtern –, und ein zweiter Niedergangsluk vor der Plicht lässt sich über eine sehr steile Leiter in die Pantry und den Salon hinablassen. Die U-förmige Pantry an Backbord ist das markanteste Merkmal des Bootes, mit tiefen Doppelspülen im Inneren, großen Arbeitsflächen und zwischen dem obengesteuerten Gefrierschrank und dem separaten Kühlschrank ein erhebliches Kühlfachvolumen. Ein Mülleimer sowie zahlreiche Schubladen und Schränke bieten reichlich Stauraum für trockene Sachen, während gegenüber eine geräumige Navigationsecke untergebracht ist. Im Salon lassen sich sowohl die U-förmige Sitzecke an Backbord als auch eine gerade Sitzecke an Steuerbord zu Seekojen umbauen, und der Salon ist mit mehr als ausreichend Sitzplätzen sehr geräumig. Die Vorschiffskabine verfügt über eine eigene Nasszelle mit Toilette und Dusche, und die Achterkabine bietet an Backbord eine Queen-Size-Pullman-Koje und an Steuerbord eine ebenfalls umbaubare Sitzecke. Vier Luken und acht öffnende Bullaugen sorgen für Licht und Luft, es gibt zahlreiche belüftete Schränke und Schubladen, und tiefer Stauraum befindet sich außerhalb der Sitzecken und in zwei Ebenen unter der V-Koje. Der Motor wärmt den feuchten Stauraumschrank – ein praktischer Griff für das Trocknen von Kleidung auf See.

Bekannte Schwachstellen

Diese Boote sind mit Teakdecks ausgestattet, und die Befestigungsmethode sorgt für das größte chronische Problem. Bei den meisten Rümpfen wurde das Teakholz von unten mit Schrauben befestigt; nach 20 Jahren Verschleiß ragen die Schraubenköpfe heraus, was zu abgeschnittenen Füßen und Leckagen führt. Bei einigen späteren Booten wurde das Teakholz von oben verschraubt und die Löcher zugenagelt, doch auch dieses System hat sich als leckanfällig erwiesen. Gutachter finden es regelmäßig vor, dass Decks bis auf die Schraubenköpfe abgewetzt sind. Ein schlechter Motorzugang ist ein weiterer häufiger Kritikpunkt – der Motor liegt in einem Loch mit sehr unzureichendem Zugang, was die routinemäßige Wartung zu einer echten Qual macht. Ein drittes Problem betrifft die Klimaanlage im Vorschiff, eine selbstständige Box, die hinter dem Paneeleinsatz in einem Fach verstaut ist. Sie hat Kondenswasser geleckt und das umliegende Holz verrotten lassen. Schließlich wurde bei betroffenen Booten die Bodenwanne nicht richtig verlegt, was im gesamten Innenraum unter den Füßen knarrt.

Refits und Eignerschaft

Das häufigste strukturelle Refit befasst sich mit dem Problem der Kettenführung, wobei viele Eigner eine Fallrelingsschlauch (Hawsepipe) einbauen, damit das Ankergeschirr sauber in die Achterluke gelangt. Frühe Boote verließen die Werft mit einem 60-PS-Lehman-Diesel, während spätere Modelle auf einen Perkins umgestellt wurden; je nach Bedingungen kann die Reichweite unter Motor bei einer Kraftstoffkapazität von 115 Gallonen über 800 Meilen betragen. Die tiefen Bilgen und der schwer gebaute Rumpf haben jahrzehntelangen Blauwasserbetrieb überstanden, und das Layout für Langstrecken – mit zwei Niedergängen, belüfteten Stauräumen und einer Pantry, die um den Liveaboard-Koch herum konzipiert ist – spiegelt ein Boot wider, das für lange Reisen und nicht für Wochenendtörns entlang der Küste gebaut wurde.

Das Fazit

Die Lafitte 44 ist eine echte hochseetaugliche Kutteryacht mit einem massiv verstärkten Rumpf und einem Innenraum für Langstreckenfahrten, der durch Details im Teakdeck und einen miserablen Motorzugang gekränkt wird, was jeder Käufer einkalkulieren muss.

Vorteile

  • Robuster Rumpf mit Schaumkern und einlaminierten Schotten sowie laminierten Trennwänden
  • Bewährte Historie im Langstreckensegeln, einschließlich zweier Weltumsegelungen
  • Pantry und Stauraum-Layout, die für das dauerhafte Leben an Bord konzipiert sind
  • Fester Bleikiel, der mit Edelstahlbolzen gesichert ist

Nachteile

  • Teakdecks lecken, egal ob von oben oder unten verschraubt, mit nach dem Verschleiß sichtbaren Schraubenköpfen
  • Motor ist eingebettet und bietet sehr schlechten Zugang für Wartungsarbeiten
  • Kondenswasser der A/C im Vorschiff lässt verrottete, verdeckte Paneele austreten
  • Bodenbretter quietschen aufgrund fehlerhafter Verklebung

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