Design und Konstruktion
Die Rafiki 37 verfügt über eine robuste GFK-Konstruktion mit Balsaholzkern im Rumpf und Deck, die von reichlich handgefertigtem Teakholz umhüllt ist, was den Innenraum und die Zierleisten prägt. Mit einer Länge über alles (LOA) von 36,75 Fuß, einer Wasserlinienlänge von 32 Fuß, einer Breite von 11,97 Fuß und einer Verdrängung von 26.500 Pfund, ausgeglichen durch 11.500 Pfund Bleiballast, fällt das Boot aufgrund des Verdrängungs-Längen-Verhältnisses (D/L) von 361 fest in die Klasse der „ultraschweren Fahrtenyachten“. Dieses Ballastverhältnis von 43 Prozent liegt über dem von 69 Prozent vergleichbarer Konstruktionen, und das Komfort-Ratio von 44,6 bedeutet, dass sich der Rumpf in der Welle komfortabler verhält als 99 Prozent ähnlicher Segelboote. Der Langkieler mit einem abgeschnittenen Vorfuß und einem großen, geschützten, Skeg-aufgehängten Ruder sorgt für die Kursstabilität, die man von einer Fahrtenyacht erwartet, während der Tiefgang von 6 Fuß den Zugang nur zu großen Marinas einschränkt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Rafiki 37 ist mit einem Kutterrigg ausgestattet. Die Segeldaten zeigen eine moderate Referenz-Segelfläche, die das SA/D-Verhältnis von 13,1 antreibt, das sich mit einer 135-prozentigen Genua auf 15,5 erhöht. Eine Yacht-Datenbank-Bewertung weist darauf hin, dass das Boot deutlich untertakelt ist und mehr Rigg trägt als nur 15 Prozent ähnlicher Segelboote; das SA/D-Verhältnis zeigt zudem, dass es bei leichtem Wind schneller ist als nur 12 Prozent seiner Altersgenossen. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,6 Knoten. Zu den Arbeitssegeln des Kutters gehören ein Großsegel von 364,9 Quadratfuß und ein Stagsegel von 128,25 Quadratfuß, während die Hochsee-Ausrüstung bis zu einer Genua von 439 Quadratfuß und einem asymmetrischen Spinnaker von 972 Quadratfuß reicht. Empfohlene Längen für die Leinenführung betragen eine 32,9 Meter lange Großfall und eine 28 Meter lange Großschot – Details, die beim Aufriggen eine große Rolle spielen. (1)
Unterbringung und Vorratskapazität für Törns
Im Inneren wird die teakholzreiche Kabine durch 738 Liter Frischwasser und 473 Liter Diesel versorgt – Volumina, die längere autarke Törns ermöglichen. Das Längen-Breiten-Verhältnis von 3,07 macht die Rafiki geräumiger als 69 Prozent ähnlicher Konstruktionen, was ein echter Vorteil für Layouts zum Wohnen an Bord ist. Das Absenkungsvermögen von etwa 238 Kilogramm pro Zentimeter sagt dem Eigner, wie wenig sich das Boot unter beladenem Proviant vergräbt – eine stabile Plattform, wenn die Tanks voll sind.
Das Fazit
Die Rafiki 37 ist eine konsequent für Langstrecken gebaute Fahrtenyacht aus der taiwanesischen Bootsbaukunst: schwer ballastiert, extrem komfortabel und mit viel Teakholz ausgestattet, aber für ihre Verdrängung leicht geriggt und durch den Tiefgang des Langkiels auf tiefere Häfen beschränkt. Mit nur 55 gebauten Exemplaren bleibt sie ein seltener Fund für Segler, die Seetüchtigkeit über Geschwindigkeit stellen.
Vorteile
- Ultraschwerer Verdrängerrumpf mit 43 Prozent Ballastanteil für hohe Stabilität auf See
- Die Komfort-Ratio übertrifft 99 Prozent vergleichbarer Fahrtenyachten
- Großzügige Kapazitäten von 195 Gallonen Wasser und 125 Gallonen Kraftstoff für autarke Langstreckenfahrten
- Handgefertigter Teak-Innenraum mit einer überdurchschnittlich breiten und geräumigen Aufteilung
Nachteile
- Erheblich untertakelt; im Vergleich zu den meisten ähnlichen Konstruktionen bei leichtem Wind langsam
- Der Tiefgang von 1,83 m (6 Fuß) schränkt den Zugang zu flachen Marinas und Ankerplätzen ein
- Nur 55 Einheiten gebaut, was die Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtbootmarkt und die Ersatzteilversorgung einschränkt








