Design und Konstruktion
Die Form des Unterwasserschiffs der 500SE ist bewusst so gezeichnet, dass Wellen nach unten gedrückt werden und die Heckwellen weit hinter dem Boot zusammenlaufen, was das Einsetzen (Slamming) im Seegang verringert. Eine feste Wand am achteren Ende der Plicht schützt den Spiegel vor überkommenden Wellen, und die sanft geneigten Heckstufen verlängern die Rümpfe, um die Wasserlinie zu vergrößern, und dienen gleichzeitig als Badeplattform für das Beiboot. GFK-Rümpfe und -Decks mit Schaumkern sind mit Eisenballast kombiniert, und der Tiefgang von 3 Fuß 11 Zoll (ca. 1,20 m) macht sie in flachen Ankerbuchten leicht manövrierbar. Die 500SE ist mit einer freien Durchfahrtshöhe von 62 Fuß 4 Zoll (ca. 18,90 m) ICW-tauglich – ein wertvoller Vorteil für Eigner, die bei schwerem Wetter Küstenrouten ansteuern möchten. (1)
Rigg und Handhabung
Alle Fallen und Reffleinen laufen nach achtern entlang des Decks zum Steuerstand, und die Großschot sowie die Vorsegelschot verlaufen über den Kajütaufbau, sodass das Boot einhand von dort aus bedient werden kann. Ein Harken Battcar-System ermöglicht ein einfaches Bergen des Großsegels, und das Großsegel mit Volllatte – im Vergleich zu einem Square-Top-Rigg gewählt – fällt sauber auf den Baum, ohne dabei an Leistung einzubüßen. Bei starkem Wind werden sowohl die Genua als auch das Großsegel mit Volllatten gerefft; bei leichtem Wind ist ein Screecher auf einer Bugsprietrolle einsatzbereit. Bei nur sechs Knoten scheinbarem Wind segelt die 500SE mit 4,5 Knoten. Die beiden 57 PS starken Yanmar-Diesel mit Saildrive werden über Einhebel-Throttles gesteuert, und die Motoren sind so dimensioniert, dass sie der Windangriffsfläche des Bootes bei engen Manövern gerecht werden. (1)
Steuerstand und Deck
Der Steuerstand an Steuerbord ist eine einzelne Schottenstation, die durch ein Hardtop-Bimini mit einer oberen Fensteröffnung für die Sicht auf die Segel geschützt ist. Die gepolsterte Bank bietet Platz für zwei Personen mit einem sicheren Gurt, der selbst bei schwerer See nicht über die Reling geworfen werden kann. Von diesem Aussichtspunkt aus sind alle vier Ecken des Bootes sichtbar. Breite Decks machen die Bewegung im Seegang sicher, und das Teak-Gangdeck mit verdeckten Kettenführungen bietet der Crew auf dem Vordeck einen sicheren Halt beim Ankerlegen. Das Ankergeschirr wird von vorn ausgefahren, sodass das Boot von selbst vom Kette abfällt. Eine Ankerwinde mit Bedienung für Aufhol- und Abwurf sowie ein Kettenzähler sind Standard. (1)
Unterbringung
Der Eigner-Rumpf liegt an Backbord und bietet eine maßgeschneiderte Doppelkoje achtern, Sitzbänke und ein Büro mittschiffs. Vorne kann ein wasserdichtes Schott einen Tauchkompressor beherbergen, direkt dahinter befindet sich eine große Ste douche und die Waschmaschine ist durch dieses Schott zugänglich. Der Steuerbordrumpf beherbergt zwei Gästekabinen, jeweils mit eigener Nasszelle. Die U-förmige Pantry sorgt für gute Arbeitsbedingungen beim Kochen unter Segeln und bietet reichlich Kühlfachkapazität sowie Stauraum. Ein eigener Maschinenraum bringt Generator, Wassermacher und ähnliche Aggregate für den routinemäßigen Service in Reichweite, und Seefilter befinden sich unter dem Bodenbrett der Kabine, sodass auslaufende Flüssigkeiten ungehindert in die Bilge fließen.
Ausrüstung und Systeme
Die Standard-Ausstattung für das Wohnen an Bord umfasst einen 6-kW-Generator, eine 1260-Ah-Verbraucherbank mit zwei tiefentladbaren Motorstartbatterien, einen 3000-W-Wechselrichter und ein 2500-W-Ladegerät mit Batteriemonitoring, einen Wassermacher sowie eine Klimaanlage mit Heizfunktion (Reverse-Cycle). Das Beiboot nutzt ein maßgeschneidertes Hebesystem am Baum und wird auf Auslegerkisten (Chocks) gestellt, anstatt auf See an Davits zu schwingen. Eine Badeplattform befindet sich zwischen der Achterbank und den Davits, mit einem Grill an Steuerbord und einem nach achtern gerichteten Filetierbrett an Backbord.
Das Fazit
Die Knysna 500SE ist ein durchdacht aufgeteilter Fahrtenkatamaran, der großen Wert auf sicheres Einhandbetrieb und geschützte Seemannschaft legt. Ihr Segelplan, die Ruderübersicht und das Unterwasserschiff arbeiten zusammen, um Törns komfortabel statt sportlich zu gestalten, und die eignergerechte Rumpflayout mit einem separaten Maschinenraum spiegelt ein Boot wider, das für längeres Wohnen an Bord gebaut wurde.
Vorteile
- Einhand-Segelkontrolle vom Steuerstand über Backfall-Fallen, Schoten und Reffleinen
- Unterwasserschiff-Form, die das Einsetzen in die Welle reduziert, und ein Spiegel, der einsteigende See abweist
- Sicheres Steuersitz und Rundumsicht von einer durch das Hardtop geschützten Position
- Eigner-Rumpf mit Büro und wasserdichtem vorderen Schott; zwei gegenüberliegende Gästekabinen mit eigener Nasszelle
- Starke Standardausrüstung: Generator, große Verbraucherbank, Wassermacher, Klimaanlage
Nachteile
- Zwei 57 PS Saildrive-Motoren erfordern möglicherweise mehr Wartungsaufwand für die Antriebsstrang-Komponenten als Wellenantriebe
- Die vollständige Standardausrüstung bedeutet, dass der Eigner allein viele Systeme zu warten hat



