Design und Konstruktion
Die Ingenieure von Knysna sahen Verbesserungspotenzial bei der St. Francis 44 in Bezug auf Innenraumvolumen, Kabinenhöhe und Gewichtsverteilung und setzten dort aktiv an. Die Rümpfe werden mit einem Airex-Schaumkern und handaufgelegtem, im Vakuum verklebtem Vinylesterharz gebaut, was zu hoher Festigkeit bei geringerem Gewicht führt. Eine geschickte Rumpf-Deck-Verbindung und ein relativ kleiner Deckssalon verleihen der 440 ein niedriges, schlankes Profil, das den Windwiderstand und die Abdrift minimiert. Unter dem Brückendeck brechen geriffelte Flächen die Form von Wellen auf, wenn sie auf den Rumpf treffen. Die originale St. Francis 44 trug ihre Motoren mittschiffs; das Team von Knysna verlegte sie nach achtern und fügte eine kleine Heckmulde hinzu, um das Seeverhalten und die Bewegungen im Wasser zu verbessern. Dies öffnete zudem den Raum mittschiffs in jedem Rumpf und sorgte für mehr Auftrieb in den Wellen, um das recht niedrige Brückendeck auszugleichen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Standard-Segelrigg kombiniert ein großes Großsegel mit einer Rollgenua und kann durch einen optionalen Screecher am Bugspriet oder einen Spinnaker ergänzt werden. Die Radsteuerung bringt alle Segelkontrollen in Reichweite, sodass eine einzelne Wache das Boot problemlos allein bedienen kann. Eine Kabine neben dem Steuerstand ermöglicht es der abwesenden Crew, direkt im Hörbereich des Ruders zu ruhen. Mit einer Brückendecksfreiheit von nur 24 Zoll sorgt die 440 für Kritik wegen ihres tiefen Tiefgangs, doch dieses niedrigere Profil zahlt sich in geringerem Windwiderstand und besseren Leistungen am Wind als bei vielen höheren, schwereren Katamaranen aus. Auf raumen Kursen bei 25 Knoten Wind in normaler See hält das Boot acht bis zehn Knoten Fahrt, während die optionalen 27-PS-Motoren sie unter Motor auf etwa sieben Knoten beschleunigen. (2)
Unterbringung
Knysna hat die Stehhöhe über dem ursprünglichen Standard von 6’2” (ca. 1,88 m) erhöht und bietet Käufern mehrere praktikable Optionen für Kabinen-, Rumpf-, Nasszellen- und Salon-Layouts, die auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das besichtigte Boot zeigte zwei Pantrys, und die Linie bietet im Allgemeinen die Wahl zwischen einer Pantry unter Deck oder oben an Deck, je nach Charter- oder Privatnutzung, wobei der Dekor sich an den Farben und dem Stil des Lebens am Strand orientiert. Trotz schmalerer Rümpfe als bei Konkurrenzbooten aus derselben Klasse wirkt das Innere eher geräumig als beengt. (1)
Leistung unter Last
Als leichteres Boot reagiert die 440 empfindlich auf Gewicht und Beladung und segelt am besten, wenn sie bis zu den Konstruktionswerten beladen ist. Überladen verlangsamt sie. Die Schilderung eines Eigners, der mehr als 4.000 Tage an Bord verbrachte, ohne dass das Boot durch das niedrige Brückendeck hart einsetzte oder schlug, deutet darauf hin, dass sich die Änderungen mit Heckmotor und Heckausleger im praktischen Seeverkehr durchaus auszahlten. (1)
Refits und Eignerschaft
Das Semi-Custom-Konzept bedeutet, dass eine 440 bereits im Rumpfbau anhand von Layout-Varianten für Kabinen, Nasszellen und Salon bestellt werden kann. Daher treffen zweite Eigner oft auf ein Boot, das bereits auf die Törns- oder Charterpläne des Vorbesitzers zugeschnitten ist. (1)
Das Fazit
Die Knysna 440 ist eine durchdacht weiterentwickelte Lavranos-Katamaran, die das hohe Brückendeck schwererer Konkurrenten gegen ein niedriges, windstilles Profil und die Gelassenheit eines Heckmotor-Antriebs eintauscht. Sie belohnt eine korrekte Gewichtsverteilung und bietet echten Einhand-Schwerpunkt, auch wenn ihre schmalen Rümpfe und geringe Bodenfreiheit bewusste Abweichungen von der Klassennorm sind.
Vorteile
- Nach achtern verlegte Motoren und der Hecktrichter verbessern die Bewegung im Seegang und schaffen zusätzlichen Platz mittschiffs
- Das flache Profil reduziert den Windwiderstand und verbessert die Leistung am Wind im Vergleich zu höheren Katamaranen
- Einwachtposition am Steuerstand mit angrenzender Kabine zum Ausruhen
- Flexibilität durch Semi-Custom-Layout für Charter oder Privatnutzung (1)
Nachteile
- Die Durchfahrtshöhe der Brücke von 24 Zoll sorgt bei Kritikern für Bedenken wegen des geringen Segelraums
- Engere Rümpfe als bei zeitgenössischen Konstruktionen der Klasse
- Leistung nimmt ab, wenn das Boot über die konstruktive Zuladung hinaus belastet wird (1)






