Design und Konstruktion
Der Rumpf von Lombard verleiht der 389 eine CE-Kategorie A für acht Personen an Bord, wobei die B- und C-Zertifizierungen auf zwölf Personen skaliert werden, und eine Schwenkkiel-Version trägt die B8-Einstufung – ein Typgutachten, das signalisiert, dass sie für anspruchsvolle Langstrecken konzipiert wurde und nicht nur für Hafenbummel. Der massive GFK-Rumpf und das Deck sind mit einem Spatenruder ausgestattet, und die Erfahrung der Werft mit den damaligen Serien-GFK-Verfahren bedeutet ein konventionell gebautes Boot ohne die im Jahr 2007 von Jeanneau über ganze Rümpfe hinweg eingeführte Vakuuminfusion. An Deck fanden die Tester eine Sitzbänke-Luke im Heck und zwei tiefe Backskisten, in einer davon befand sich das Kochgas – praktische Stauräume, obwohl dieselbe Prüfung feststellte, dass es keine Badeplattform gibt, sondern nur eine Badeleiter mit einer Länge von etwa einer Größe 42, die von einer Badeplattform (Swim Step) gespeist wird, die der Rezensent als viel zu kurz bezeichnete.
Rigg und Handhabung
Die 389 ist mit einem 754 Quadratfuß großen Segelfläche umfassenden 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, das eine Großschot und eine normale Fock besitzt. Auf dem Wasser erwies sie sich als schnell: Testsegler berichteten von Surfen auf bis zu 8 Knoten vor dem Wind und leichten 7 Knoten am Wind beim Ankern. Die Sicht vom Steuerstand wurde als gut gelobt, und die Plicht selbst war geräumig und auf einem innovativen Tisch mit großzügiger Stauraumlösung zentral platziert. Um das Großsegel zu fieren, muss man jedoch immer noch zwei oder drei Stufen am Mast hochsteigen – ein kleiner Kompromiss im sonst so einfachen Handling. Die Niedergangsstufen erhielten besondere Anerkennung, da sie eher wie eine Treppe als wie eine Leiter wirken, mit gut platzierten Handläufen und Haltegriffen über und unter Deck für den Bewegungsfreiheit bei jedem Wetter. (1)
Unterbringung
Unter Deck wurde die 389 im Layout mit drei Kabinen und Festkiel geprüft, wobei auch Versionen mit zwei Kabinen gebaut wurden. Die Nasszelle bot mehr Platz als die eigene Dufour 382 des Testers, wobei zusätzlicher Raum für eine Dusche eingeplant war, und fühlte sich sehr komfortabel an, ausgestattet mit einer Edelstahlspüle und einer Duschkopfhalterung. Jede Kabine verfügte über 220V-Steckdosen und USB-Anschlüsse, was der Tester als Bonus hervorhob. Die Wassertanks – 200 Liter – wurden als gut dimensioniert für die Yacht bewertet, und dieselbe Crew kam problemlos zehn Tage ohne Nachfüllen aus. Die V-Koje im Vorschiff war jedoch dunkel: Es gibt dort keine Rumpfscheiben, und nur ein Deckel lässt Licht herein. In der Pantry schließen sich die Schränke nicht sanft, und der Schrank über dem Herd öffnet nach unten auf das Kochfeld, sodass alles, was auf dem Herd steht, herunterfällt, wenn der Schrank geöffnet wird.
Bekannte Schwachstellen
Die Erfahrung aus der Praxis ist zwar spärlich, aber spezifisch. Die kurze Badeleiter und das fehlende Badeboard erschweren das Wiederaufsteigen aus dem Wasser. Die dunkle V-Koje entsteht durch den Mangel an Rumpfscheiben und eine einzige Luke. Der Schrank über dem Herd in der Pantry ist beim Öffnen ein echter Ärgernis. Es gibt keine Fußpumpe für Salzwasser, und die Schränke der Pantry fehlen weiche Schließbeschläge. Keines dieser Mängel ist strukturell; es handelt sich um Mängel an der Wohnlichkeit, die ein Käufer gegen das ansonsten durchdachte Layout des Bootes abwägen kann.
Refits und Unterhalt
Der Zugang zum Motor unter Deck wird durch hydraulische Arme erleichtert, die die Luke offen halten – ein kleiner, aber spürbarer Komfort für Eigner. Die 220V- und USB-Versorgung deutet bei den meisten Eignern eher auf moderate Upgrades als auf eine komplette Umschaltung der Verkabelung hin. Das gezeigte feste Drei-Kabinen-Layout ist die häufigere Konfiguration für Fahrtenyachten, während die Zwei-Kabinen-Version je nach Bauweise einen größeren Salon oder Eignerraum bietet.
Das Fazit
Die Sun Odyssey 389 ist eine rein auf Fahrt ausgelegte Fahrtenyacht mit viel Dynamik und einer wirklich durchdachten Aufteilung von Cockpit und Nasszelle, die in kleinen Details durch schlechte Beleuchtung im vorderen Bereich sowie unpraktische Details im Bereich der Pantry und des Badezugschwimmbeckens abgemildert wird.
Vorteile
- Schnelle Leistung am Wind und vor dem Wind für den Größenverhältnis des Ankers
- Geräumige Plicht mit innovativem, stauraumreichem Tisch
- Größerer als vergleichbarer Nassbereich mit separater Dusche
- Gute Tankkapazitäten für ausgedehnte Törns ohne Zwischenstopps
- Einfacher Niedergang und zahlreiche Handläufe für sicheren Bewegungsspielraum (1)
Nachteile
- Dunkle V-Koje ohne Rumpfscheiben und nur mit einem einzigen Luk
- Der Schrank über dem Herd in der Pantry fällt direkt auf die Kochplatte
- Keine Badeplattform und eine zu kurze Badeleiter
- Keine Fußpumpe für Salzwasser; Pantry-Schränke mit harten Schließungen







