Design und Konstruktion
Der Rumpf präsentiert eine sehr saubere Kanu-Rumpflinie mit einem großen Flossenkiel und einem tiefen Spatenruder. Stuart Johnstone bestätigte, dass das Unterwasserprofil dem der J/35 sehr ähnlich ist. Bemerkenswert ist, dass es kein Skeg und keine Filtrung im Bereich des Kielwurzels gibt – eine bewusste Vereinfachung der Verbindung zwischen Anhänge und Rumpf. Der Mittelbereich zeigt einen sanften 10-Grad-Deadrise, der in eine schmale Wasserlinienbreite mit einer großzügigen Ausbuchtung des Überwasserschiffs übergeht. Über der Wasserlinie sind die Seitendecks sehr breit, und die Plicht ist auf beiden Seiten hochgezogen, um den Halt bei Krängung zu verbessern. Das D/L-Verhältnis von 159 und die hohe statische Stabilität verleihen der J/44 reichlich Stabilität für Offshore-Einsätze. (1)
Rigg und Handhabung
An Deck ist die 44 als Slup mit zurückgepfeilten, doppelten Salingen (im Originaltext „triple spreaders“) getakelt, wobei Backstagen und Checkstays zum Spiegel geführt werden. Die J-Dimension ist im Vergleich zu einer I-Dimension von 54 Fuß und einer E-Dimension von 19,4 Fuß recht kurz ausgefallen. Das Deck verfügt über eine lange T-Plicht, die durch den Traveller geteilt wird, und ein großes Rad mit hoher Dichte durchdringt das Bodenbrett. Am Steuerstand gibt es keine Plichtschale – ein offenes Layout, das die Bewegungsfreiheit und Sicht der Crew fördert. Im IMS-Linear-Random-Modus erzielt sie bei 10 Knoten Wind einen Wert von 517, ein Ergebnis, das einem Boot entspricht, das sowohl unter Regatta- als auch unter Fahrtenbedingungen Leistung bringen soll.
Unterbringung
Unter Deck ist die Aufteilung für zwei Paare mit Kindern oder eine kleine Regattacrew ideal. Der Essbereich nutzt einfache Sofakojen mit einem klappbaren Tisch – eine Konfiguration, die als eine der nutzbarsten Anordnungen auf dem Wasser gilt. Eine Duschkabine und die Möglichkeit, das WC doppelt zu nutzen, unterstreichen den Fokus auf das Fahrtensegeln. Die beiden achteren Doppelkojen-Kabinen liegen jeweils über dem Motorraum und bieten beide die Option einer erhöhten Rohrkoje für zusätzliche Schlafplätze. Das Interieur bietet eine gute Balance zwischen Privatsphäre und den praktischen Anforderungen eines Bootes, das auch mit voller Crew regatten kann.
Das Fazit
Die J/44 ist eine zweckorientierte Fusion aus Regattaboot und Hochsee-Fahrtenyacht. Sie nutzt die bewährte Unterwassergeometrie der J/35 direkt und vergrößert gleichzeitig die Plattform für ausgedehnte Törns und Einheitsklassenregatten. Ihre klaren Rumpflinien, hohe statische Stabilität sowie die durchdachten Cockpit- und Kabinenaufteilungen machen sie zu einer soliden Wahl für Segler, die Geschwindigkeit nicht auf Kosten von Wohnkomfort opfern wollen.
Vorteile
- Entwurf von Rod Johnstone, der die Linie der J/35 mit einer etablierten Einheitsklasse fortsetzt
- Klare Kanuform mit großem Flossenkiel und tiefem Spatenruder; kein Skeg oder Kielquerschnittsprofil
- Breite Seitendecks und ein eingesetzter Cockpitboden für sicheren Halt bei Krängung
- Aufteilung ideal für zwei Paare oder eine Regattacrew mit Achterkabinen und Optionen für Rohrkojen
- Hohe statische Stabilität und leistungsorientierter Segelplan (SA/D 23, IMS-Rating 517)
Nachteile
- Die kurze J-Dimension und das Rigg mit drei Salingen und Bakstagen erhöhen die Komplexität beim Segelhandling
- Das offene Steuerstand ohne Süll kann den Steuermann dem Wetter aussetzen








