Design und Konstruktion
Der Rumpf der 420 ist aus massivem GFK-Laminat gefertigt, das unter Druck mit triaxialem Gewebe laminiert wurde, um ein hohes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht zu garantieren. Er kann als Einzelblock-Formung betrachtet werden. Der Ballast ist im Inneren und im Kiel eingegossen, was den Unterwasserschiffsbereich abdichtet und eine zweite Bodenstruktur schafft – eine doppelte Bodenkonstruktion, die die Anfälligkeit für äußere Kielbolzen völlig ausschließt. Im Innenraum ruht die Einrichtung auf einer strukturellen Bodenwange, und die Schotten sind an Rumpf und Deck anlaminiert, sodass der Innenraum strukturell mit dem Überwasserschiff verbunden ist und nicht darauf „schwebt“. (1)
Das Deck ist mit Polycore-Sandwichbauweise ausgeführt – einem patentierten Füllstoff aus Mikro-Luftkammern, der der Decksplatte Steifigkeit und Isolierung verleiht, ohne die Fäulnisrisiken von Balsa oder Schaumstoff zu bergen. Die Werft stützte dieses System mit einer 10-jährigen Garantie gegen Decksdegradation sowie einer ähnlichen 10-jährigen Garantie gegen Osmose im Rumpf ab. Die Püttinge sind das Detail, das die Seriosität des Bootes unterstreicht: Sie sind für eine breite Riggbasis ganz außen positioniert und direkt am Rumpf befestigt. Dies geschieht über ein doppelwandiges Schweißsystem, das in GFK eingebettet und mit unidirektionalen und biaxialen Glasfasern bis tief in die Bilge hinab verstärkt ist. Motorlager, die auf dem Kiel montierte Mastspur, ein vollständig nummeriertes 12-Volt-Kabelbaum-System und die Steueranlage zeigen dieselbe akribische Sorgfalt wie die Arbeit an der Rumpf-Deck-Verbindung und den Püttingen. (1)
Kiel, Rigg und Seeverhalten
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Unterwasserschiff: ein Full Foil Keel – ein langer Kiel, der als hydrodynamisches Profil konzipiert ist, das feiner ausgearbeitet ist als eine reine Flachseite. Er soll Auftrieb erzeugen, wenn die Geschwindigkeit im Wasser zunimmt. Der Standardtiefgang beträgt 5 Fuß 0 Zoll (ca. 1,52 m) mit einer Flachkiel-Option von 4 Fuß 6 Zoll (ca. 1,37 m). Das Boot verfügt über ein am Spiegel befestigtes Ruder und einen geschützten Propellerschacht – das klassische Paket für Schutz des Unterwasserschiffs, hohe Toleranz bei Grundberührungen und den Schutz vor Treibgut.
Das Kutterrigg nutzt moderne Segelbedienungstechnik. Auf der Lieferjolle aus Bermuda arbeitete ein Rollgroßsegel im Maststau problemlos und ohne Störungen selbst in unruhigen Abschnitten des Golfstroms, die Genua oder der Yankee rollten auf einem Vorlieger, und das Stagsegel hing direkt achtern auf einem Rollfockantrieb kombiniert mit einer Hoyt-Gaffel. Außenliegende Püttinge und eine ungewöhnlich breite Salingbasis für ein modernes 42-Fuß-Boot sorgen für eine breite, stabile Plattform. Am Wind segelt die 420 bei mäßigem Wind hervorragend 45 Grad vom wahren Wind entfernt – näher, als es ihr Volumen vermuten ließe.
Leistung auf See und bei Langstreckenfahrten
Das Seeverhalten ist das Hauptmerkmal. Tester fanden ein angenehm kontrolliertes und leichtes Verhalten ohne plötzliche Rucke oder unerwartete Stopps. Das Boot zeigte eine einfache, gutmütige Charakteristik im Seegang, was sich auch in der Robustheit bei schwerem Wetter und hoher Steifigkeit unter vollen Segeln niederschlug – hier leistet das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 Prozent seine Arbeit. In einem Test auf boats.com stellte die Crew fest, dass die 420 mit Genua und Großsegel leichtgelaufen bei sieben Knoten Fahrt vorankam und hoch am Wind auf den Wellen der Golfströmung bei acht Knoten Fahrt mit voller Groß- und Stagsegel segelte. Die Überquerung der Bermudas selbst dauerte drei Tage und sechzehn Stunden bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 7,3 Knoten über dem Kiel, und der 75 PS starke Yanmar schob das Boot unter Motor mit angenehmen sechs Knoten ins Hafenbecken. Blue Water Sailing fand das Boot mit einem B/D-Verhältnis von 40 Prozent steif und stabil bei starkem Wind. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 257 und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 18 passen perfekt dazu: genügend Gewicht für Komfort, genügend Segelfläche, um auch bei leichtem Wind Fahrt zu machen. (1)
Unterbringung und Decksplan
An Deck ist die Plicht tief und mit hohen Sitzflächen ausgestattet, die Halt bieten und das Spritzwasser abweisen. Die Seitendecks sind breit und frei von Hindernissen, und die niedrigen Fußrelingen an der Rumpf-Deck-Verbindung sorgen für sicheren Tritt. Der Ankerkasten ist in zwei separate Kammern unterteilt – ein kleiner, aber aussagekräftiger Detail für Fahrtensegler. Unter Deck unterstützen dieselben Tanks mit 250 Gallonen Wasser und 160 Gallonen Kraftstoff, die von Testern als „große Tanks“ bezeichnet wurden, das Konzept der Autarkie. Die Pantry erhielt besonders viel Lob als hervorragender Arbeitsbereich für ein Paar. Das Boot wird wiederholt als leicht zu segeln einhand oder zu zweit beschrieben, was sich durch das Rollrigg und das geschützte stehende Gut gut erklären lässt.
Das Fazit
Die Island Packet 420 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht mit geringem Tiefgang, deren Konstruktionsdetails – internes Ballastgewicht, außen angeordnete, verschweißte Püttinge, geschützte Verkabelung sowie Garantie auf Deck und Rumpf – für einen wartungsarmen Betrieb über einen langen Zeitraum sprechen. Sie ist keine Leichtwind-Rakete, aber ihr Seeverhalten, die Handhabung des Riggs und ihre Werte beim Kursstehen machen sie zu einer absolut soliden Hochsee-Yacht für Paare.
Vorteile
- Der eingebaute geschlossene Ballast schafft eine zweite Rumpfsohle und eliminiert das Risiko von Kielbolzenproblemen
- Außenliegende Püttinge mit doppelt verschweißter Gurt-und-Schlauch-Verbindung zum Rumpf
- Rollfock und Mastfurlung machen sie absolut einhand- oder einpaartauglich
- Gutmütige, stabile Bewegungen im Seegang mit dokumentierten acht bis neun Knoten Höhe am Wind bei schwerem Wetter
- 10-jährige Werftgarantie gegen Decksdegradation und Osmose
Nachteile
- Der Standardtiefgang von 1,52 m (4'6" Flachkiel) schränkt die Leistung am Wind im Vergleich zu zeitgenössischen Modellen mit Flossenkiel ein
- Die ungewöhnlich breite Salingbasis und der Langkiel ordnen das Boot fest in die Kategorie der Fahrtenyachten mit moderater Verdrängung ein, nicht in den Performance-Bereich




