Hunter 450 Passage — Informationen, Bewertung, technische Daten

Hunter Design Team·1996·Hunter Marine
Hunter 450 Passage drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
44.25' · 13.49 m
Verdr.
26.180 lbs · 11.875 kg
Erstes Baujahr
1996

Die Hunter Passage 450 ist eine amerikanische Segelyacht, die erstmals 1996 von der Werft Hunter Marine in den Vereinigten Staaten gebaut wurde. Sie wurde vom hauseigenen Hunter Design Team als Fahrtenyacht entworfen und ist mittlerweile aus dem Produktionsprogramm genommen worden. Mit einer Länge über alles (LOA) von 44'3", einer Breite von 14 Fuß und einem MittelcockpitLayout wurde sie als autarke, seetüchtige Fahrtenyacht mit viel Raum und Komfort konzipiert, die sich leicht handhaben und für eine Familie oder Crew auf See sicher bewegen lässt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
44,25 ft
Länge an Deck
45 ft
Länge in der Wasserlinie
38,58 ft
Breite
14 ft
Tiefgang
5,5 ft
Maximale Stehhöhe
6,5 ft
Durchfahrtshöhe
63 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
9.680 lbs (Blei)
Verdrängung
26.180 lbs
Wasserkapazität
200 gal
Kraftstoffkapazität
100 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
49,38 ft
Unterliek Großsegel
16,82 ft
Vorsegeldreieck Höhe
55,42 ft
Vorsegeldreieck Basis
16,92 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
57,95 ft
Segelfläche
908 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,47
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
36,97
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
203,53
Komfort-Ratio
29,9
Kenterungsverhältnis
1,89
Rumpfgeschwindigkeit
8,32 kn

Design und Konstruktion

Die Rumpfkonstruktion besteht aus handaufgelegtem GFK unter Verwendung von Polyester- und Vinylesterharzen, wobei ein Baltek-Balsakern oberhalb der Wasserlinie eingesetzt wurde, um das Gewicht zu reduzieren und die Segmente steifer zu machen. Oberhalb der Wasserlinie ist das Deck als Sandwich aus GFK und Bootsbausperrholz ausgeführt, und das Unterwasserschiff erhält durch eine strukturelle Gitterstruktur, die in den Rumpf integriert und überlaminiert ist, seine Monocoque-Eigenschaften. Der gesamte Unterwasserkörper ist somit praktisch vollständig eingehüllt, was die Lasten gleichmäßig über die Außenhaut verteilt. Die Bilge wird für die Kielbelastungen verstärkt, und der gusseiserne Bulbflügelkiel ist außen mit sieben 1-Zoll-Gerätewerft-Bolzen aus Edelstahl befestigt. Formverleimte Innenschalen nehmen die Schotten und die Innenarchitektur auf, die mit den Innenschichten verklebt sind. Cruising World stellte fest, dass diese höheren Baustandards die CE-Zertifizierung für unbegrenzte Hochseetauglichkeit einbrachten, was einem Serien-Fahrtenyacht ein hervorragendes Vertrauensvotum ausstellt. (1)

Rigg und Handhabung

Das Boot ist mit einem Masttoppslup-B&R-Rigg ohne Achterstag ausgestattet; zurückgepfeilte Salingen und umgekehrte Diagonalen verhindern ein Vorspreizen des Mastes und verleihen ihm hohe Steifigkeit. Starre, verstellbare Stützen ermöglichen eine leichtere Spantkonstruktion und eine bessere Druckverteilung über die breitere Decksoberfläche. Ein struktureller, das Cockpit überspannender Geräteträger hebt die Großschot und den Baum für die Crew frei. Das Großsegel mit Volllatten und ausgestelltem Achterliek liefert kontrollierbare Leistung, die sowohl als Ersatz für ein konventionelles Großsegel als auch für eine sperrige Genua dient. Tester bei leichtem Wind fanden sie sehr agil: Bei 8–10 Knoten Wind auf flachem Wasser beschleunigte sie gut und hielt 5–6 Knoten am Wind, obwohl der flache Kiel, das erhebliche Freibord und das große Großsegel eine messbare Abdrift verursachten. Die mechanisch übertragene Steuerung erwies sich als direkt und eine klare Verbesserung gegenüber dem Flex-Kabel-System von Booten mit mittigem Cockpit. (1)

Unterbringung

Das größere Volumen war der Grund für das höhere Freibord und das Mittelcockpit. Im Inneren sorgen riesige, umlaufende Fenster dafür, dass der Hauptsalon von Licht durchflutet wird. Der Niedergang nutzt eine halbspiralförmige Treppe, die sich knapp an Backbord der Mittellinie befindet. Eine Längssofakojüte verläuft an Backbord, dahinter befindet sich eine U-förmige Pantry. An Steuerbord führen ein sechs Personen fassender Esstisch, eine Navigationsecke und eine Nasszelle nach achtern zu einer Eignerkabine mit einer Queen-Size-Koje auf einer eigenen Boxspring-Matratze. Eine Bug-Eignerkabine verfügt über eine zweite Queen-Size-Koje und eine eigene Nasszelle. Zu den Werftoptionen gehörten eine Badewanne sowie eine Waschmaschine und ein Trockner im Heck. Das offene Hecksschwert bietet tiefe Schränke und eine Dusche mit Süßwasser.

Ausrüstung und Systeme

Eine doppelte Ankerrolle am Vorsteven führt direkt zu einer großen Ankerkiste mit integriertem Ankerwinden, was das Vordeck frei hält. Der 78 PS starke Volvo-Diesel befindet sich an einer außergewöhnlich zugänglichen Stelle, kombiniert mit einer erhöhten Batteriekapazität, einer beliebten Generatoroption und einer zentralen Klimatisierungsoption. Die Tankkapazitäten sind großzügig bemessen mit 100 Gallonen Kraftstoff und 200 Gallonen Wasser sowie zwei 25-Gallonen-Fäkalientanks. Ein Gaffelgurtbügel aus GFK und ein Rollgroßsegel mit Mastfurlung gehörten zu den verfügbaren Werftausstattungen.

Das Fazit

Die Passage 450 ist eine moderne, geräumige und funktionale Fahrtenyacht, deren B&R-Rigg und der durch den Geräteträger optimierte Decksplan die Segelbedienung für Paare oder Familien vereinfachen. Ihre Konstruktion entspricht den CE-Standards für unbegrenzte Offshore-Einsätze, und das Volumen unter Deck ist für diese Länge außergewöhnlich großzügig. Abdrift durch den Flachkiel und der Verzicht auf ein herkömmliches Achterstag sind Kompromisse, die ein Käufer verstehen sollte. Dennoch bietet das Boot Komfort und Offshore-Glaubwürdigkeit in einem einzigen Serienmodell.

Vorteile

  • CE-zertifiziert für unbegrenzte Hochseetauglichkeit mit ummanteltem Bodengruppe-Raster und verstärkter Bilge
  • B&R-Rigg ohne Achterstag und mit am Geräteträger aufgehängter Großschot erleichtert die Handhabung
  • Außergewöhnliches Wohnvolumen mit zwei Queen-Koje-Kabinen und separaten Nasszellen
  • Zugänglicher Volvo-Diesel, Generatoroption und Tanks mit 100 bzw. 200 Gallonen Fassungsvermögen

Nachteile

  • Der flache Kiel mit hohem Freibord führt am Wind zu spürbarem Abdriften
  • Der Balsakern oberhalb der Wasserlinie erfordert ein sorgfältiges Gutachten auf Feuchtigkeit
  • Einige Annehmlichkeiten (Badewanne, Waschmaschine/Trockner) zeigen eher die Ambitionen einer Fahrtenyacht als die Suche nach Einfachheit

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