Hunter 340 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Hunter Design Team·1997·Hunter Marine
Hunter 340 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
33.75' · 10.29 m
Verdr.
11.030 lbs · 5.003 kg
Erstes Baujahr
1997

Die Hunter 340 entstand 1997 aus dem Entwurfsbüro von Hunter Marine als eine in den USA gebaute 33 Fuß 9 Zoll lange Fahrtenyacht für Küstenfahrten, deren Produktion bis 2002 lief (eine Quelle datiert die Bauzeit auf 1998 bis 2001). Konzipiert vom Hunter Design Team eher als Fahrtenyacht als als Regattayacht, verdrängt sie 11.030 Pfund und ist mit einem angebolzten Bleikiel sowie einem Spatenruder ausgestattet. Sie gehört zur Generation der amerikanischen SerienFahrtenyachten der späten 1990er Jahre, bei denen Volumen und wartungsarme Decks der Schlichtheit von Blauwasserbooten vorgezogen wurden.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
33,75 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
28,58 ft
Breite
11,67 ft
Tiefgang
4,5 ft
Maximale Stehhöhe
6,33 ft
Durchfahrtshöhe
55,75 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
4.100 lbs (Blei)
Verdrängung
11.030 lbs
Wasserkapazität
75 gal
Kraftstoffkapazität
30 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
44 ft
Unterliek Großsegel
16 ft
Vorsegeldreieck Höhe
43 ft
Vorsegeldreieck Basis
11,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
44,51 ft
Segelfläche
682 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
22,02
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
37,17
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
210,93
Komfort-Ratio
21,45
Kenterungsverhältnis
2,1
Rumpfgeschwindigkeit
7,16 kn

Design und Konstruktion

Die 340 verfügt über einen massiven GFK-Rumpf mit dickem Gelcoat, der durch eine durchgebolzte Rumpf-Deck-Verbindung mit einem durchgehenden Lenzdekor abgedeckt ist. An Deck gibt es keine Holzverzierungen, was die saisonalen Pflegeaufwendungen minimiert. Der offene, umgedrehte Spiegel führt direkt zu einer integrierten Badeplattform mit einem Frischwasserduschkopf und einer teleskopierbaren Edelstahlleiter. Ein klappbarer Steuersitz ermöglicht es der Crew, auf diese Plattform zu treten, ohne über Möbel klettern zu müssen. Der Kiel selbst wurde in Dichtmasse eingesetzt und anschließend gebolzt; das Boot wurde so konstruiert, dass weniger Gewicht im Mast untergebracht werden muss, was zu kleineren Mastprofilen führt. Das markanteste strukturelle Merkmal ist der integrierte Geräteträger direkt vor der Plicht: Bei den Modellen von 1998 und 1999 war er aus geformtem GFK gefertigt, während für die Modellejahre 2000 und 2001 Edelstahl verwendet wurde. Dieser Geräteträger dient nicht nur dem Stil – er trägt den Traveller der Großschot und macht es der Plichtcrew überflüssig, beim Wenden ihre Position zu wechseln. (1)

Rigg und Handhabung

Was die 340 in ihrer Ära auszeichnet, ist das fraktionierte B&R-Rigg, das auf dem System von Lars Bergstrom und Sven Ridder basiert. Es nutzt zurückgepfeilte Salingen, umgekehrte Diagonalen und Maststützen, um das Achterstag komplett zu eliminieren. Diese Konfiguration ermöglicht ein Großsegel mit großem Achterliek und eine 110-prozentige Arbeitsfock. Mast und Baum sind aus Aluminium gefertigt, die meisten Decksbeschläge bestehen aus Edelstahl. Der Kompromiss ist spürbar: Die zurückgepfeilten Salingen verhindern, dass das Großsegel auf raumen Kursen vollständig gefiert werden kann. Am Wind berichten Skipper, dass die kleine Genua in Kombination mit dem großen Großsegel für Luvgierigkeit sorgt. Bei 15 Knoten Wind oder mehr ist es notwendig, das Boot zu reffen, um es auszubalancieren; diese Luvgierigkeit kann den optionalen Batterie-Piloten überfordern, wenn der Wind zunimmt. Die Fockwinschen befinden sich auf dem Kajütaufbau und nicht am Süll, wodurch sie vom Steuerrad aus nicht bedient werden können, was das Einhandsegeln unpraktisch macht. Einige Boote verließen die Werft mit nur einer Winsch an Steuerbord zur Aufteilung. Die Wanten des Mastes sind sowohl an der Kabinenseite als auch am Fußreling befestigt, was teilweise den Weg nach vorn für Arbeiten auf dem Vordeck blockiert. Trotz dieser Unannehmlichkeiten berichten Eigner von einer typischen Höchstgeschwindigkeit am Wind von knapp über 7 Knoten. Obwohl sie bei Regatten um die Bojen in vielen Flotten mitmischen kann, eignet sie sich besser als Küstenkreuzer mit einem PHRF-Durchschnitt von rund 141. (1)

Unterbringung

Unter Deck wurde die 340 so aufgeteilt, dass sie zum Verweilen einlädt. Der Salon bietet eine Stehhöhe von 1,93 m (6 Fuß 4 Zoll), einen großen Esstisch für acht Personen und eine hochwertige Pantry mit einem zweiflammigen Herd, Backofen, Mikrowelle, einer Spüle mit zwei Becken, Kühlschrank, Gefrierschrank und einem Corian-Arbeitsplatte. Sie bietet Platz für sieben Schlafplätze – zwei im Vorschiff in der V-Koje, zwei achtern und drei auf der umbaubaren Sitzecke und dem Sofa – aufgeteilt auf zwei separate Kabinen, die jeweils über drei Kleiderschränke verfügen. Die Nasszelle ist um eine große Dusche herum konzipiert. Die Plicht bietet Platz für acht Personen und ist ausdrücklich für geselliges Beisammensein eingerichtet, mit einem 28-Zoll-Decksschraubenrad im Destroyer-Stil an einer Konsole, die eine klappbare Tischplatte, eine kleine Kühlbox und Stauraum beherbergt, sowie zwei Sitzbänken am Heckkorb, die sich hervorragend zum Entspannen bei Wind und Aussicht eignen. Das Boot liest sich ebenso als Sommer-Treffpunkt im Hafen wie als Fahrtenyacht.

Bekannte Schwachstellen

Da es sich um ein Boot mit an Deck gestepptem Mast handelt, ist die 340 im Laufe der Zeit anfällig für übermäßige Kompression am Mastfuß und für Decksdelaminationen durch Wassereintritt – die bekannten Schwachpunkte dieser Konstruktion. Einige Eigner haben dünne Haarrisse im Rumpfboden nahe dem angebolzten Kiel festgestellt. Die graue rutschfeste Deckfarbe neigt im Alter dazu, abzuschaben und zu blättern. Am kritischsten für Hochseetörns ist die Badeplattform, die direkt auf die Bilge öffnet und nur durch Gummiklammern gehalten wird – ein Detail, das bei rauer See Wasser unter Deck eindringen lassen könnte. Das elektrische System wurde von den Eignern als „einfach“ bezeichnet, mit wenigen Sicherungen und einer einzigen 30-A-Steckdose für Landstrom. (1)

Refits und Eignerschaft

Praktische Refit-Schwerpunkte liegen bei den Schwachstellen des Bootes. Robustere Verschlüsse für die Schränke der Badeplattform und eine interne Barriere in diesen Schränken schließen das Risiko von Wassereinbruch aus. Das Nachrüsten eines Bugspriets und zusätzlicher Winschen erweitert zudem die Möglichkeiten beim Segelhandling. Einige Eigner haben die Kanten des Motorzugangs mit dickem Filz abgedichtet, um Klappergeräusche zu dämpfen, und eine Sintflutpumpe installiert, sodass das Wasser der Dusche über Bord statt in die Bilge läuft. Die frühesten Rümpfe sind mittlerweile über zwanzig Jahre alt, und Eigner berichten, dass die Boote ohne größere Mängel oder Ausfälle bestehen. Eine Hunter 340 Facebook-Gruppe vereint rund 60 Mitglieder aus den USA, Kanada und Australien.

Das Fazit

Die Hunter 340 ist eine gut durchdachte Fahrtenyacht aus den späten 1990er Jahren für Küstenfahrten, die die traditionelle Einfachheit des Riggs gegen Volumen, geringen Wartungsaufwand und ein geselliges Cockpit eintauscht. Das B&R-Rigg und der Travellerschuh auf dem Geräteträger sind echte Innovationen, aber die Luvgierigkeit, die Winschen auf dem Kajütaufbau und das Schloss der Badeplattform erfordern einen Käufer, der das Boot ausschließlich im Rahmen seiner Küstenreviere segeln lässt.

Vorteile

  • Der integrierte Edelstahlbügel trägt den Traveller und macht die Plicht bei Wenden frei
  • Geräumige, acht Sitzplätze umfassende Plicht und Salon mit 1,93 m Stehhöhe und einer großen Pantry
  • Solider GFK-Rumpf mit durchgebolztem Kiel-und-Rumpf-Verbindung und gebolztem Bleikiel
  • Ohne Holzdecksverzierungen reduziert sich die saisonale Pflege

Nachteile

  • Das B&R-Rigg mit zurückgepfeilten Salingen begrenzt die Leichtigkeit des Großsegels vor dem Wind und erzeugt Luvgierigkeit
  • Die Badeplattform, die nur durch Gummisperren gesichert ist, öffnet direkt in die Bilge
  • Die Fockwinschen sind vom Steuerstand aus nicht erreichbar und einige Boote fehlt eine Winsch an Steuerbord
  • Der an Deck stehende Mast neigt bei Wassereintritt zur Kompression und Delamination

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