Design und Konstruktion
Archambault baute die Grand Surprise aus massivem GFK-Polyester, mit einem Deck aus demselben massiven Laminat und einem tiefen Bleibulbkiel, dem Eigner zufolge für das schnelle Beschleunigen des Bootes und die hohe Leistung am Wind verantwortlich ist. Der Rumpf verfügt über eingetiefte Borddurchlässe, was das Unterwasserschiff sauber hält, und über zwei Luken zu den Stauräumen, während das Standardboot nur eine hat. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39,6 Prozent und ein Kenterungsverhältnis von 2,17 ordnen sie fest im lebendigen, seetüchtigen Bereich der Performance-Cruiser ein und nicht im schwerfälligen Mainstream der Fahrtenyachten. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg ist um einen ausziehbaren Bugspriet und ein modernes Rigg herum aufgebaut, das im Laufe der Jahre regelmäßig erneuert wurde. Dyform-Stagen und ein Spectra-Achterstag wurden 2011 installiert, ergänzt durch Dyneema-Regallinen und -Schoten im Jahr 2017 sowie einem neuen Decksbeschlag. Harken Tufluf-Genuaschotstrecker ermöglichen es, das Vorsegel eng an der Mittellinie zu fahren, um auf raumen Kursen mit viel Wind zu segeln. Ein Aluminium-Spinnakerbaum ergänzt den Bugspriet für asymmetrische oder konventionelle Kites. Das Boot verfügt über vier Lewmar Selbstholer und eine Spinlock-Pinnenverlängerung, die die Kontrolle am Ruder erleichtern. Der Segelplan von 544 Quadratfuß bei einer Wasserlinienlänge von 29,3 Fuß führt zu einer berechneten Rumpfgeschwindigkeit von 7,25 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Grand Surprise eher eine funktionale Regatta-/Fahrtenyacht als eine schwimmende Wohnung. Eine vakuumgestützte Lavac Bordtoilette mit einem 40-Liter-Entleerungstank und ein einzelner flexibler 100-Liter-Wassertank versorgen die zweiflammige Gasherd in der Pantry mit ihrem separaten 5-Liter-Tank. Ein Waeco-Kompressor-Kühlschrank wird als neu angegeben, und die elektronische Dieselheizung Ebensprächer D2 verlängert die Segelsaison. LED-Innenbeleuchtung und ein klappbarer Tisch, der sich auch im Cockpit nutzen lässt, halten den Raum flexibel, während das Komfort-Ratio von 14,48 zeigt, dass dies ein Boot ist, das in erster Linie zum Segeln und erst in zweiter Linie zum Wohnen gebaut wurde.
Refits und Eignerschaft
Der gezeigte Rumpf weist eine disziplinierte Refit-Historie auf. Das stehende Gut wurde 2011 auf Dyform umgestellt, das laufende Gut auf Dyneema-Rennleinen und die Decksbeschläge im Jahr 2017. Zudem wurde der Rumpf 2019 komplett ausgebaut, mit neuem Epoxidharz überholt und mit einer Hempel-Silikon-Antifouling versehen. Der Nanni 2.50 14 PS Diesel aus dem Jahr 2005 hatte rund 600 Betriebsstunden auf dem Tacho und trieb einen zweiflügeligen Faltpropeller über einen einzelnen Wellenschaft mit einem Racor-Filter am 35-Liter-Kraftstofftank an. Zwei Batterien aus dem Jahr 2020, ein Mosfet-Splitter und ein Quick 2x12-Ampere-Ladegerät mit einem NASA-Monitor vervollständigen die modernisierte Elektrik. (1)
Das Fazit
Die Grand Surprise ist ein klares, gut dokumentiertes Beispiel für den modernen französischen Performance-Cruiser: leicht auf den Beinen, steif am Wind und mit einem Refit-Logbuch, das viel Spekulation überflüssig macht. Sie belohnt Segler, die schnell Strecke machen und ein einfaches Leben an Bord führen wollen.
Vorteile
- Tiefer Bleibulbkiel sorgt für schnelle Beschleunigung und hervorragende Leistung am Wind
- Lückenlose Refit-Historie für Rigg und Rumpf bis 2019
- Saubere, solide GFK-Konstruktion mit eingelassenen Borddurchlässen und zusätzlicher Stauraumluke
Nachteile
- Die bescheidene Kraftstoffkapazität von 7 Gallonen und die Wasserkapazität von 26 Gallonen begrenzen das autarke Fahrtensegeln auf längere Zeit
- Die zweiflammige Pantry mit der nicht CE-konformen Gasanlage ist für längere Aufenthalte sehr einfach ausgestattet






