Design und Konstruktion
Die First Class 7.5 wird im Resin-Infusionsverfahren gebaut – ein Verfahren, das Beneteau nutzt, um die Gewichts- und Qualitätskonstanz für den One-Design-Klassenverband zu optimieren. Der Rumpf besteht aus resinfundiertem Glas mit einem Balsaholz-Sandwichdeck, und der Kiel ist eine injizierte Komposit-Flosse, deren unterer Teil von einer Bleischuh-Kielschuh-Konstruktion getragen wird. Beneteau beschreibt das Boot als robust, transportabel und pflegeleicht, und auch Testsegler jener Zeit bezeichneten die Bauweise als extrem widerstandsfähig. Ein hydraulisch betätigter Faltkiel sorgt für einen Tiefgang von 0,9 m aufgeholten Kiel und knapp über 2 m abgesenktem Kiel, wodurch das 7,49 m lange Einrumpfboot trailerbar bleibt, während es gleichzeitig das Segelprofil eines tiefgehenden Kiels behält. Bei abgesenktem Kiel ist das Boot aufrecht stehend stabil und selbstaufrichtend. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist als 7/8-Rigg mit einem leicht überlappenden Vorsegel auf einer sehr kleinen Rollfockanlage ausgeführt, die sich beim Spinnakersegeln leicht bergen oder trimmen lässt. Der eloxierte Aluminiummast trägt ein einzelnes Set zurückgepfeilte Salingen, und eine Spinnakerbaumnische ist serienmäßig vorhanden, sodass ein symmetrischer Kitesegel-Antrieb nachgerüstet werden kann, falls er nicht im optionalen Paket enthalten war. Ein interner Carbon-Bugspriet gleitet in einen GFK-/Epoxid-Rohr auf der Steuerbordseite. Das laufende Gut ist kompletth: eine 6:1 Großschot, ein 12:1 Baumniederholer, ein 24:1 Achterstag, Traveller, Unterliekstrecker, ein einziges Reff, eine Bugspriettackleine, Tweaker sowie die Schoten von Genua und Kite, die zu einem Paar Harken 16 Primärwinschen geführt werden. Tester befanden das Rigg kraftvoll genug für Leichtwind, und das Boot war einfach aufzutakeln und zu segeln, wenngleich es empfindlich auf die Achterstagspannung sowie auf die Positionen des Unterliekstrackers und des Travellers reagierte. Ein tiefes Ruder macht sie feinfühlig und wendig, aber sie ist rank und profitiert bei Starkwind von einer stabilen Crew am Wind. Eigner berichten, dass das Boot bei etwa 15 Knoten Wind ins Gleiten kommt, und Beneteau gibt eine Bootsgeschwindigkeit von über 20 Knoten an. (1)
Unterbringung und Cockpit
Dies ist kein Boot mit Kajüte. Vor dem Mast befindet sich eine kleine Kajüte für trockenen Stauraum, die auch die Hydraulik des Kiels beherbergt. Die nach achtern getragene Breite sorgt für ein großes Cockpit, das Platz für sechs Erwachsene bietet – ideal für Ausbildungscrew und Match-Crews. Der Außenborder kann bei Bedarf für Regatten demontiert und in einem zentralen Cockpit-Locker über dem Kiel verstaut werden, was Gewicht vom Spiegel nimmt. Das Layout ist unverblümt spartanisch – ein Regattarumpf mit gerade genug Schutz für Ausrüstung, aber nicht für Menschen.
Bekannte Schwachstellen
Bei den Tests wurden einige praktische Mängel festgestellt. Der Cockpitbereich ist auf Stauraum umliegender Ausrüstung verzichtet, sodass lose Gegenstände keinen ordentlichen Platz finden. Einige Beschläge wirken für starken Wind zu leicht, was bei einem Boot, das für die Ausbildung von Jugendlichen und Clubregatten konzipiert ist, durchaus eine Sorge darstellt. Für das Design sind die Montage einiger Klampen und Stoppers für das laufende Gut sowie Taschen für Schoten und Fallen erforderlich, um alles übersichtlich zu halten. Für jüngere Auszubildende fehlt eine zweite Seerettungsleine – ein Auslass, der bei einem Boot, das explizit für die Ausbildung junger Segler gedacht ist, unverständlich ist. (1)
Eignerschaft und Refits
Die übliche Beneteau-Garantie galt: fünf Jahre auf den Rumpf und zwei Jahre auf die Beschläge. Der optionale symmetrische Spinnaker wurde als vergleichsweise kostengünstige Vielseitigkeit häufig genutzt, und der serienmäßige Spinnakerbaum sorgt dafür, dass ein Käufer ihn später problemlos nachrüsten kann. Eine Außenborderhalterung und ein Trailer waren ab Werk optional erhältlich. Da es sich um eine Einheitsklasse handelt, hängen der Wiederverkauf und die Klassenzugehörigkeit davon ab, dass Modifikationen innerhalb der Klassenvorschriften bleiben. Die wartungsarme, trailerbare Natur hält jedoch die Unterhaltskosten für Clubs und Privatpersonen sehr niedrig.
Das Fazit
Die First Class 7.5 ist ein gezielter Einheitsklassen-Schul- und Clubregattaboot: leicht, gut zum Gleiten neigend, schnell aufzutakeln und mit einem klappbaren Kiel, der das Trailern unkompliziert macht. Finots Rumpf und Beneteaus Infusionsbauweise bieten eine solide, robuste Plattform, aber die nackte Plicht und die einfachen Beschläge bedeuten, dass ein neuer Eigner Budget für die Organisation von Ausrüstung und die Anschaffung von Sicherheitsleinen für Jugendliche einplanen sollte.
Vorteile
- Robuste, pflegeleichte, harzinfundierte Konstruktion mit selbstaufrichtendem Faltkiel
- Leistungsstarker 7/8-Rigg sorgt für gute Leichtwindleistung und gleitet bei mäßigem Wind ein
- Trailerbar mit reichlich Platz im Cockpit für bis zu sechs Erwachsene zum Crewtraining
Nachteile
- Das Cockpit bietet wenig Stauraum und einige Beschläge wirken bei starkem Wind zu leicht dimensioniert
- Benötigt zusätzliche Klampen, Jammers, Taschen und eine zweite Leine für Auszubildende







