Design und Konstruktion
Der Rumpf, die Schotten, die Verstärkungen und das Deck der Bolt 37 werden im Negativformverfahren aus E-Glas mit einem Core-cell M-Foam-Kern gebaut. Dieser Kern wurde vom Werft als überlegenes Material gewählt, das etwa 40 % teurer ist als herkömmliche PVC-Schaumstoffe, und unter Vakuuminfusion mit Vinylesterharz verarbeitet. Der Kiel ist ein gusseiserner Flossenkiel, der in CNC-geformten Komposithüllen eingegossen ist. Er trägt einen Antimon-Eisen-Bulbkiel, der in einer CNC-gefrästen Form gegossen und mit Formmustern ausgeglättet wurde, sodass vor dem Regattaeinsatz kein zusätzlicher Glanzlack erforderlich ist. Die statischen und dynamischen Lasten dieses Kiels werden über eine interne Rahmenstruktur aus Legierung, die mit dem Rumpf laminiert ist, auf den Rumpf und das Rigg übertragen. Die attraktive Rumpfform mit niedrigem Freibord hält die benetzte Oberfläche minimal, und die LOA von 11 Metern bei einer Breite von 3,48 Metern verleiht dem Boot ein breites, modernes Regatta-Profil statt eines schmalen Sportbootes. (1)
Rigg und Handhabung
Das Entwurf von Jason Ker kombiniert einen Hall High-Modulus-Carbonmast mit Harken-Decksbeschlägen und B&G-Elektronik. Der recht großzügige Segelplan erzeugt reichlich Leistung – 81 Quadratmeter am Wind und 193 Quadratmeter auf raumen Kursen. Die minimale benetzte Fläche und das niedrige Freibord sorgen dafür, dass die Bolt 37 eine beeindruckende Bootsgeschwindigkeit erreicht, wenn andere Boote sich bei leichtem Wind kaum vom Fleck bewegen können. Währenddessen ermöglichen die hervorragende Formstabilität des Rumpfes und das ausreichende aufrichtende Moment, diese Leistung zu nutzen und schneller als die meisten Konkurrenzboote ins Gleiten zu kommen. Entwickelt von KA Yachting, liefert das Boot starke Wertungen sowohl unter ORCi als auch unter IRC, was den Kern ihres Charmes als einheitsklassenfreundlicher Club-Regattaboot verleiht. (1)
Unterbringung
Die Bolt 37 ist ein reines Regattaboot mit allen Merkmalen, die man von einem modernen Rennboot erwartet. In den Quellen werden weder ein Fahrten-Innenausbau, noch die Anzahl der Kojen oder eine Pantry-Aufteilung erwähnt. Beschrieben wird ein Regattasegler, der für die Gewichtskonstanz eines Einheitsklassen-Designs und nicht für den Komfort beim Wohnen an Bord gebaut wurde. Der Käufer sollte das Boot daher in erster Linie als Wochenend- und Hochseeregattaboot betrachten.
Bekannte Schwachstellen
Die Konstruktion ist ein im Vakuuminfusionsverfahren hergestellter Komposit-Regattaboot-Kiel, der nach dem Formen keine Nachbearbeitung erfordert und dessen internes Gitterrahmen die Lasten von Kiel und Rigg über eine laminierte Struktur verteilt.
Refits und Eignerschaft
Der Besitz einer Bolt 37 konzentriert sich eher auf die Regatta-Vorbereitung als auf ein Refit: Der Hall-Kohlefasermast, die Harken-Ausrüstung und die B&G-Systeme sind modern und werden unterstützt, und der fertige Bulbkiel kommt direkt aus dem Formverfahren regattabereit aus der Werft. Das für Einheitsklassenstandard ausreichend konsistente Designgewicht deutet darauf hin, dass eine vom Klassenverein kontrollierte Wartung wichtiger ist als individuelle Modifikationen am Rumpf. (1)
Das Fazit
Die Bolt 37 ist eine fokussierte Serien-Regattayacht, die durch clevere Verbundstofftechnologie und einen Rumpf, der früh ins Gleiten kommt, über ihre Preisklasse hinausragt. Sie ist keine Fahrtenyacht, und ihr wahrer Wert entfaltet sich auf dem Regattaboden unter Sonderformel-Regeln, nicht vor Anker.
Vorteile
- Minimaler benetzter Bereich und geringes Freibord sorgen für Geschwindigkeit bei Leichtwind und frühes Gleiten
- Vakuuminfundiertes E-Glas mit hochwertigem Core-cell-Schaumkern und laminiertem Aluminiumrahmen
- Der für Regatten optimierte Kielschwein-Bulbkiel erfordert keine Formverkleidung; hervorragende IRC- und ORCi-Werte
- Erfolgreiche Regatta-Historie im Offshore- und Buoy-Racing
Nachteile
- Reines Regattaboot ohne jeglichen Komfort für das Fahrtensegeln
- Der Tiefgang von 2,80 Metern schränkt den Zugang zu flachen Gewässern ein
- Eingeschränkt auf einen einzelnen 22 PS Yanmar-Diesel als Hilfsmotor




