Design und Konstruktion
Hoyts Konzept verzichtete auf die Komplexität von Achterstag und Wanten einer herkömmlichen Slup zugunsten von zwei freistehenden Masten mit Wishbone-Bäumen. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 198,4 und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 31 Prozent ordnen das Boot fest in die Klasse der Fahrtenyachten mit moderater Verdrängung ein, wobei der Tiefgang je nach Schwertposition zwischen 3 Fuß 6 Zoll und 6 Fuß 0 Zoll liegt. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 18,99 deutet auf eine lebendige Geschwindigkeit für ein Boot dieser Art hin. Western Yachts fertigte sie nach den RCD-Kategorie-A-Standards (Hochsee) ab, eine Klassifizierung, die eher auf die Hochseetauglichkeit des Entwurfs als auf reines Küstensegeln hinweist.
Rigg und Handhabung
Der entscheidende Vorteil der Freedom 35 ist ein Rigg, das die körperlichen Anforderungen des traditionellen Segeltrimmings eliminiert. Sowohl das Großsegel als auch der Besan sind auf langen Umlenkrollen selbstwendend und jeweils mit einer 3:1-Schotanlage ausgestattet, die mehr als ausreicht, um sie ohne Winsch manuell bedienen zu können. Obwohl die Plicht über 14 Fallstopper verfügt, reduziert sich die Anzahl der Leinen für jedes Segel auf nur sieben Kontrollleinen – diese sind eher zur Einfachheit als zur Redundanz doppelt vorhanden. Dies ist ein Boot, das darauf ausgelegt ist, dass eine Person es segeln kann, ohne lange vom Steuerrad wegzugehen. (1)
Unterbringung
Unter Deck verlangt die Freedom 35 etwas Geduld von Seglern, die an konventionelle Layouts gewöhnt sind. Sie ist nicht das größte 33-Fuß-Boot auf dem Markt, und der Salon wird dominiert von der Schwertkiste, die den Wohnraum auf eine Weise einschränkt, wie es ein Boot mit Flossenkiel niemals tun würde. In Bezug auf die Schlafplätze klassifizierte ein Tester sie als Boot für 2+2 Personen – komfortabel für ein Paar mit gelegentlichen Gästen, aber keine vollwertige Fahrtenyacht mit vier Kojen. Die Pantry ist ausreichend groß, um für mehr als ein Paar zu kochen, und es gibt reichlich Platz zum Entspannen bei einem Getränk. Doch die Schlaf- und Waschmöglichkeiten werden knapp, sobald alle an Bord sind. An Deck eignet sich die U-förmige Sitzgelegenheit in der Plicht nicht besonders zum Gesellschaftsleben, da eine Seite frei bleiben muss, um den Zugang unter Deck zu gewährleisten. Zudem steht mitten in der Plicht ein großer Ausbuchtung des verlängerten Kajütaufbaus mit der Radsteuerung und dem Steuerrad dahinter, was die Bewegungsfreiheit weiter einschränkt.
Bekannte Schwachstellen
Das am häufigsten dokumentierte Problem ist das schwere, ballastierte Schwert. Tester stellten fest, dass das Aufholen des Schwerts nach dem Zurückkehren im Hafen 120 Umdrehungen der Winsch erforderte – eine mühsame Arbeit, die sich direkt auf das Handling des Bootes in flachen Gewässern und vor Anker auswirkt.
Refits und Unterhalt
Die Einfachheit der Freedom 35 ist ihre eigene Refit-Strategie: Da kein stehendes Gut ausgetauscht werden muss und die Segelhandhabung überall manuell erfolgt, sind die laufenden Kosten, die ein Rigg mit stehendem Gut oft belasten, weitgehend wegfallen. Der Perkins Perama 29 PS Diesel mit Wellenantrieb ist eine unkomplizierte Maschine, und die Tankkapazitäten von 22 Gallonen Kraftstoff und 44 Gallonen Wasser eignen sich für Küsten- und moderate Offshore-Einsätze, ohne dass ständig nachgefüllt werden muss.
Das Fazit
Die Freedom 35 ist ein Boot für Segler, die Unabhängigkeit von komplexem Rigg über maximale Effizienz am Wind stellen. Ihr Selbstwendekat-Ketsch-Rigg bietet echte Einhandtauglichkeit, und ihre Konstruktion der Kategorie „Hochsee“ vermittelt stille Zuversicht. Die Schwertkiste geht auf Kosten des Salons, und das Gewicht des Schwerts macht das Aufholen im Flachwasser zur mühsamen Arbeit – aber das sind die Kompromisse eines Entwurfs, der nach seinen eigenen unkonventionellen Regeln erfolgreich ist.
Vorteile
- Selbstwendendes Wishbone-Cat-Ketsch-Rigg, das manuell ohne Winschen bedient wird
- Einfaches Layout für die Bedienung im Cockpit mit doppelten Leinenführungen
- CE-Zertifizierung nach RCD-Kategorie A für Hochseetörns
- Geringer laufender Rigg-Aufwand ohne stehendes Gut
Nachteile
- Der Salon wird durch den Schwertkasten dominiert; kompakt für ein 33-Fuß-Boot
- Die Sitze im Cockpit und die Kuhle des Kajütaufbaus behindern Bewegungsfreiheit und das Zusammensein an Bord
- Das schwere, ballastierte Schwert benötigt 120 Winschumdrehungen zum Aufholen








