Design und Konstruktion
Der Rumpf der 35 wuchs auf einer Länge in der Wasserlinie von 34 Fuß durch einen stärker geneigten Spiegel und eine integrierte Badeplattform, während die Länge über alles mit Bugspriet 36 Fuß 6 Zoll betrug. Diese Neigung des Spiegels war kein bloßer Gestaltungsschritt; zeitgenössische Augen fanden sie besser ausgewogen und eleganter als das Heck der 33. Unter der Haut verlegte Caliber im Rumpf massives GFK-Laminat ohne Leichtbaukern und setzte im ganzen Bilgenbereich zahlreiche, dicht beieinander liegende Bodenwrangen ein, um die Struktur zu verstärken. Für die Decks verwendete man Sperrholz statt Balsa, und die Deck-Rumpf-Verbindung wurde mit Polyurethan-Kleber versiegelt und alle sechs Zoll durch eine Aluminium-Fußreling mit Viertel-Zoll-Edelstahl-Bolzen mit quadratischen Bohrungen verbolzt, sodass das Anziehen der Bolzen nicht dazu führen konnte, dass sie sich drehten und die Dichtung beschädigten. Schotten und Tischlerarbeiten wurden mit zwei bis vier Lagen handaufgelegtem Gewebe und Harz anstelle von vorgefertigten Innenschalen laminiert – eine Methode, die das Boot bemerkenswert leise macht: Das typische Knarzen und Ächzen, das bei schwächeren Booten unter Last zu hören ist, ist praktisch nicht vorhanden. (1)
Rigg und Seeverhalten
Auf dem Papier weist das Paar Caliber 33/35 ein konservatives Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von durchschnittlich 16 und ein weniger konservatives Verdrängungs-Längen-Verhältnis von fast 210 auf, gepaart mit einem soliden Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 47 Prozent, was für die Gelassenheit sorgt, die Eigner beschreiben. Die Wasserlinie wurde bei der 35 dank 700 Pfund zusätzlichem Ballast um vier Zoll verlängert, und das Boot hat in der Linie der 33 einen Tiefgang von 4 Fuß 6 Zoll. Die befragten Eigner sind sich in ihren Lobeshymnen auf die Segeleigenschaften nahezu einig, und der Entwurf wird als hervorragende Wahl für Bucht- und Küstenfahrten eingestuft, wobei er mit entsprechender Erfahrung und Crew auch hochseetaugliche Passagen meistert. Der Hilfsantrieb stammt von einem Yanmar 3GM Marinermotor, der selbst für die 13.000 Pfund Verdrängung reichlich Leistung bietet, mit gutem Wartungszugang über den Backskistenkoffer an Backbord und unter den Niedergangsstufen.
Unterbringung
Die Raumaufteilung ist ein Paradebeispiel für die richtige Perspektive: Als 35-Fuß-Boot wirkt es etwas eng, aber im Vergleich zum 32 Fuß 6 Zoll langen Rumpf der 33er sind die Kabinen reichlich bemessen. Die Caliber 35 behält das kantige Profil mit fast flachem Deckssprung und geradem Heck ihres Schwestermodells bei, anstatt klassische oder euro-modernes Design zu verfolgen. Die zusätzliche Rumpflänge sorgt für einen nutzbaren Vorteil im Innenraum, ohne die grundlegende Layout-Philosophie zu verändern. Für ein Paar oder eine kleine Familie beim Küstensegeln wirkt das Volumen großzügig; wer sich ein modernes, offen gestaltetes 35-Fuß-Boot erwartet, wird es eher bodenständig als geräumig empfinden.
Bekannte Schwachstellen
Das einzige dokumentierte strukturelle Problem betrifft eher die frühen Modelle der 33 als die 35 selbst: Bei einigen frühen Caliber 33-Modellen brachen Bugspriete unter hoher Last, ein Fehler, der später durch eine verstärkte Konstruktion behoben wurde. Das Bugspriet der 35 profitiert von dieser Korrektur. Käufer sollten dennoch jedes Bugspriet auf vorangegangene Belastungen untersuchen, aber der bekannte Mangel wurde an der Wurzel beseitigt.
Refits und Eignerschaft
Die Kraftstoffkapazität zeugt von der geteilten Entwicklung des Modells. Die ursprüngliche 33 und die frühen Modelle der 35 boten nur 26 Gallonen, während die spätere 35LRC mit einem riesigen Tank von 120 Gallonen für Langstreckenfahrten ausgestattet war. Diese Unterschiede bedeuten, dass eine gebrauchte 35 entweder ein Standard-Küstenboot oder eine LRC-Variante sein kann, und die Upgrade-Geschichte des Eigners sollte stets im Vergleich zu diesem Ausgangspunkt betrachtet werden. Über die gesamte Modellreihe hinweg sind dies gut gebaute Boote, die ihren Wiederverkaufswert hervorragend halten – eine Tatsache, die sich durch ihre stabile Position auf dem Gebrauchtmarkt über die Jahre hinweg bewiesen hat.
Das Fazit
Die Caliber 35 ist eine solide konstruierte Fahrtenyacht, die auf auffällige Stylingelemente verzichtet und stattdessen strukturelle Substanz sowie ein Segelregister bietet, dem Eigner vertrauen können. Ihr GFK-Rumpf, die laminierten Schotten und das leise Verwindungsverhalten machen sie zu einer beruhigenden Wahl für Küsten- und Offshore-Reviere, während der Kraftstoffgewinn durch den LRC-Rumpf zeigt, dass sich die Plattform problemlos zu einer ernsthaften Langstrecken-Fahrtenyacht ausbauen lässt. Die engeren Kabinen als im Durchschnitt sind der einzige wirkliche Kompromiss gegenüber der Länge auf dem Typenschild.
Vorteile
- Handaufgelegter, massiver GFK-Rumpf mit eng beieinander liegenden Bodenwrangen und laminierten Schotten für eine leise, steife Struktur
- Erstklassiges Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 47 Prozent und gelobte Segeleigenschaften für Bucht-, Küsten- und Offshore-Einsätze
- Yanmar 3GM-Diesel mit gutem Leistungsgewicht und überschaubarem Wartungszugang
- Früher Fehler am Bugspriet wurde vor der Serienproduktion der 35 behoben; hervorragende Wertstabilität beim Wiederverkauf
Nachteile
- Die Kabinen wirken für die angegebene Länge von 35 Fuß eng
- Die standardmäßige Kraftstoffkapazität des frühen 35er-Modells von 26 Gallonen begrenzt die Reichweite, es sei denn, man wählt eine LRC-Variante







