Finnsailer 34 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Hans Groop·1978·Fiskars
Finnsailer 34 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
34.38' · 10.48 m
Verdr.
14.771 lbs · 6.700 kg
Erstes Baujahr
1978

Die Finnsailer 34 ist ein Motorsailer, der von dem finnischen Konstrukteur Hans Groop entworfen und 1978 auf den Markt gebracht wurde. Sie ist auch als Finnsailer 34 MS bekannt. Sie kombiniert ein MittelcockpitLayout unter einem hohen Steuerhaus mit einem Unterwasserprofil aus Flossenkiel und Skeg, das damalige Fachartikel für eine sehr gute Segeleigenschaft bei einem Boot dieser Größe verantwortlich machten. Gebaut von der Yachtsparte von Oy Fiskars AB in Finnland, spiegelt sie den skandinavischen Ansatz der späten siebziger Jahre für die solide FamilienFahrtenyacht wider: handaufgelegtes GFK, Bleiballast und ein MahagoniInnenraum.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
34,38 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
27,43 ft
Breite
11,32 ft
Tiefgang
5,18 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
Verdrängung
14.771 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität
53 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
408 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
10,84
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
319,51
Komfort-Ratio
30,54
Kenterungsverhältnis
1,85
Rumpfgeschwindigkeit
7,02 kn

Design und Konstruktion

Groops Entwurf der 34-Fuß-Yacht hat eine Wasserlinienlänge von 27 Fuß 5 Zoll bei einer Breite von 11 Fuß 4 Zoll, was zu einem Verhältnis von Länge zu Breite von 3,00 führt. Dies verleiht dem Boot eine stattliche Breite, ohne dass es schwerfällig wirkt. Rumpf und Deck sind handaufgelegtes GFK ohne Kernmaterial, und der Kiel besteht aus Blei auf einem Flossenprofil, ergänzt durch ein Skeg-aufgehängtes Ruder. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 35 Prozent, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 279 ordnet das Boot fest im Bereich der beladenen Fahrtenyachten ein und nicht im Segment der Regatta-/Fahrtenyachten. Yachting Monthly bewertete sie als gut gebaut, und gerade das Flossen- sowie Skeg-Ruderprofil verleihen diesem Motorsailer eine Geschwindigkeit und Kursstabilität, die in dieser Klasse ungewöhnlich sind. Der Kraftstofftank aus Edelstahl fasst 200 Liter, und die Wellenantrieb-Übertragung unterstützt den einzelnen Einbaudiesel. (1)

Rigg und Handhabung

Das Boot wurde mit mehr als einem Rigg angeboten; sowohl eine Masttoppslup als auch eine Ketsch waren werksseitige Optionen. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 11,68, einem moderaten Wert, der eher zu einem Fahrten-Motorsailer passt als zu einem Leichtwindsegler. Die Schotlängen sind bei beiden Riggs identisch: Die Fock- und Genuaschoten laufen über 10,5 Meter bei 12 mm, die Großschot misst 26,2 Meter und die Spinnakerschot 23,1 Meter. Unter Motor beträgt das berechnete Höchsttempo etwa 6,5 Knoten bei einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,0 Knoten. Der Kenterungsverhältnis wird in den Quellen unterschiedlich angegeben (ca. 1,85 nach einer Datensammlung und 1,94 nach einer anderen), während ein Komfort-Ratio von 25,3 bis 26,6 für eine stabile, vertrauenerweckende Plattform spricht. Das Absenkungsverhältnis von etwa 196 kg pro Zentimeter sorgt dafür, dass das Boot schwer auf dem Wasser liegt und sich mit Last berechenbar verhält. (1)

Unterbringung

Unter Deck ist die Finn-Sailer 34 um ein mittiges Cockpit herum aufgebaut, das durch ein hohes Doghouse geschützt wird, mit einer kleinen Achterkabine und einer Nasszelle mittschiffs. Der Innenraum ist im Mahagoni-Stil gehalten und bietet, wie dokumentiert, drei Kabinen mit sechs Kojen, während Yachting Monthly insgesamt sechs bis sieben Kojen nennt. Eine großzügige Pantry und ein nach außen gerichteter Kartentisch erfüllen den Anspruch für das Fahrtensegeln, und eine Toilette ist vorhanden. Die Wasserkapazität beträgt 150 Liter. Das durch das Doghouse geschützte Cockpit und die Trennung der Schlafplätze machen sie zu einer komfortablen, geschützten Fahrtenyacht für Küste und Offshore für eine Familie.

Bekannte Schwachstellen

Die bekannten Konstruktionsmerkmale – massiver, handaufgelegter Rumpf und Deck, Blei-Flossenkiel, Edelstahl-Tanks – beschreiben ein unkompliziertes klassisches GFK-Boot, bei dem die wichtigsten Punkte für den Eigner-Wachdienst typisch für ihre Ära sind: Alter des Perkins-Diesels, Zustand des Mahagoni-Innenausbaus und die Abdichtung der Decksbeschläge bei einem 1978 gebauten Rumpf.

Refits und Unterhalt

Eigner eines 1978 gebauten Entwurfs sollten sich auf zeitgemäße Systeme einstellen: Der ursprüngliche Motor war ein 36 PS starker Perkins 4.108, wobei die Quellen auch eine Option mit einem 37 PS starken Perkins 4.108 M erwähnen. Die Wellenanlage und der Tank aus Edelstahl sind robuste Punkte, aber jeder noch existierende originale Diesel ist bereits jahrzehntalt. Der Mahagoni-Innenausbau ist zwar gemütlich, erfordert jedoch bei einem in der Ostsee gebauten Boot, das nun tief in seinem fünften Jahrzehnt steckt, eine Inspektion auf Austrocknung und Korrosion der Befestigungselemente.

Das Fazit

Die Finnsailer 34 ist eine solide Familien-Fahrtenyacht mit einem wirklich leistungsfähigen Flossen-und-Skeg-Rumpf unter ihrem Motorsailer-Volumen. Groop gab ihr ein breites, komfortables Innenraum-Layout mit drei Kabinen und bot Riggflexibilität, die es dem Käufer ermöglicht, zwischen der Einfachheit einer Slup oder der Balance eines Ketsches zu wählen. Sie ist kein Leichtgewicht, aber ihre Stabilitätswerte und das geschützte Cockpit eignen sich für komfortable Langstrecken weitaus besser als für Regattaziele.

Vorteile

  • Unterwasserprofil mit Flossenkiel und Skeg für gute Segeleigenschaften
  • Mittelpflicht unter einem hohen Doghouse mit kleiner Achterkabine und Nasszellen mittschiffs
  • Handaufgelegter GFK-Rumpf und -Deck mit Blei-Flossenkiel
  • Bietet sowohl Masttoppslup- als auch Ketsch-Takelung an

Nachteile

  • Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt das Tempo bei leichtem Wind
  • Der originale Perkins-Diesel ist bei allen noch existierenden Exemplaren inzwischen jahrzehntalt
  • Der Mahagoni-Innenausbau erfordert pflegeintensiven Unterhalt im Einklang mit der Epoche

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