Design und Konstruktion
Der Rumpf von Zaal misst eine Länge über alles (LOA) von 10,36 Metern bei einer Wasserlinienlänge (LWL) von 8,41 Metern, einer Breite von 3,40 Metern und einem Tiefgang von 1,75 Metern. Bei einer Verdrängung von 7,4 Tonnen, wovon der Ballast mit 3,2 Tonnen rund 42 Prozent des Gewichts ausmacht – Tester sprachen von stolzen 43 Prozent Ballastanteil – bringt das Boot für seine Ankerlänge echtes Gewicht auf die Waage. Diese Masse ist kein unnötiges Ballastgewicht: Das enorme Gewicht von 7,4 Tonnen sorgt für viel Trägheit und somit auch für mehr Geschwindigkeit, wenn man sich auf den Anker verlässt. Der Rumpf und das Deck sind aus dickem, festem Polyesterlaminat gefertigt, ohne Sandwichstruktur im Unterwasserschiff, und Contests Boote wurden und werden unter der Aufsicht von Lloyd’s gebaut. Der Kielbereich inklusive Skeg ist in eine wasserdichte Nische eingeklebt, und die Bodenwrange inklusive Kiel und Skeg wurden separat laminiert, bevor sie in eine innen wasserdichte Nische im Rumpf eingeklebt und anschließend großflächig überlaminiert wurden. Es gibt keine Kielbolzen, und die Verbindung zwischen Kiel und Rumpf ist riesig; der Kiel selbst ist mit Bleiballast, Eisenpulver und Polyesterharz, angerührt mit Portlandzement, gefüllt. Eine Ringnaht am Rumpf wurde mit Polyesterfüller ausgefüllt, und die typischen Teak-Fußstreben von Contest runden das Überwasserschiff ab. (1)
Rigg und Handhabung
Die Contest 34 ist eine Masttoppslup mit einem 26,0 Quadratmeter großen Großsegel und einer 125-prozentigen Rollgenua von 35,0 Quadratmetern. Die Großschot läuft auf dem Brückendeck, während große Genuawinschen auf der Süll im bequemen Griffbereich des Rudergängers positioniert sind. Das Steuern erfolgt über ein sehr direktes, aber auch völlig feinfühliges Mini-Ruder, und Eigner berichten von hervorragender Kursstabilität unter Segeln vor Anker. Die Plicht selbst ist geräumig, lässt sich aber auch unter Segeln leicht bedienen – eine Kombination, die das Fahrtensegeln mit kleiner Crew vor Anker bestens unterstützt. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Motor weit nach vorn positioniert, was den Bereich achtern weitgehend ruhig hält. Die Pantry an Backbord bietet Herd und Ofen, Kühlschrank und Spüle, während die Salonbänke auf beiden Seiten verlaufen und gegenüber ein großer Navigationstisch steht. Ein Durchgang zum Vordeck befindet sich versetzt an Steuerbord, und eine Schiebetür neben dem Kartentisch öffnet sich zur Achterkabine, die bei der Tür nur 1,52 Meter hoch sein mag, im Ankerbereich jedoch eine Stehhöhe von 1,66 Metern bietet. Die Achterkabine verfügt über eine Koje auf jeder Seite: Die Backbordkoje ist 1,05 Meter breit und 1,93 Meter lang, die Steuerbordkoje nur 67 Zentimeter breit, aber 2,03 Meter lang. Die Belüftung erfolgt über ein kleines Luk zum Cockpit. Vorne ist die Vordeckskoje wirklich groß – zwei Meter lang und 1,80 Meter breit in Schulterhöhe. Die Stehhöhe liegt im Salon zwischen 1,93 und 1,97 Metern und erreicht unter dem Luk im Nassbereich bis zu 2,05 Meter, wobei die Standfläche dort 0,95 mal 0,80 Meter misst. Käufer konnten für den Innenraum Teak- oder Mahagonifurniere wählen. (1)
Bekannte Schwachstellen
Zwei strukturelle Punkte sind bei jeder Besichtigung zu beachten. Bei der Contest 34 kann Osmose auftreten, obwohl Probleme mit weichem Sandwichkernmaterial bei alten Booten nicht bekannt sind. Spezifischer ist die Längsschweißnaht: Der Polyesterfüller in dieser Naht saugt Feuchtigkeit auf und löst sich im Laufe der Jahrzehnte auf. Konstrukteur Dick Zaal empfiehlt, die Naht einfach abzuschrubben und anschließend mit Epoxidharz zu versiegeln. Der zeitgenössische, mit Gas betriebene Instant-Warmwasserbereiter stellt an Bord eine Kohlenmonoxid-Gefahr dar und sollte ausgebaut werden. (1)
Refits und Unterhalt
Der Standardmotor war ein 25 PS starker Diesel, obwohl das getestete Boot mit Volvos MD 17C ausgestattet war – einer einkreisgekühlten Einheit, die nach 42 Jahren noch lief –, während andere Exemplare mit einem Volvo-Anker mit 27 kW (36 PS) ausgerüstet sind. Warmwasser stammte ursprünglich vom oben erwähnten Gaskocher mit Instantverdampfer. Das dicke, massive Laminat und der kiellose Kiel sorgen für einen unkomplizierten Unterhalt, wobei die wichtigsten Wachpunkte die Naht und eventuelle Osmoseblasen sind. (1)
Das Fazit
Die Contest 34 ist eine schwere, gut strukturierte niederländische Fahrtenyacht, die Leichtfüßigkeit gegen Stabilität eintauscht. Ihre getrennt laminierte, verklebte Kielstruktur und der von Lloyd's überwachte massive GFK-Bau geben dem Käufer großes Vertrauen in den Rumpf, während das komfortable Layout – insbesondere die riesige Vorschiffskoje und die nutzbare Achterkabine – für zwei Paare oder eine Familie auf Langstrecke ideal geeignet ist. Die größten Schwachstellen sind altersbedingt: der spröde Fugenstoff, mögliche Osmose und der unsichere originale Warmwasserbereiter.
Vorteile
- Dickes, massives Polyesterlaminat im Rumpf und Deck, Lloyd's-überwachte Bauweise
- Enorme, verklebte Kiel-Rumpf-Verbindung ohne Kielbolzen und Bleiballastkiel
- Geräumiges, segelfreundliches Cockpit mit Brückendecks-Großschot und Winschen an den Sülls
- Große Vorschiffskoje und separate Achterkabine mit Stehhöhe im Salon und Nassbereich
- Großer Schwung und Kursstabilität durch die Verdrängung von 7,4 Tonnen
Nachteile
- Der Laminatfugenfüller nimmt Wasser auf und bröckelt im Alter
- Osmose kann am Rumpf auftreten
- Die originale Gas-Instant-Warmwasserheizung stellt eine Kohlenmonoxidgefahr dar
- Das Mini-Ruder wird als völlig unspürbar beschrieben









