Contest 34 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Dick Zaal·1976 – 1980·~84 hulls·Contest Yachts - Conyplex
Contest 34 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
34' · 10.36 m
Verdr.
16.315 lbs · 7.400 kg
Erstes Baujahr
1976

Die Contest 34 gilt als eines der umfangreichsten FahrtenyachtenEntwürfe von Dick Zaal aus den Mitte der 1970er Jahre. Es handelt sich um einen 34FußEinrumpfer, der von 1976 bis 1980 von Contest Yachts gebaut wurde, wobei insgesamt 84 Exemplare mit den Baunummern 001 bis 084 fertiggestellt wurden. Damals als IORTonner vermarktet, spiegelt sie eine Generation europäischer Fahrtenyachten wider, die für lange Passagen und nicht für Wochenendregatten gebaut wurden. Ein Test auf dem Markt für Gebrauchtboote fasste sie treffend als solides und sicheres Fahrtenboot mit reichlich Platz und Substanz im Wasser zusammen.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
34 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
27,58 ft
Breite
11,16 ft
Tiefgang
5,42 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
7.054 lbs (Blei)
Verdrängung
16.315 lbs
Wasserkapazität
85 gal
Kraftstoffkapazität
33 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
36 ft
Unterliek Großsegel
12,06 ft
Vorsegeldreieck Höhe
41 ft
Vorsegeldreieck Basis
13 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
43,01 ft
Segelfläche
484 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
12,04
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
43,24
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
347,18
Komfort-Ratio
34,39
Kenterungsverhältnis
1,76
Rumpfgeschwindigkeit
7,04 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf von Zaal misst eine Länge über alles (LOA) von 10,36 Metern bei einer Wasserlinienlänge (LWL) von 8,41 Metern, einer Breite von 3,40 Metern und einem Tiefgang von 1,75 Metern. Bei einer Verdrängung von 7,4 Tonnen, wovon der Ballast mit 3,2 Tonnen rund 42 Prozent des Gewichts ausmacht – Tester sprachen von stolzen 43 Prozent Ballastanteil – bringt das Boot für seine Ankerlänge echtes Gewicht auf die Waage. Diese Masse ist kein unnötiges Ballastgewicht: Das enorme Gewicht von 7,4 Tonnen sorgt für viel Trägheit und somit auch für mehr Geschwindigkeit, wenn man sich auf den Anker verlässt. Der Rumpf und das Deck sind aus dickem, festem Polyesterlaminat gefertigt, ohne Sandwichstruktur im Unterwasserschiff, und Contests Boote wurden und werden unter der Aufsicht von Lloyd’s gebaut. Der Kielbereich inklusive Skeg ist in eine wasserdichte Nische eingeklebt, und die Bodenwrange inklusive Kiel und Skeg wurden separat laminiert, bevor sie in eine innen wasserdichte Nische im Rumpf eingeklebt und anschließend großflächig überlaminiert wurden. Es gibt keine Kielbolzen, und die Verbindung zwischen Kiel und Rumpf ist riesig; der Kiel selbst ist mit Bleiballast, Eisenpulver und Polyesterharz, angerührt mit Portlandzement, gefüllt. Eine Ringnaht am Rumpf wurde mit Polyesterfüller ausgefüllt, und die typischen Teak-Fußstreben von Contest runden das Überwasserschiff ab. (1)

Rigg und Handhabung

Die Contest 34 ist eine Masttoppslup mit einem 26,0 Quadratmeter großen Großsegel und einer 125-prozentigen Rollgenua von 35,0 Quadratmetern. Die Großschot läuft auf dem Brückendeck, während große Genuawinschen auf der Süll im bequemen Griffbereich des Rudergängers positioniert sind. Das Steuern erfolgt über ein sehr direktes, aber auch völlig feinfühliges Mini-Ruder, und Eigner berichten von hervorragender Kursstabilität unter Segeln vor Anker. Die Plicht selbst ist geräumig, lässt sich aber auch unter Segeln leicht bedienen – eine Kombination, die das Fahrtensegeln mit kleiner Crew vor Anker bestens unterstützt. (1)

Unterbringung

Unter Deck ist der Motor weit nach vorn positioniert, was den Bereich achtern weitgehend ruhig hält. Die Pantry an Backbord bietet Herd und Ofen, Kühlschrank und Spüle, während die Salonbänke auf beiden Seiten verlaufen und gegenüber ein großer Navigationstisch steht. Ein Durchgang zum Vordeck befindet sich versetzt an Steuerbord, und eine Schiebetür neben dem Kartentisch öffnet sich zur Achterkabine, die bei der Tür nur 1,52 Meter hoch sein mag, im Ankerbereich jedoch eine Stehhöhe von 1,66 Metern bietet. Die Achterkabine verfügt über eine Koje auf jeder Seite: Die Backbordkoje ist 1,05 Meter breit und 1,93 Meter lang, die Steuerbordkoje nur 67 Zentimeter breit, aber 2,03 Meter lang. Die Belüftung erfolgt über ein kleines Luk zum Cockpit. Vorne ist die Vordeckskoje wirklich groß – zwei Meter lang und 1,80 Meter breit in Schulterhöhe. Die Stehhöhe liegt im Salon zwischen 1,93 und 1,97 Metern und erreicht unter dem Luk im Nassbereich bis zu 2,05 Meter, wobei die Standfläche dort 0,95 mal 0,80 Meter misst. Käufer konnten für den Innenraum Teak- oder Mahagonifurniere wählen. (1)

Bekannte Schwachstellen

Zwei strukturelle Punkte sind bei jeder Besichtigung zu beachten. Bei der Contest 34 kann Osmose auftreten, obwohl Probleme mit weichem Sandwichkernmaterial bei alten Booten nicht bekannt sind. Spezifischer ist die Längsschweißnaht: Der Polyesterfüller in dieser Naht saugt Feuchtigkeit auf und löst sich im Laufe der Jahrzehnte auf. Konstrukteur Dick Zaal empfiehlt, die Naht einfach abzuschrubben und anschließend mit Epoxidharz zu versiegeln. Der zeitgenössische, mit Gas betriebene Instant-Warmwasserbereiter stellt an Bord eine Kohlenmonoxid-Gefahr dar und sollte ausgebaut werden. (1)

Refits und Unterhalt

Der Standardmotor war ein 25 PS starker Diesel, obwohl das getestete Boot mit Volvos MD 17C ausgestattet war – einer einkreisgekühlten Einheit, die nach 42 Jahren noch lief –, während andere Exemplare mit einem Volvo-Anker mit 27 kW (36 PS) ausgerüstet sind. Warmwasser stammte ursprünglich vom oben erwähnten Gaskocher mit Instantverdampfer. Das dicke, massive Laminat und der kiellose Kiel sorgen für einen unkomplizierten Unterhalt, wobei die wichtigsten Wachpunkte die Naht und eventuelle Osmoseblasen sind. (1)

Das Fazit

Die Contest 34 ist eine schwere, gut strukturierte niederländische Fahrtenyacht, die Leichtfüßigkeit gegen Stabilität eintauscht. Ihre getrennt laminierte, verklebte Kielstruktur und der von Lloyd's überwachte massive GFK-Bau geben dem Käufer großes Vertrauen in den Rumpf, während das komfortable Layout – insbesondere die riesige Vorschiffskoje und die nutzbare Achterkabine – für zwei Paare oder eine Familie auf Langstrecke ideal geeignet ist. Die größten Schwachstellen sind altersbedingt: der spröde Fugenstoff, mögliche Osmose und der unsichere originale Warmwasserbereiter.

Vorteile

  • Dickes, massives Polyesterlaminat im Rumpf und Deck, Lloyd's-überwachte Bauweise
  • Enorme, verklebte Kiel-Rumpf-Verbindung ohne Kielbolzen und Bleiballastkiel
  • Geräumiges, segelfreundliches Cockpit mit Brückendecks-Großschot und Winschen an den Sülls
  • Große Vorschiffskoje und separate Achterkabine mit Stehhöhe im Salon und Nassbereich
  • Großer Schwung und Kursstabilität durch die Verdrängung von 7,4 Tonnen

Nachteile

  • Der Laminatfugenfüller nimmt Wasser auf und bröckelt im Alter
  • Osmose kann am Rumpf auftreten
  • Die originale Gas-Instant-Warmwasserheizung stellt eine Kohlenmonoxidgefahr dar
  • Das Mini-Ruder wird als völlig unspürbar beschrieben

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