Design und Stammbaum
Ron Holland zeichnete die 1350 in einer Zeit, als die Werft Kirie im Jahr 1986 Kelt Marine übernahm und deren Entwürfe in die Feeling-Reihe integrierte. Was die 1350 im damaligen Feeling-Katalog auszeichnete, war ihr Temperament: Yachting Monthly berichtete von ihrem Regierauftritt bei der Route du Rhum 1986 und beschrieb sie als deutlich sportlicher als ihre kleineren Zeitgenossen. Dieses Urteil passt zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 40 Prozent und einem Kenterungsverhältnis von 2,01, was auf eine steife, seegütige Rumpfform hindeutet und eher an einen leichten Regattarumpf als an einen weichen Fahrtenyacht-Rumpf erinnert. (1)
Rumpf und Konstruktion
Die Bauweise aus der Kirie-Ära setzte handaufgelegte GFK-Rümpfe – aus Matratzenware und Gewebeverstärkung mit Orthophthalsäureharz – unter einer Balsa-Sandwichkonstruktion des Oberdecks. Die Rumpf-Deck-Verbindung erfolgte auf einer bündigen, horizontalen, nach innen gerichteten Flanschplatte, die durchgebolzt und mit einem Aluminium-Fußreling abgedeckt sowie von innen überlaminiert wurde. Der Bleiballast von 8.800 Pfund befindet sich in einer Flossenkiel-Konfiguration mit einem Tiefgang von 7 Fuß 6 Zoll, kombiniert mit einem Spatenruder. Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 209 und eine Komfort-Ratio von 26 ordnen sie fest im Bereich der Performance-Cruiser ein: ausreichend schwer für Hochseetörns, aber leicht genug auf den Linien, um feinen Segeltrim zu belohnen.
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup mit rund 1.150 Quadratfuß Segelfläche bei einer Verdrängung von 22.050 Pfund weist die 1350 ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von fast 23,5 auf – lebhaft, ohne nervös zu sein. Der 50 PS starke Perkins-Diesel, der direkt angetrieben wird, bietet eine vernünftige Leistungsmarge für ein Boot dieser Größe. Mit 47 Gallonen Kraftstoff und 155 Gallonen Wasser sind ausgedehnte Törns problemlos möglich. Ihre Rumpfgeschwindigkeit von 8 Knoten ist das natürliche Limit für diese Wasserlinie, aber die von damaligen Rezensenten bemerkte Beschleunigung bei leichtem Wind ist das wertvollere Merkmal für einen Fahrtensegler, der noch Spaß am Segeln haben möchte.
Unterbringung
Yachting Monthly charakterisierte den Innenraum als einfallsreich, aber spartanisch – eine ehrliche Bewertung eines Bootes, dessen Konzept Seetüchtigkeit über ein schwimmendes Wohnapartment stellte. Die Versionen wurden mit vier bis acht Kojen angeboten, sodass Eigner zwischen Gästekapazität und Stauraum wählen konnten. Die Breite von 14 Fuß sorgt für reichlich Volumen im Mittschiff, doch die Designsprache blieb zurückhaltend statt prunkvoll – attraktiv, funktional und aufgeräumt statt luxuriös.
Das Fazit
Die Feeling 1350 ist eine von Ron Holland entworfene Performance-Fahrtenyacht, die ihre Qualitäten im Hochseeregattasegeln unter Beweis gestellt und sie auf eine leistungsfähige, wenn auch unaufgeregte Langstrecken-Fahrtenyacht übertragen hat. Sie ist für ihre Länge schnell, in der Kirie-Tradition solide gebaut und in verschiedenen Kabinenausführungen erhältlich, um sowohl Paaren als auch Charter-Eignern gerecht zu werden.
Vorteile
- Von Holland entworfener Rumpf mit bewährter Route du Rhum-Historie
- Steife, seegängige Proportionen (Ballastanteil von 40 %, Kenterungsverhältnis von 2,01)
- Innovatives, attraktives Innenraumkonzept in vier- bis acht-Koje-Layouts
- Hohes Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis für ein Boot von 22.050 Pfund
Nachteile
- Die Unterkünfte werden eher als spartanisch als luxuriös beschrieben
- Der feste, tiefe Flossenkiel schränkt den Zugang zu flachen Gewässern ein










