Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus handaufgelegtem, massivem GFK und Harz gefertigt, wobei in den hochbelasteten Bereichen massive Spantenkonstruktionen eingebaut sind. Der Kiel ist mit einem moderaten Kielstummel verbunden – ein Detail, das bei Exemplaren aus dieser Zeit gelegentlich eine schmale Rissbildung aufwies, wo sich Spachtelmaterial gelöst hatte. Es wurden zwei Tiefen für den Kiel dokumentiert: ein Standardtiefgang von 6 Fuß 5 Zoll und ein flacherer Tiefgang von 5 Fuß 6 Zoll, wobei letzterer mit einem etwas kürzeren Rigg kombiniert war. Mit einer Länge über alles (LOA) von 37 Fuß 1 Zoll, einer Wasserlinienlänge von 33 Fuß 2 Zoll und einer Breite von 12 Fuß 6 Zoll verdrängt die 375 etwa 15.400 Pfund – eine Masse, die Testsegler als erheblich empfanden, doch das Boot überraschte durch seine Beschleunigung und Geschwindigkeit am Wind. Der tiefe Flossenkiel und das große Spatenruder sorgen für ein extrem manövrierfreudiges Verhalten im Hafen oder in engen Revieren, begleitet nur von einem minimalen Radeffekt des Faltpropellers. (1)
Rigg und Handhabung
Der standardmäßige Mast mit zwei Salingen und einem Kielschuh hat eine Höhe von 49 Fuß über dem Deck, die bei der Version mit geringem Tiefgang auf 47 Fuß 6 Zoll verkürzt ist. Ein aus der Plicht trimmbares Baumniederholer verhindert das Pumpen des Mastes in schwerer See, aber die große, überlappende Genua kann beim Wenden eine Herausforderung sein. In der Serien-Fahrtenversion erwies sie sich als leicht zu handhaben und gutmütig für Familien. Bei Bedarf konnte sie zudem so getakelt werden, dass sie auch am Wind erfolgreich um die Bojen segeln konnte. Trotz eines IOR-gestalteten, schmalen Hecks, das ihr den Surfeffekt auf raumen Kursen eines modernen Bootes mit breitem Spiegel vorenthält, läuft die 375 hervorragend am Wind und raumschots. Ein Tester nannte sie die perfekte Küsten-Fahrtenyacht für Binnengewässer mit bewährter Hochseetauglichkeit. (1)
Unterbringung
Es wurden zwei Innenraumaufteilungen angeboten. Bei der einen ist die Pantry an Backbord mit einer großzügigen Doppelkoje im Achterdeck und einem geräumigen Backskiste-Backskisten-Locker an Steuerbord untergebracht; bei der anderen ist die Pantry an Steuerbord mit einer Einzelkoje im Achterdeck und einer separaten Doppelkoje, wobei auch der Salontisch an Steuerbord liegt und die Nasszelle immer achtern gegenüber der Pantry positioniert ist. Die alternative Drei-Kabinen-Aufteilung beschränkte die Nasszellen und den Navigationsspace. Warme Teakholzmöbel sind im gesamten Boot zu finden, der Salon verfügt über eine U-förmige Backbord-Sitzgruppe um einen mastgebundenen Tisch, und die Stauraummöglichkeiten sind ungewöhnlich gut. Das Cockpit selbst ist nach modernen Maßstäben klein, und die zweiflächigen vertikalen Sülls sind zu niedrig, um echten Rückenhalt zu bieten. Bénéteau beschrieb die 375 als eine sehr schöne, bewohnbare Fahrtenyacht für sechs bis acht Personen, ein elegantes Boot zum Segeln.
Mechanik und Refit
Aus der Werft stieg sie mit dem robusten Volvo Penta 2002 aus, einem 28 PS starken Diesel mit Wellenantrieb, Stoßdämpfer und Festpropeller, der die Rumpfgeschwindigkeit von 7,7 Knoten problemlos erreicht; bei 2.800 U/min entwickelt er 6 bis 6,5 Knoten mit Reserven für schwierige Bedingungen. Als direkter Ersatz wurde eine Beta 30 mit den gleichen Motorkupplungsbetten, Welle, Stoßdämpfer und Propeller installiert. Viele 375er haben wie andere ihrer Klasse ein hartes Leben hinter sich – ein wichtiger Aspekt bei jeder Bewertung eines Refits.
Das Fazit
Die First 375 ist eine Berret-Variante eines erfolgreichen Admiral’s Cup-Rumpfes, gebaut in großen Stückzahlen und geschätzt im Fahrtensegeln wie beim Regattasegeln. Sie ist keine Leichtgewicht-Achter, aber ihr schmaler Heckspiegel schützt vor dem Surfen in den Wellen auf raumen Kursen, die sie sich von modernen Konstruktionen abschaut, während sie sich schnell und gutmütig verhält – mit teakholzfurniertem Komfort und ungewöhnlich viel Stauraum – vorausgesetzt, man gewichtet das kleine, wenig schützende Cockpit und eine eventuell rauere Historie angemessen.
Vorteile
- Regatta-orientierter Rumpf aus einem Admiral’s Cup-Entwurf von 1985 mit bewährter Seetüchtigkeit
- Tiefes Flossen- und Spatenruder sorgen für präzises, manövrierfreudiges Handling
- Zwei verschiedene Layouts; Teak-Innenausbau und ungewöhnlich guter Stauraum
- Direkter Weg zu einem Ersatzmotor (Beta 30) auf den Original-Lagerschalen
Nachteile
- Kleine Plicht mit niedrigen Sülls und mäßiger Rückenlehne
- Die große Genua kann im Wind ein Problem sein; das schmale IOR-Schiffsrückende begrenzt das Surfen auf raumen Kursen
- Viele Exemplare haben vermutlich eine harte Dienstzeit hinter sich










