Design und Konstruktion
Bavaria legte den Rumpf in seiner europäischen Produktionsstätte von Hand auf, wobei sie eine Mischung aus Schichtholz und Biaxialgewebe in Isophthalsäure-Polyesterverdünner einsetzte. Unter der Wasserlinie wurde der Rumpf mit Coremat und oberhalb davon mit Airex-Schaumkern versehen. Die Struktur wurde zudem durch ein internes Gittersystem verstärkt. Das Deck ist ebenfalls mit einem Airex-Kern ausgestattet und wird über eine großzügige innere Flanschplatte verschraubt und verklebt. Für die in die USA gesendeten Boote wurde eine Epoxid-Barrierebeschichtung zur Verbesserung der Blasenresistenz aufgetragen. Der Ballastkiel besteht aus Eisen. Die Yacht hat einen Tiefgang von 6 Fuß 8 Zoll im Standardfall oder 5 Fuß 5 Zoll im Flachkiel-Modus. Bei einer Breite von 12 Fuß 11 Zoll bringt sie 6.131 Pfund Ballast bei einer Verdrängung von 19.135 Pfund auf die Waage. (1)
Rigg und Handhabung
Das geteilte Doppelradsteuerung bietet der Cruiser 40 zwei Steuerstände in der Plicht, sie verfügt jedoch nicht über ein Doppelruder – die Ruderkräfte laufen über einen einzigen Ruderschaft. Die Großschot wird mit zwei separaten Schoten gefahren, die über eine nach vorn entlang des Baums geführte Brille zu den Winschen auf dem Kajütdach zurückgeführt werden und mit einem kraftvollen mechanischen Baumniederholer kombiniert sind. Die Schoten der Fockblätter führen zu Winschen am vorderen Ende der Cockpitsenkel. Keine primäre Segelkontrolle ist vom Steuerstand aus erreichbar, sodass das Trimmen eher eine Aufgabe der Crew als des Steuermanns ist. Probefahrer auf der Chesapeake Bay fanden die Rudereigung direkt und präzise, und die Yacht ließ sich beim Rückwärtsfahren leicht kontrollieren, wobei der Wendekreis bei Fahrt etwa 1,25 Bootslängen beträgt. (1)
Unterbringung
Unter Deck zeigte das Testboot ein Drei-Kabinen-Layout mit zwei Achterkabinen unter der Plicht und einer großen Eignerkabine im Vorschiff mit eigener Nasszelle, während eine Zwei-Kabinen-Version die Backbord-Achterkabine durch einen großen Stauraum ersetzt. Die Achterkabinen sind gut gestaltet und verfügen über einen Umkleidebereich sowie eine akzeptable Stehhöhe über der Koje, obwohl die Doppelkoje an ihrer inneren Schulter eine Biegung aufweist, um Platz für den Motorraum zu schaffen. Die Salondinette bietet problemlos sieben Sitzplätze, und die Sofakojen können einen zusätzlichen Gast beherbergen; die Pantry ist im europäischen Stil an Backbord angeordnet, und dahinter befindet sich eine separate Navigationsecke mit einem recht kleinen Schreibtisch. Die Stehhöhe beträgt 1,93 m (6 Fuß 4 Zoll) mit einer Vorschiffskoje von 2,05 m × 2,03 m (6 Fuß 9 Zoll × 6 Fuß 8 Zoll) und Achterkojen von 2,03 m × 1,63 m (6 Fuß 8 Zoll × 5 Fuß 4 Zoll). Käufer konnten zwischen Innenausbauten aus Eiche, Mahagoni oder Walnuss wählen.
Cockpit und Deck
Die Plicht ist komfortabel und funktional, mit langen Sitzbänken und hohen Sülls für Rückenstütze um einen festen Tisch mit klappbaren Blättern. Eine große, klappbare Badeplattform nutzt eine hydraulische Drehachse, deren Widerstand beim Absenken zunimmt, was ein plötzliches Aufschlagen verhindert. Das Deck ist mit rutschfestem Belag und zahlreichen gut dimensionierten Klampen ausgestattet. Ein Ankerkorb verfügt über ein kleines Inspektionsluke im Deck, wobei der physische Zugang jedoch durch eine abgedichtete Luke hinter dem vorderen Kajütschott erfolgt.
Bekannte Schwachstellen
Die vordere Kajüte mit ihrer Luke zum Ankerkorb kann durch einen übereinandergestapelten Haufen Kette im Anker blockiert sein. Dies ist die eine dokumentierte Konstruktionsbesonderheit, die den routinemäßigen Wartungseinsatz des Ankergeschirrs erschwert. (1)
Das Fazit
Die Cruiser 40 ist eine durchdacht konstruierte Raumyacht: Ihr Farr-Rumpf und das deckshaus im BMW-Stil wirken modern, die Bauweise ist konventionell mit massivem GFK-Kern, und die Ergonomie der Plicht eignet sich hervorragend für ein segelndes Paar oder eine Familie. Die Leichtwindleistung unter minimalem Segel war in den Tests bescheiden, aber ihre Steuerung und Manövrierbarkeit beeindruckten. Die Einschränkung beim Zugang zum Schäkel ist ein echtes, aber beherrschbares Ärgernis.
Vorteile
- Direktes, präzises Rudergefühl mit kleinem Wendekreis und einfacher Rückwärtsfahrt
- Geräumige Aufteilung als Drei- oder Zwei-Kabinen-Version mit 1,93 m Stehhöhe
- Gut strukturierter Rumpf mit US-amerikanischer Epoxid-Sperrschicht und Bodengruppe (Top-Hat)
- Doppelsteuerung, komfortable Plicht, intelligenterweise gedämpfte Badeplattform
Nachteile
- Die Luke des Kettenkastens im Vorschiff kann durch zu viel Kette blockiert sein
- Keine primären Segelbedienungen sind vom Steuerstand aus erreichbar
- Die Geschwindigkeit bei Leichtwind unter Rollgroßsegel und kleiner Fock betrug nur 2–3 Knoten
- Eisenballastkiel anstelle von Blei








