Design und Konstruktion
Die 37s ist als Rumpf-in-einem-Rumpf-Konstruktion gebaut: Jede Schale besteht aus handaufgelegtem GFK in Polyesterharz. Während der Bauzeit werden Rumpf und Innenschale einige Zentimeter voneinander entfernt gehalten, während geschlossenzelliger Polyurethan-Schaum in den Zwischenraum injiziert wird. Der doppelwandige Rumpf ist aus handaufgelegtem GFK gefertigt. Dieser Schaum härnt aus und sorgt für Auftrieb, Isolierung gegen Kondenswasser und Schalldämmung. Mehr davon wird im Vorschiff platziert, da ein volllaufendes Boot dazu neigt, sich durch den Bug zu senken. Die Doppelwandstruktur ist von innen nicht sichtbar, so gut wird das Volumen genutzt. Die Decksflansch sitzt im Rumpfinneren, sodass beide Teile komprimiert zusammengehalten werden; die Verbindung wird verbolzt, ausgerichtet und anschließend mit Kleber und Glasfaser versiegelt. Schließlich wird die Fußreling angeschraubt, was die Verbindung außergewöhnlich stark macht. Schotten sind an den Außenrumpf laminiert, alle Verstärkungs- und Befestigungsschienen bestehen aus Aluminium, und die Riggkräfte werden durch Edelstahl-Wasserstäbe und an den Außenrumpf laminierte Wantplatten aufgenommen. (2)
Die Unschlagbarkeitsversprechen von ETAP sind kein reines Marketing. Der CEO der Werft beschrieb, wie die französische Marineagentur strenge Anforderungen an das Label stellt. Um es zu erlangen, wurde die 37 mit acht Personen auf der Kante und all ihrem Gepäck im Inneren beladen und dann mit abgesenktem Mast überflutet. Als der Mast wieder freigegeben wurde, richtete sich das Boot selbst auf, wobei zwei Kojen und die Pantry noch über der Wasserlinie lagen und die Crew weitersegeln konnte. Zu dieser Zeit hatte ETAP bereits mehr als 6.000 unsinkbare Boote gebaut, sodass die Methode bewährt und nicht experimentell war.
Rigg und Handhabung
Über Deck trägt die 37 ein leistungsstarkes 9/10-Rigg mit zwei Salingen von Selden, einem verstellbaren Achterstag und einem gasgefüllten Baumniederholer (Rod-Kicker). Ein Furlex Rollfockanlage sorgt für eine großzügige, überlappende Genua. Der Rumpf unter Wasser nutzt die bewährte Performance-Form der 32er: geringe benetzte Fläche, eine lange Wasserlinie, ein Kanu-artiges Unterwasserschiff und ein flacherer Deckssprung mit einem gut gezeichneten, verjüngten Heck, das Segler für gute Leistung vor dem Wind und Kursstabilität in achterlicher See sorgte. Auf dem Wasser stellten Tester fest, dass sie viel Raum im Wind lief und sich leicht zum Wenden eignete. Sie segelte etwa 6 Knoten am Wind und auf raumen Kursen mit einem ausgewogenen Rudergefühl. Der Volvo-Motor bei 2.500 U/min trieb sie mit 6,5 Knoten voran, während im Salon nur 74 dBA gemessen wurden. Zudem drehte sie einen Kreis in etwa einerinhalb Bootslängen mit geradem, einfachem Rückwärtsfahren.
Detail des Decks und der Plicht
Das Fußreling selbst ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst: Auf den ersten Blick wirkt es wie eine lange, gepunktete Aluminium-Klebe, aber es handelt sich um eine massive, runde Reling, die sehr stabil ist und das Wasser sofort abläuft. Die Klampen an Bug, Heck und mittschiffs sind einfach offene Abschnitte dieser gleichen Reling. Die Decks verfügen über eine hervorragende TBS-Rutschfeste-Oberfläche, während das Kajütdach ein konventionelleres, konkav geprägtes Profil aufweist. Ein abnehmbarer Traveller in der Mitte der Plicht kann beim Daysailing aus dem Bolzen gelöst und in seinem Stauraum verstaut werden, was die Plicht frei macht. Es gibt reichlich Bewegungsfreiheit an Deck und ergonomische Teakholz-Sitzplätze in der Plicht, ergänzt durch ein nach vorn gerichtetes Panoramafenster am Vorschiff.
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenausbau aus Kirschholz einfach, hell und elegant gehalten und mit hellem, warmem Kirsche-Laminat ausgestattet. Die Aufteilung ist recht standardmäßig mit einer spitz zulaufenden V-Koje im Vorschiff und einer angenehmen Eignerkabine achtern. Die Stehhöhe beträgt 1,83 m (6 Fuß) und geht im vorderen Bereich des Salons auf etwa 1,75 m (5 Fuß 9 Zoll) zurück, wobei sich im Boden eine Stufe von 7,5 cm (3 Zoll) befindet. Die Pantry ist um eine doppelte Spüle in einer Inselkonstruktion herum angeordnet, sodass sie bei beiden Windrichtungen abläuft und dem Skipper während der Fahrt einen sicheren Halt bietet. Die Wetterausrüstung findet ihren Platz in einem eigenen feuchten Stauraum in der stylischen Nasszelle neben den Niedergangsstufen.
Eignerschaft und Systeme
Die Verkabelung verläuft durch PVC-Steckdosenrohre mit Leitern, sodass späterer Ausbau von Schaltkreisen problemlos möglich ist. Schläuche sind doppelt an den Borddurchlässen gesichert und mit Heat-Shrink-Hülsen abgedichtet – ein klares Zeichen dafür, dass die Werft an die Wartung des nächsten Eigners gedacht hat. Der optionale Tandemkiel sorgt für einen geringen Tiefgang durch zwei getrennte Flossen, die durch eine Ballastbulbe verbunden sind. Dies ist eine praktische Alternative zum tieferen Flossenkiel für Reviere mit geringem Tiefgang.
Das Fazit
Die ETAP 37 ist eine wirklich eigenständige 37-Fuß-Fahrtenyacht. Ihre Doppelschicht-Schaumkonstruktion bietet echte, zertifizierte Unsinkbarkeit ohne spürbare Einbußen im Innenraum. Die Details – von der entwässernden Fußreling über den einlegbaren Traveller bis hin zur verdeckten Kabelverlegung – zeigen einen Werftbetrieb, der praktische Probleme löst. Sie segelt hoch am Wind und ausgewogen, und ihr dokumentiertes Verhalten nach einer Flutung ist ein seltener, konkreter Sicherheitsnachweis.
Vorteile
- Zertifizierter unsinkbarer Rumpf mit nach vorn geneigtem Schaum und bewährter Werft-Historie
- Starkes, wasserableitendes Fußteil, das alle wichtigsten Klampen integriert
- Helles Kirschbaum-Innere mit entwässernder Pantry auf der Mittelinsel und eigener Feuchtigkeitsluke
- Seetüchtiges, ausgewogenes Handling mit einfachem Wenden und kleinem Wendekreis
- Durchdachte Systemverlegung: Verkabelung in Schächten und doppelt geklemmte, versiegelte Schläuche
Nachteile
- Die spitze V-Koje und die Stehhöhe im Salon verringern sich auf 5′9″, was den Komfort im Vorschiff einschränkt
- Käufer mit geringem Tiefgang müssen zur Variante mit Doppelkiel statt zum Standard-Flossenkiel greifen





