Design und Konstruktion
Bruce King entwarf die 35 Mark II als damals moderne Regatta-/Fahrtenyacht, und die Zahlen bestätigen dies: eine Länge über alles von 34 Fuß 8 Zoll, eine Breite von 10 Fuß und ein moderater Tiefgang von 4 Fuß 11 Zoll unter einem Masttoppslup-Rigg mit einer Segelfläche von 533 Quadratfuß bei 100 Prozent, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,6 führt. Dieses Paket auf einem soliden Küstenrumpf ermöglichte es den Eignern, werksseitige Upgrades wie einen Teak-und-Holly-Bodenbretter, seidenmatt lackierte Mahagoni-Akzente und markante Gelcoat-Farben zu bestellen, um den ansonsten zweckmäßigen Innenraum aufzuwerten. Das Boot präsentiert sich als elegantes, raumoptimiertes Design, das sich als günstige, aber solide Fahrtenyacht für die Küste bewährt hat. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Wasser stellten Segler fest, dass sich das Ruder bis zu etwa 18 Knoten Wind sehr neutral anfühlte. Darüber zeigte sie etwas Luvgierigkeit, die sich durch das Fieren des Travellers oder das Einbinden der Vorliekspule mildern ließ. Sobald sie in Fahrt kam, lief sie mit kaum einer Hand am Rad stabil, selbst bei 4- oder 5-Fuß-See, und erreichte bei leichtem Wind in Südkalifornien im Durchschnitt 4 bis 6 Knoten. Mit dem originalen 30-PS-Benzinmotor Atomic 4 machte sie unter Motor bei Flaute 6 bis 6,5 Knoten, obwohl dieser Motor gegen Wind und Wellen etwas unterdimensioniert war – ein fairer Tausch für den minimalen Wartungsaufwand, den die einfachen Systeme erforderten. (1)
Unterbringung
Unter Deck befindet sich die Pantry an Steuerbord der Niedergangstür mit reichlich Stauraum und einer riesigen Kühlbox, die von Eignern mit geschlossenzelliger Isolierung verlängert wurde, um Blockeis mindestens fünf Tage vor Anker zu lagern. Eine geräumige Achterkoje an Backbord erwies sich als bequemste Koje, direkt davor befinden sich ein vollwertiger Kartentisch und eine Elektronikhalterung. Mittschiffs an Backbord schließt sich eine U-förmige Sitzecke an, die einen abnehmbaren Esstisch umschließt, der sich in eine Doppelkoje verwandeln lässt, während die gerade Sitzecke gegenüber als weitere Einzelkoje dient; Stauraum bietet sich oben, hinter und unter den Sitzplätzen. Vorne blicken ein Kleiderschrank und Regale auf die separate Nasszelle an Backbord, und das feine Bugspriet verengt die V-Koje an ihrem höchsten Punkt. (1)
Bekannte Schwachstellen
Eigner nach langjähriger Nutzung haben einige wiederkehrende Schwachstellen dokumentiert. Nach einer rauen Überfahrt zu einer der kalifornischen Channel Islands entwickelte ein Boot ein Knarzen vor Anker, das auf einen gerissenen Schotten-Ankerplatz zurückzuführen war. Weiche Stellen im Balsakern des Decks, insbesondere im Bereich der Püttinge, treten bei vielen Rümpfen auf und wurden von den Eignern repariert, die sie entdeckten. Anhaltende Undichtigkeiten an den Fenstern führten zu einem kompletten Ausbau und Neuverkleben mit neuen Dichtungen. Zudem waren die geschweißten Verbindungen des Aluminium-Kraftstofftanks bekanntermaßen anfällig für Verschleiß, was zu einem Austausch gegen maßgeschneiderte Edelstahlbehälter führte. Einige Rümpfe litten zudem unter Osmoseblasen. (1)
Das Fazit
Cruising World kam zu dem Schluss, dass die Ericson 35 Mark II bestehen bleibt, weil King spritzige Leichtwindleistung und gutmütiges Ruderverhalten mit einem wirklich geräumigen, praktischen Innenraum auf einer kostengünstigen Plattform verband. Sie ist kein Hochseehai, und der bescheidene Windwiderstand der Atomic 4 ist real, aber als unterhaltsame Küsten-Fahrtenyacht mit klassischem Aussehen bleibt sie ein vernünftiges Angebot für handwerkliche Eigner im Gebrauchtbootmarkt.
Vorteile
- Geringe Verdrängung und ein SA/D-Verhältnis von 16,6 machen sie bei leichtem Wind schnell und spielerisch
- Neutraler Rudergefühl bis zu 18 Knoten Wind, läuft gut im 4–5-Fuß-Seegang kursstabil
- Geräumige Achterkoje, vollwertiger Kartentisch und vielseitiges U-Koje-Layout
- Werftseitige Upgrade-Pfade für Bodenbretter, Trim und Gelcoat
Nachteile
- Undichte Stellen an der Dichtung des Aluminium-Kraftstofftanks und weicher Balsakern im Bereich der Püttinge
- Undichte Fenster und gelegentliche Risse an den Schotten-Verbindungen nach intensiver Nutzung
- Der Atomic 4 fehlt es bei Gegenwind und -welle unter Motor an Leistung
- Bei einigen Rümpfen Blasenbildung









