Design und Konstruktion
Der Rumpf der E3 ist eine von der Volvo 70 inspirierte Form mit ausgeprägten Knickspanten, hohem Überwasserschiff und einem breiten Achterschiff, was dem 31-Fuß-Rumpf ein eher kastenartiges Profil verleiht. Diese Knickspanten sind nicht nur ein Stilmittel: Sie reichen im Achterschiff weit nach innen, um die benetzte Fläche zu verringern und das Boot bei Krängung stabil auf Kurs zu halten. Die maximale Breite liegt weit hinter dem Rigg und geht fast unverändert bis zum Spiegel über, was Volumen und Formstabilität erhöht, sodass das Familien-Fahrtensegeln problemlos funktioniert. Ein T-förmiger Kiel direkt hinter dem Mastfuß senkt den Schwerpunkt und ermöglicht eine bessere Segelfläche, was Geschwindigkeit und Stabilität erhöht. Die Version mit T-Bulbkiel sorgt zudem dafür, dass sich der Ballastschwerpunkt deutlich verschiebt, wodurch sich die Verdrängung bei gleichbleibender Stabilität reduzieren lässt. (1)
Konstruktiv baut Elan die E3 mit einem im VAIL-Verfahren vakuuminfundierten Rumpf und Deck. Dieses Verfahren beschreibt der Hersteller als den einzigen sicheren Weg, um Osmose zu verhindern und gleichmäßige Steifigkeit, Leichtigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Der fortschrittliche 3D-VAIL-Prozess integriert Längsverstärkungen und Gegenhalter in eine einteilige, laminierte Rumpfstruktur, was die Steifigkeit und Leichtigkeit erhöht. Komposit-Schotten verwenden vakuuminfundierte biaxiales Gewebe, um mechanische Lasten gleichmäßig über eine durchgehende Oberfläche zu verteilen, und das Innere ist fest mit Rumpf und Deck verklebt. Unter den Bodenbrettern sind sieben Kielbolzen mit Stahl-U-Ringgerüsten abgedeckt. (2)
Rigg und Handhabung
Die E3 ist mit einem 7/8-Rigg als fraktionaler Slup auf einem durchgehenden Aluminiummast ausgestattet, der von Stahlwanten und einem verstellbaren Achterstag getragen wird, ergänzt durch zwei um etwa 30 Grad zurückgepfeilte Salingen. Ein ausfahrbarer Bugspriet trägt den Gennaker oder den asymmetrischen Spinnaker, die über ein großes Vordecksluk gefahren werden. Am Wind bringt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis das Boot gut in Regatta-Bereiche, obwohl das Verdrängungs-Längen-Verhältnis knapp außerhalb des Bereichs für Regatta-/Fahrtenyachten liegt. (3)
Zwei Ruderblätter, die weit außerhalb des Kielströmungsbereichs positioniert sind, sind mit zwei Jefa-Ruderrädern verbunden. Dies bietet eine präzise Kontrolle und feinfühlige Kursstabilität, insbesondere bei Krängung, und reduziert gleichzeitig das Risiko eines Sonnenschusses. Ein Tester schrieb in MySailing, dass das leeseitige Ruder bei einer Abdrift von der Spur den Halt behielt, sodass das Boot ruhig aufkreuzte, ohne zu vibrieren oder stark zu krängen. Unter Motor vermeiden die Doppelruder die Propellerströmung für ein weiches Fahrverhalten, und das Boot läuft auch rückwärts sehr kursstabil. Bei 18 Knoten wahrer Wind unter einem asymmetrischen Spinnaker und einer scheinbaren Windrichtung von 140 Grad erzielte derselbe Tester 10,6 Knoten und lag problemlos über neun Knoten. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die E3 ein Layout mit zwei Kabinen und einer Nasszelle, bestehend aus einer Doppelkoje im achteren Backbordbereich und einer Doppelkoje im Vorschiff; die Salonsofakojen bieten jeweils bequem Platz für vier Personen, und der Vorschiffsbereich verfügt über zwei Kojen mit Füllmaterial, einem Himmel und Regalen für größere Segler. Der helle und luftige Innenraum mit natürlichem Eichenfurnier wirkt größer als seine Länge. Die U-förmige Pantry befindet sich vor der Achterkabine, die Nasszelle mit Dusche liegt an Steuerbord des Cockpits, und ein bemerkenswert großer Kartentisch nimmt an Steuerbord vor der Nasszelle Platz. Elan verlängert die Fingerlinge zu vollwertigen Handläufen und polstert Türbeschläge ab, um Geräusche zu dämpfen, während dicke Schotten und quietschfreie Bodenbretter auf eine durchdachte Bauweise schließen lassen. Die Belüftung erfolgt über öffnende Bullaugen und große Deckssklippen. (1)
Bekannte Schwachstellen
Käufer haben einige ergonomische Mängel bemängelt. Die in die Cockpitschalen eingelassenen Steuerstände können ein Risiko für eingeklemmte Finger darstellen, und das Stehen hinter dem Rad kann an der Cockpitwand eng wirken, da die Räder sehr weit außen liegen. In der TradeABoat-Bewertung werden eine geringe Stehhöhe im Salon und Pedale genannt, auf denen kaum Platz für gut lesbare Instrumente ist. Zudem sind die primären Winschen, die für das Trimmen mit Crew ideal wären, für das Segeln mit kleiner Crew einfach unerreichbar weit außen positioniert. (3)
Das Fazit
Die Elan E3 ist ein echter Allrounder unter den 30-Fuß-Booten: Ein steifer, schneller Rumpf mit Regattatauglicher Segellast und der Stabilität eines Doppelruders, kombiniert mit einem geräumigen und gut gebauten Fahrteninterieur. Sie belohnt eine Crew, erfordert aber vom Einhand- oder Kleingruppensteuerer einige Kompromisse.
Vorteile
- Der T-Bulbkiel und der Knickspant-Rumpf sorgen für Formstabilität und eine reduzierte benetzte Fläche bei Krängung
- Doppelruder mit Jefa-Steuerung bieten präzise, bruchsichere Kontrolle
- Vakuumgeinfundete 3D-VAIL-Struktur mit Verbundschotten für eine gleichmäßige Lastenverteilung
- Helliger Zwei-Kabinen-Innenraum, der sich größer anfühlt als seine 31 Fuß (2)
Nachteile
- Die Position der Radsteuerung führt zu engem Stehplatz und potenzieller Gefahr für die Finger
- Eingeschränkte Stehhöhe im Salon und Instrumente sind auf engen Podesten untergebracht
- Die Primärwinschen sind für das Trimmen mit kleiner Crew unerreichbar (3)








