Design und Konstruktion
Der Rumpf von Humphreys für die 310 zeichnet sich durch einen Knickspant aus, der etwa 42 Prozent des Freibords über der Konstruktionswasserlinie liegt und nahe dem Mastbeschlag beginnt. Achtern von diesem Punkt zeigt die Querschnittsform eine feste, aber nicht harte Kimm zum Kiel hin, die sich bis zum Knickspant erhebt, gefolgt von extrem flachen Bordwänden, die bis zum Deck verlaufen. Diese Form sorgt dafür, dass der Spiegel ein Bucht-Breite-Verhältnis von 92 Prozent aufweist. Die Zahlen hinter der Form erzählen die Geschichte: Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 158 und ein Längen-Breiten-Verhältnis (B/L) von 2,87 ordnen das Boot fest in den Bereich der modernen, breiten Performance-Yachten ein und nicht in die Tradition der schmalen, schweren Fahrtenyachten. Elan baute die 310 in den Jahren, als die Werft bereits auf die vakuuminfundierte GFK-Konstruktion umgestellt hatte. Die Erfahrung des slowenischen Bauers im Serienbau von Verbundwerkstoffen macht diesen Rumpf zu einer durch und durch modernen Form statt zu einem Einzelstück. (1)
Rigg und Handhabung
Die 310 ist als 7/8-Slup getakelt, wobei das Vorstag etwa acht Zoll vom Vorsteven nach achtern gezogen und die Salingen um 26 Grad zurückgepfeilt sind, was einen standardmäßigen 107-prozentigen Genua-Anker ermöglicht. Ein ausfahrbares Bugspriet an Backbord erweitert ihre Möglichkeiten vor dem Wind, ohne das Vordeck vor Anker zu blockieren. Doppelruder sorgen dafür, dass mindestens ein Ruderblatt eingetaucht bleibt, wenn das Boot krängt – eine Eigenschaft, die auf sailingmagazine.net für ihre Gelassenheit vor Anker gepriesen wird. In einem Testbericht auf sailingmagazine.net fanden Tester, dass hohe Geschwindigkeiten auf einer 31-Fuß-Yacht mit Leichtigkeit erreicht werden, wobei das Ruder bei leichtem Wind als fantastisch beschrieben wurde – ein Boot, gebaut für schnelles Segeln von sportlichen Paaren, die bereit sind, Komfort gegen das Lächeln vor Anker einzutauschen. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die 310 ehrlich zu ihren Prioritäten. Die Stauraummöglichkeiten sind zu minimalistisch, um komfortabel mehr als ein Wochenende zu segeln, und der einzige Kleiderschrank befindet sich im Bereich der Achterkoje. Diese Sparsamkeit ist kein Mangel, sondern Teil des Konzepts: Das Boot eignet sich für ein schnelles, agiles Paar, das Segel vor Salon stellt. Die Wassertankkapazität von 37 Gallonen und der Dieselbehälter von 12 Gallonen unterstreichen den Wochenendcharakter, unterstützt durch einen 18 PS starken Volvo D1-20 Hilfsmotor. (1)
Bekannte Schwachstellen
Für dieses Modell sind keine strukturellen oder systemischen Mängel bekannt. Der Knickspant-Rumpf und das Doppelruder-Layout werden als typische Merkmale beschrieben, nicht als Problemzonen, und die minimalistische Stauung ist eine Designentscheidung, kein Versagen.
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt einer 310 konzentriert sich darauf, den Entwurf von Humphreys Rumpf zu erhalten. Der Volvo D1-20 ist ein unkomplizierter kleiner Diesel, und die Leistung von 18 PS passt perfekt zur geringen Verdrängung für wirtschaftliche Hafenmanöver. Das ausziehbare Bugspriet und das asymmetrische Segel-Setup laden zum Nachrüsten von Downwind-Ausrüstung ein, aber das Boot selbst verlangt kaum mehr als regelmäßige Pflege des GFK-Rumpfs und des Riggs.
Das Fazit
Die Elan 310 ist eine auf Performance getrimmte Fahrtenyacht, die aus einem 31-Fuß-Rumpf überdurchschnittliche Geschwindigkeit und großes Segelvergnügen bietet – mit dem klaren Verzicht auf Wohnraum und Langstreckenautarkie. Sie ist ein Boot für Segler, kein schwimmendes Apartment für Weltumsegler.
Vorteile
- Doppelruder sorgen für hervorragende Steuerungseigenschaften bei Krängung
- Knickspant-Rumpf mit viel Breite bringt hohe Geschwindigkeit bei leichtem Wind
- Humphreys 7/8-Rigg mit zurückgepfeilten Salingen und Backbord-Bugspriet
- Hervorragendes Rudergefühl bei Testsegelungen aus der jeweiligen Epoche
Nachteile
- Die minimalistische Stauraumlösung beschränkt das Fahrtensegeln auf lange Wochenenden
- Nur ein einzelner Kleiderschrank im Achterkoje
- Geringe Wassertank- und Kraftstoffkapazität für längere Törns






