Design und Konstruktion
Berrets Einfluss aus der IOR-Ära ist im feinen Vorschiffseintritt der 30 E zu erkennen, was dem Boot seine hervorragende Leistung am Wind verleiht, sowie in der moderaten Breite, die es bei Kurven agil hält. Das Unterwasserprofil kombiniert einen Flossenkiel – je nach Quelle als Bulbkiel für Stabilität oder als Flosse mit Spatenruder beschrieben – mit diesem separaten Spatenruder, eine Konfiguration, die für ein direktes Rudergefühl sorgt. Der Rumpf selbst besteht aus massivem GFK, ebenso das Deck. Bei einer Verdrängung von 7.055 Pfund und einem Ballast von 2.866 Pfund liegt das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) bei fast 36,5 Prozent, was die damalige Rezension mit der Fähigkeit des Bootes in Verbindung brachte, sich nach Krängung wieder aufzurichten und auch bei stärkerem Wind vor Anker gut zu segeln. Das D/L-Verhältnis von 204 ordnet es in die Kategorie der moderaten Verdränger ein – ein Ausgleich, der es der 30 E ermöglicht, sowohl Regatta- als auch Fahrtenambitionen zu verfolgen, ohne sich stark in eine Richtung zu neigen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 30 E ist eine Masttoppslup mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 18,7 – ein Wert, der ihre bekannte Leistung bei leichtem Wind erklärt, während sie sich auch bei stärkerem Wind gut hält. Der Standard-Segelplan verfügt über ein Großsegel von 184,8 Quadratfuß unter einer I-Dimension von 37,7 Fuß und einer J-Dimension von 11,3 Fuß, ergänzt durch eine 115-prozentige Fock von rund 204 Quadratfuß und eine 150-prozentige Genua von fast 317 Quadratfuß; auch ein asymmetrischer Spinnaker von etwa 570 Quadratfuß war erhältlich. Ein feiner Vorschiffseintritt und eine moderate Breite verleihen dem Rumpf seine Leistung am Wind und seine Agilität, und das Spatenruder sorgt für ein direktes Rudergefühl. Beneteau bot die 30 E in den Standardversionen mit tiefem Tiefgang und geringem Tiefgang sowie in einer regattaorientierten „ES“-Version mit Bleikiel und etwa 200 Kilogramm Gewichtseinsparung für das Buoy-Racing-Publikum an.
Unterbringung und Marktcharakter
Die 30 E wurde so gebaut, dass sie komfortabel und gut genug ausgestattet ist für das Ankern auf Törns. Derselbe Test, der ihr agiles Handling und die solide Bauweise lobt, weist auch auf ihr attraktives Design und den guten Gegenwert hin. Sie genießt eine treue Fangemeinde wegen ihres ausgewogenen Seeverhaltens und ihres hohen Wiederverkaufswerts auf dem Gebrauchtbootmarkt, und es gibt eine Klassenvereinigung – den Beneteau Owners Club – für diese Klasse. Die CE-Zertifizierung für Hochseebereich bestätigt, dass das Boot für echte Seetörns gedacht war und nicht nur für Clubregatten in geschützten Gewässern. (1)
Bekannte Schwachstellen
Einige Eigner berichten, dass sich der Innenraum etwas eng anfühlt und es an Stauraum mangelt – eine Folge des aus dem IOR-Regelwerk abgeleiteten Rumpfes mit geringer Streckung und der Priorisierung von Geschwindigkeit vor Volumen. Derselbe Eigner nennt den schwierigen Motorzugang und die ungleichmäßige Qualität einiger Innenausbauten eher als lästige Mängel im laufenden Betrieb als strukturelle Fehler. Diese Schwächen wurden als relativ geringfügig und durch routinemäßige Wartung sowie gezielte Upgrades behoben charakterisiert.
Das Fazit
Die First 30 E ist ein echtes Allround-Design der 1980er Jahre: Ein Berret IOR-Rumpf mit echtem Regattatempo für Clubregatten, einem feinen Vorschiffseintritt für gutes Höhe-Laufen und einer moderaten Breite, die das Boot lebendig hält, kombiniert mit einer GFK-Schale aus massivem Glasfaser, der sowohl Eigner als auch Tester eine solide Bauweise zusprechen. Sie ist keine volumenreiche Fahrtenyacht, und die Kritikpunkte bezüglich des engen Innenraums und des ungewöhnlichen Motorzugangs sind real. Doch das ausgewogene Verhältnis aus Geschwindigkeit, Stabilität und Preis-Leistung erklärt ihre treue Fangemeinde.
Vorteile
- IOR-abgeleiteter Rumpf eines 1/2 Ton Cup-Siegers mit feinem Vorschiffseintritt und agiler Breite
- Hervorragende Leichtwindleistung dank eines SA/D-Werts von fast 18,7 sowie Stabilität bei stärkerem Wind
- Solider GFK-Rumpf und Deck; CE-Hochseegenehmigung
- Kultstatus und aktive Eignervereinigung; gute Wertstabilität auf dem Gebrauchtbootmarkt
Nachteile
- Einige Eigner berichten von einem engen Innenraum und begrenzter Stauraumkapazität
- Einige Eigner kritisieren den schlechten Motorzugang und die ungleichmäßige Verarbeitungsqualität im Innenraum










